Sa., 26.05.12

Als Strafe unüblich 14.06.2010 Forscher zweifelt an der Kreuzigung Christi

Kreuzigung (Foto)
Ob das Ende von Jesus so ausgesehen hat? Bild: ddp

Enzyklopädien, theologische Handbücher, Bibelkommentare - alle stellen die Kreuzigung als eine grausame, weit verbreitete Todesstrafe dar. Jetzt hat ein Forscher die antiken Quellen durchforstet und festgestellt, dass die Kreuzigung keine gängige Strafe war.

«Das Problem ist, dass Beschreibungen von Kreuzigungen in der antiken Literatur auf bemerkenswerte Weise fehlen», erklärt Gunnar Samuelsson von der Universität Göteborg, der die überraschenden Ergebnisse zum Thema Kreuzigung in seiner Doktorarbeit veröffentlicht. «Die Quellen, in denen man erwartet, etwas zum Verständnis dieses Ereignisses zu finden, sagen nicht wirklich etwas aus.»

Samuelsson hat alle griechischen, lateinischen und hebräischen/aramäischen Quellen, die er finden konnte, von Homer bis zum ersten nachchristlichen Jahrhundert analysiert. Dabei stellte er fest, dass es zahlreiche Varianten von Strafen gab, in denen ein Verurteilter auf irgendeine Weise aufgehängt wurde.

Grausame Strafen ja, Kreuzigung nein

Dadurch, dass diese Aufhängstrafen samt der dazu benutzten Ausrüstung oder der verwendeten Objekte oft genau beschrieben wurden, wird deutlich, dass die Menschen in der Antike außerordentlich einfallsreich waren, wenn es um das Ausdenken grausamster Strafen ging.

Doch die Beschreibung von Kreuzigungen fehlt seltsamerweise in diesen Quellen. Sie tauchen erst im Umfeld der Ereignisse um Jesus auf und dort nicht sehr detailliert.

«Die Konsequenz hieraus ist, dass die Kreuzigung als Strafe in unserem Verständnis ernsthaft angezweifelt werden muss», sagt Samuelsson. «Und auch die Berichte von der Kreuzigung Jesu müssen angezweifelt werden. Das Neue Testament sagt nicht so viel darüber aus, wie wir es gern glauben würden.»

ped/reu/news.de/wsa
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • neugebauer
  • Kommentar 3
  • 28.11.2010 08:15
 

Er starb vermutlich auch gar nicht am Kreuz. Man hatte ihn für tot gehalten. Und dann trat jenes Phänomen ein: Man sah ihn und sah ihn nicht. "Er lebte mitten unter ihnen und sie sahen ihn nicht." Und auch das funktioniert bis Heute. Man sieht / wähnt die Leute wo sie nicht sind - und sieht sie nicht wo sie sind. Es geht um Erwartungshaltungen... Um Vorurteile ... Es geht bei alledem um das was Viele für Gefühl halten. "Im Gefühl gehen!" und ... usw.

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  • neugebauer
  • Kommentar 2
  • 28.11.2010 07:59
 

Wir alle kennen das X-Syndrom ... wir werden für Andere gesehen und gehalten. Besonders krass wieder seit den 90ern ... Ein auf diese Weise aufgehängter - sollte vielleicht auch nicht unbedingt tot gehen. Man wollte ihn verhöhnen und verspotten. quälen ... Warum? Er war irgendwie anders. Er sah anders - erkannte die Dinge. Konnte ggf. zwischen Neurosen u.a. und echten Krankheiten unterscheiden. ("Steh auf, nimm dein Bett und geh.") Er erkannte das die Menschen wahnsinnig sind, ihnen Zuwendung fehlt, Innerlichkeit - damit Wirklichkeit und auch Ehrlichkeit oder und Mut zum eigenständigen Leben.

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  • neugebauer
  • Kommentar 1
  • 28.11.2010 07:45
 

Spontan fällt mir dazu ein: Jesus hatte es mit Mob und Pöpel zu tun. Er sollte vielleicht nicht bestraft werden. Wofür? - Die wollten was mit ihm machen Es fehlen m.W. auch in der Bibel Anklagepunkte. Nur: Das ein Richter gesagt haben soll: "Ich kann keine Schuld finden"! Polizeischutz o.ä. erhielt er allerdings auch nicht. Auch ist nichts von einer Strafverfolgung gegen seine Häscher bekannt. Jesus hat sich: Bewegt. Er war da - wohin er kam ein Fremder. Bis Heute werden alle Fremden befeindet. Entweder von Jenen die da sind - oder von Jenen die ankommen - oft schon in kriegerischer Absicht.

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