Hurrikan über dem Ölteppich?
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Der Sturm «Alex» in Mittelamerika wurde von Meteorologen wieder als Tropensturm eingestuft. Er brachte in Belize und der mexikanischen Halbinsel Yucatan ergiebigen Regen, vier Menschen kamen ums Leben. Über dem Golf von Mexiko könnte «Alex» zum Hurrikan werden, schrammt aber mit etwas Glück am Ölteppich vorbei.
Rund 7O Tage Ölpest - und nun «Alex» als Warnung: Der erste größere Tropensturm der Saison verstärkt die Sorge, dass schlechtes Wetter in der Hurrikan-Zeit die Lage am Golf von Mexiko noch verschlimmern kann.
Nach Einschätzung von US-Meteorologen wird «Alex» bei seinem Weg über den Golf von Mexiko weiter an Kraft gewinnen und könnte binnen 48 Stunden zu einem Hurrikan anwachsen. Sein Weg wird ihn aber voraussichtlich nicht in die Nähe des Ölteppichs im Golf von Mexiko führen.
Sollte der Sturm über den Ursprungsort der Ölpest hinwegziehen, würde das den Bemühungen um eine Eindämmung der Umweltkatastrophe einen herben Rückschlag versetzen.
Experten schlossen nicht gänzlich aus, dass der Sturm noch einen überraschenden Schwenk machen könnte. «Wir wissen alle, dass Wetter unberechenbar ist und dass wir eine plötzliche Änderung in letzter Minute haben könnten», sagte Admiral Thad Allen von der US- Küstenwache.
Bohrplattformen mussten geräumt werden
«Alex» ist außerdem nur der erste Sturm in einer ganzen Reihe, die erwartet wird. Experten rechnen mit einer ausgesprochen lebhaften Hurrikan-Saison mit gleich mehreren schweren Stürmen.
«Alex» zwang die Ölkonzerne BP und Shell bereits am Samstag, mit der Räumung von Bohrplattformen im Golf von Mexiko zu beginnen. So holte Shell zunächst rund 300 Arbeiter an Land, ähnliche Vorkehrungen traf auch BP. Die Bekämpfung der Ölkatastrophe vor der US-Küste war durch die Schutzmaßnahmen indessen nicht beeinträchtigt.
Heftige Unwetter dagegen könnten die Arbeiten zum Eindämmen der Ölpest zwei Wochen lahmlegen, warnte Admiral Thad Allen. Schon rund fünf Tage vor dem vermuteten Eintreffen eines schweren Sturms an der Unfallstelle müssten die rund 30.000 Menschen sowie etwa 6000 Schiffe und Boote, die im Kampf gegen die Umweltkatastrophe eingesetzt sind, aus der Gefahrenzone gebracht werden.
Damit würden auch die Verbindungen des Auffangtrichters über dem Öl-Leck zu Schiffen an der Oberfläche gekappt, wie Allen schilderte. Das Öl würde dann wieder fast ungehemmt ins Meer fließen. Bislang fängt der Deckel über der defekten Quelle mehr als 2000 Tonnen Öl pro Tag ab.
Reinigungsarbeiten an der Küste müssten eingestellt werden
Auch die Arbeiten an zwei Nebenzugängen zum Bohrloch im Meeresboden, aus den das Öl seit dem Unfall im April sprudelt, müssten unterbrochen werden. Mit Hilfe dieser Nebenzugänge will BP den Ölstrom ganz stoppen - jede Verzögerung wäre schlimm.
Die Reinigungsarbeiten an der Küste würden ebenfalls zumindest teilweise lahmgelegt. Außerdem könnte ein Sturm Öl und mit der schmierigen Masse vollgesogene Sicherheitsbarrieren ins Marschland spülen.
Bis zu zwei Wochen würde es dann dauern, bis die Mannschaften samt Ausrüstung nach Beginn einer Evakuierung wieder an Ort und Stelle sind.
ped/news.de/dpa/ap
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