Sa., 26.05.12

221 Tote 21.06.2010 Katastrophen suchen China heim

Südchina: 175 Menschen sterben in den Fluten (Foto)
Chinesen versuchen ein Motorrad aus den Fluten zu bergen. Bild: dpa

China kämpft gerade mit den verheerenden Folgen zweier Katastrophen: Bei Überschwemmungen im Süden des Landes kamen 175 um, die Explosion eines Kohlebergwerkes kostete mindestens 46 Kumpel das Leben.

Bei verheerenden Überschwemmungen in Südchina sind bis Montag 175 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen wurden vermisst, wie das Einsatzzentrum des Verwaltungsministeriums in Peking berichtete. Mehr als 25 Millionen Menschen in zehn Provinzen sind betroffen.

In einigen Regionen sind es die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die wirtschaftlichen Schäden wurden auf 29,7 Milliarden Yuan, (3,5 Milliarden Euro), beziffert.

«Ich habe in meinen Leben noch nie solche Überschwemmungen gesehen», sagte die 50-jährige Yu Ningshan in der Stadt Sanming in der ostchinesischen Provinz Fujian der Staatsagentur. In der Region war von «Jahrhundert-Regenfällen» die Rede, nachdem 225 Millimeter innerhalb von sechs Stunden gemessen worden waren.

Regierungschef verspricht Nahrung und Trinkwasser

178.000 Häuser seien zerstört, 1,36 Millionen Hektar Erntefläche beschädigt worden, berichtete das Ministerium. Am schlimmsten betroffen waren die Provinzen Jiangxi, Fujian, Hunan und die Region Guangxi. Mehr als eine Million Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Eisenbahn- und Straßenverbindungen waren unterbrochen.

Regierungschef Wen Jiabao machte sich am Wochenende in Guangxi ein Bild vom Kampf gegen die Fluten und von den Hilfsbemühungen für die Opfer. Er versprach den Betroffenen die Unterstützung der Behörden und mehr Hilfsgüter wie Nahrung, Trinkwasser und Kleidung.

46 Tote bei Bergwerksexplosion

Auch bei einer anderen Katastrophe in China starben Menschen: Mindestens 46 Berleute kamen bei der Explosion in einemKohlebergwerk in Zentralchina ums Leben. Ein Sprengstofflager sei in der Grube im Bezirk Weidong der Stadt Pingdingshan (Provinz Henan) in die Luft gegangen, berichtete die staatliche Werkschutzbehörde laut Nachrichtenagentur Xinhua.

Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen 72 Bergleute unter Tage gewesen sein. 26 hätten sich retten können, berichtete die Stadtverwaltung von Pingdingshan. Die Ursache der Explosion sei nicht bekannt.

In Chinas Kohlegruben sterben jährlich tausende Bergleute. Ursachen sind meist schlechte Ausrüstung, unzureichende Sicherheitsvorkehrungen sowie mangelnde Aufsicht durch Vetternwirtschaft lokaler Funktionäre mit Grubenbesitzern. Nirgendwo in der Welt leben Bergarbeiter so gefährlich wie in China, das zwei Drittel seiner Energie aus Kohle bezieht.

 

ped/news.de/dpa
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