Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Den Luxus, von Lehrstellenmangel zu sprechen, kann sich Deutschland bereits seit einigen Jahren nicht leisten. Gerade im Handwerk und vor allem im Osten. Die Lücken sollen nun junge Polen füllen. Das ist eine Lösung. Aber die falsche.
Das Handwerk will Azubis aus Polen anwerben, um die Bewerberlücken in Ostdeutschland zu schließen. Der Geburtenrückgang sei Schuld, proklamiert Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Ganz davon abgesehen, dass die Wirtschaft seit Jahren über die ach so schlechten oder gar nicht erst vorhandenen Schulabschlüsse jammert.
Dass die Nachwuchssorgen drängen, ist unbestritten. Doch der Weg, der da offenbar beschritten werden soll, ist nun wohl nicht der beste. Eher der einfachste.
Denn woran das Zusammenkommen zwischen potenziellen Lehrlingen und dem Handwerk hapert, sind die Ansprüche beider Seiten. Die einen wollen beste Noten, soziale Kompetenzen höchsten Grades und Begeisterung ohne Grenzen. Die anderen wollen - gerade im Osten - finanziell beruflich abgesichert sein und eine Zukunft haben, die in Zeiten einer Wirtschaftskrise auch im Handwerk nicht immer gesichert ist.
Beide Seiten müssten über ihren Schatten springen. Doch Erwartungen herunterzuschrauben, fällt niemandem leicht. Schon gar nicht der Wirtschaft, die mit Ausbildungspakten und Integrationsmaßnahmen zumindest ein deutliches Bewusstsein für ihre Nachwuchssorgen demonstriert.
Deshalb: Ein dreimonatiger Intensivkurs, wie ihn die Handwerkskammer Cottbus offenbar für die Importazubis plant, in allen Ehren. Warum aber nutzt man den nicht, um die jungen Leute in Deutschland anzusprechen, die als Altbewerber noch immer auf dem Trockenen sitzen?
Warum nicht das Geld nehmen und in Integrationskurse stecken, die Altbewerbern helfen, die bislang nicht den Ansprüchen des Handwerks entsprechen? Oder gar im Westen Deutschlands eine Anwerbeaktion starten, wie es die Bundesländer einst mit den Lehramtsstudenten getan haben? Der aktuelle Vorschlag ist nur Flickschusterei - und das obwohl Löcher stopfen von solidem Handwerk weit entfernt ist.
mik/news.de
das gibs alles schon lange,schon zu meiner lehrzeit 67-70 habe im lehrlingsheim gewohnt.natürlich kein luxus-aptm.wir waren nur weniger anspruchsvoll
jetzt antwortenKommentar meldenAuf die Frage warum Altbewerber nicht gefördert werden? So kann man kein Geld im Umlauf bringen... Warum kann man ehrlichen Handwerksbetrieben nicht die ausbildung mitfanzieren und warum kann z.B. Bewerbern nciht auf der Suche einer preisgünsitgen Wohnung helfen oder gar die wohnung für die Lehrzeit finanzieren? Denn mitunter scheidert es, dass regional keine Angebote da sind, aber Lehrlinge und die müssen schließlich irgendwo wohnen. In einem Wohnheim um von Pennern und Sozial nicht integrierten dann gestört zu werden ist nicht jedem seine Sache.
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