Sa., 26.05.12

Ausbildung 08.06.2010 Handwerk will Azubis importieren

Handwerk will Nachwuchslücken mit ausländischen Lehrlingen schließen (Foto)
Azubis aus dem Ausland: Damit will das Handwerk in Ostdeutschland die Bewerberlücken bei der Lehrstellenvergabe schließen. Bild: ddp

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Seit Jahren hat das Handwerk Nachwuchssorgen. Junge Polen sollen es nun richten. Weil sich in Deutschland keine Lehrlinge finden, werden junge Leute aus den Nachbarländern angeworben, um die Löcher zu stopfen.

Die Zahl der Schulabgänger sinkt, das Angebot an Lehrstellen auch. Trotzdem bleiben Ausbildungsplätze frei - und die Wirtschaft jammert, nicht genügend Nachwuchs zu finden. Dass allein in Ostdeutschland im Vorjahr 1400 Lehrstellen nicht vergeben wurden, nimmt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks zum Anlass, um zu verkünden: «Die demografische Entwicklung bedroht die Fachkräftesicherung in ostdeutschen Handwerksbetrieben!»

Das Problem besteht letztlich deutschlandweit. Mehr als 10.000 Ausbildungsplätze waren zu Beginn des laufenden Lehrjahres nicht besetzt. Ausbildungspakte, Integrationsprojekte und die Zusammenarbeit mit Schulen sollen helfen, die Situation für beide Seiten zu verbessern.

Der Erfolg dieser Maßnahmen zeichnet sich jedoch nur begrenzt ab. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen im Handwerk ist letztlich nicht nur auf schlechte Schulabschlüsse zurückzuführen. Da es sich bei Handwerksunternehmen meist um kleine bis mittelständische Betriebe handelt, die keine oder nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten bieten sowie für viele junge Berufseinsteiger auch finanziell nicht attraktiv sind, bleiben Nachwuchssorgen ohnehin nicht aus.

Bei Bild.de geht Kentzler noch einen Schritt weiter und erklärt, künftig junge Europäer aus den Nachbarländern anwerben zu wollen, um dem gezeichneten Negativtrend entgegen zu wirken, der durch Geburtenrückgänge und Bevölkerungsschwund verstärkt werde.

Im Bereich der Handwerkskammer Cottbus gebe es bereits Pläne, polnischen Schulabgängern Ausbildungsplätze anzubieten, so Bild.de. 2011 soll dazu der erste dreimonatige Intensivkurs zu Sprache, Kultur, Beruf und Recht angeboten werden. Den erfolgreichen Absolventen sollen die Lehrstellen garantiert werden. So werde die Lücke geschlossen und die Wirtschaft verfüge über zweisprachige Fachkräfte.

Ermöglicht wird diese Maßnahme durch die Freizügigkeit von Arbeitnehmern. Diese ermöglicht es Jugendlichen aus EU-Beitrittsländern auch in Deutschland eine Lehre zu absolvieren.

kat/ivb/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • debema
  • Kommentar 2
  • 14.09.2010 16:35
 

Solange die Eltern ihren Nachwuchs nicht mutivieren, ordentlich zu lernen bis zu ihrer Selbstständigkeit, solange wird ihr Nachwuchs auch nicht willens sein, es zu tun. Der Schlüssel zum Erfolg liegt tatsächlich bei den Eltern, nicht bei dem Nachwuchs und auch nicht am Bildungssystem. Das Gerede von div. Sprachkursen hat doch nichts mit der Integration zutun, solange es keine Pflicht für Sprachkurse gibt. Wie sollen Eltern erfahren, was in der Gesellschaft statt findet, wenn sie sich in ihrer Muttersprache über irgend etwas unterhalten können, nur nicht über Bildungsprobleme ihres Nachwuchses.

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  • brimik
  • Kommentar 1
  • 27.06.2010 13:46
 

Es reicht, was unseren Leuten so alles eingeflüstert wird. Wenn Schulen nicht fähig sind Abschlußklassen zu motivieren,wenn die Eltern nicht mit ihren Kücken fertig werden und Berufsberater nicht mehr können als Schreiben auszuhändigen bleibt das Desaster nicht aus.Der Staat hat eine Bildungsaufgabe der er nicht gerecht wird.Solange man als Handwerksbetrieb 100 Vorschriften zur Einstellung bekommt,die großen wieder Gelder für Lehrlinge aus dem Ausland, so lange wird Deutschland den Untergang entgegensegeln. Wo bleibt endlich die Regierung die für unser Land und unser Geld gerade steht.

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