Sa., 26.05.12

Halten die so lange? 08.06.2010 3000 Jahre alte Bienenbeine gefunden

Bienen (Foto)
Schon in der Antike wussten die Menschen sich die Bienen zunutze zu machen. Bild: ddp

Schon vor 3000 Jahren haben die Menschen Imkerei im großen Stil betrieben. Das belegen Überreste in tönernen Bienenstöcken, die Forscher im Jordantal fanden. In Nicaragua verhalf derweil der Regen zu einer archäologischen Entdeckung.

Eingeschlossen in Honigwaben entdeckte ein internationales Forscherteam mit deutscher Beteiligung in Tel Rehov Teile von Arbeiterinnen, Drohnen und Larven. Der Fund bestätige, dass bereits zu jener Zeit Bienen für die Wachs- und Honigproduktion gehalten wurden, schreiben die Forscher in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften.

Zwar enthalten ägyptische Wandmalereien und antike Texte Hinweise auf die Wachs- und Honiggewinnung, aber bisher fehlte der Beweis für die Bienenhaltung im biblischen «Land, wo Milch und Honig fließen».

Der Begriff «Honig» wurde lange als Umschreibung für süße Früchte wie Feigen oder Datteln interpretiert, denn die Haltung von Honigbienen ist in der Bibel nicht erwähnt. Vor einigen Jahren waren dann die Tonzylinder von Tel Rehov entdeckt und als antike Imkerei gedeutet worden. Der Fund der Bienen-Überreste bestätigt nun diese Deutung.

Nachdem die Forscher die Bienen-Überreste eingehend untersuchten, steht nach ihren Angaben fest, dass die Insekten zur Honigproduktion in den tönernen Zylindern gehalten wurden. Analysen der gut erhaltenen Flügel und einiger Dutzend Bienenbeine ergaben, dass sich die Bienen von den örtlich vorkommenden Arten unterscheiden.

Bienenstöcke waren schützenswertes Gut

«Das war eine echte Überraschung», sagte der deutsche Bienenforscher Stefan Fuchs vom Institut für Bienenkunde in Oberursel bei Frankfurt. Möglicherweise seien die Insekten von den Bewohnern Tel Rehovs aus der Türkei importiert worden, weil sie weniger aggressiv waren und mehr Honig produzierten.

Die Imkerei in Tel Rehov im nordisraelischen Jordantal betrieb bis zu 200 Bienenstöcke und lag mitten in der Stadt. Das deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass die Bienenstöcke besonders wertvoll waren und beschützt werden mussten. Die Erzeugnisse waren in der Antike kostbar, als Lebensmittel und für andere Zwecke. Der Gebäudekomplex, in dessen Hof die Stöcke standen, wurde vermutlich Ende des 10. oder Anfang des 9. Jahrhunderts vor Christus zerstört.

Noch ein uralter Fund in Nicaragua - dem Regen sei Dank

Derweil haben Archäologen im Süden Nicaraguas Reste der Grabstätte einer uralten Indio-Kultur entdeckt. Die Knochenreste und Keramikstücke sind bis zu 4500 Jahre alt. Sie wurden auf der Vulkaninsel Ometepe im Cocibolca-See gefunden. Nach Angaben des lokalen Museumsdirektors, Moisés Ghitis Rivera, wurde die Fundstätte bei Regenfällen in der Ortschaft Los Angeles freigespült.

Auf der Insel waren bereits zuvor wertvolle Gegenstände aus vorkolumbianischer Zeit entdeckt worden. Ometepe wurde seinerzeit von den Völkern der Chorotecas und Nahuatl besiedelt, die aus dem nördlichen Mexiko nach Mittelamerika gewandert waren.

ped/iwi/ivb/news.de/dpa
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