Die Erinnerung ist das Einzige, was der Heidenheimer Bankiersfamilie bleibt von Maria Bögerl. Mit einer bewegenden Traueranzeige hat die Familie auf den Trauergottesdienst für das Entführungsopfer hingewiesen. Bei der Tätersuche sollen die Fernsehzuschauer helfen.
Für die von ihrem Entführer ermordete Bankiersfrau Maria Bögerl findet am Mittwochnachmittag in Heidenheim eine Trauerfeier statt. Das gab die Familie in der Heidenheimer Zeitung bekannt. Das Blatt berichtet, die katholische Gemeinde in Heidenheim-Schnaitheim werde zuvor ab 8.30 Uhr sowie am Donnerstagabend ein Requiem für Maria Bögerl feiern.
«Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann. Die Erinnerung an deine Stärke, an deine Wärme, an dein Lachen ist das Einzige, was uns am Leben erhält. Es gibt keinen Trost, nur die Liebe zu dir. Du fehlst», hat die Familie in die Todesanzeige geschrieben.
Fall wieder bei Aktenzeichen XY
In die Fahndung nach dem Täter soll erneut das Fernsehpublikum einbezogen werden. Am Mittwoch wird der Fall zum zweiten Mal Thema in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ungelöst sein. Studiogast sei dann der Leiter der Sonderkommission «Flagge», Hartmut Schröppel, teilte eine Sprecherin mit. Die Polizei erhofft sich vor allem Hinweise auf einen mit einem Phantombild gesuchten Zeugen.
Die Fahndung nach dem Entführer und Mörder hat nach Angaben der Kripo bis Montag noch keine heiße Spur erbracht. Allerdings sind mehr als 600 Hinweise auf den mit Phantombild gesuchten Zeugen eingegangen. Damit hat sich die Gesamtzahl der Hinweise aus der Bevölkerung auf 2.690 erhöht. Darunter werden rund 1.500 als Spuren eingestuft, wie ein Polizeisprecher sagte.
Polizei sucht keinen blauen Passat
Der Täter sprach bei seinem Erpresseranruf beim Ehemann, dem Sparkassenvorstand Thomas Bögerl, den schwäbischen Dialekt der Region Heidenheim. Er soll mittleren Alters sein. Die Polizei stellte klar, dass sie aktuell keinen blauen Passat mit Aalener Kennzeichen suche. Sie dementierte damit entsprechende Presseberichte.
Die 54-jährige Maria Bögerl war am 12. Mai in ihrem eigenen Wagen entführt worden. Der Entführer forderte gegen 11.20 Uhr telefonisch 300.000 Euro Lösegeld. Die Summe konnte jedoch nicht in der von ihm geforderten Zeit beschafft werden. Eine halbe Stunde später als verlangt legte der Ehemann den Müllsack mit dem Geld an der Autobahn 7 ab. Dort wurde es aber bis zum frühen Morgen des 13. Mai nicht abgeholt.
Wann der Täter die Entführte mit Messerstichen tötete, ist nach Polizeiangaben noch nicht geklärt. Am vergangenen Donnerstag hatte ein Spaziergänger mit Hund die Tote im Wald zwischen Nietheim und Niesitz entdeckt. Die Leiche war schon stark verwest.
iwi/ivb/news.de/ap