«Top Kill» ist grandios gescheitert, nun soll «Top Cap» die Rettung bringen: BP versucht, einen Behälter über dem Leck in 1500 Meter Tiefe zu platzieren. Der soll das austretende Öl auffangen. Eine Atombombe ist indes keine Option gegen die Ölpest.
Die Töne, die von BP kommen, sind seit Wochen wohlbekannt: Ob die Operation «Top Cap» zum Erfolg führe, sei aber noch unklar, hieß es aus der Konzernzentrale des britischen Ölriesen. Bisher waren diverse Anläufe gescheitert, die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte in den Griff zu bekommen.
Präsident Barack Obama meinte, er sei wütend über die Ölkatastrophe. «Ich bin über diese ganze Situation wütend», sagte er in der CNN-Talkshow Larry King live. «Hier hat jemand die Konsequenzen seines Handelns nicht zu Ende gedacht.»
Mehrfach machte Obama klar, dass es in der Verantwortung von BP liege, den Schaden durch die Ölpest wiedergutzumachen. Seine eigene Aufgabe sei es, BP zur Verantwortung zu ziehen. Obama reist heute erneut in das Krisengebiet, um sich über die Lage zu unterrichten.
Und schon wieder: Erstmals Operation in so großer Tiefe
BP-Chef Tony Hayward gab sich vorsichtig optimistisch, dass die Operation «Top Cap» wenigstens zu einem Teilerfolg führt. Dies werde man aber erst in zwei bis drei Tage beurteilen können. Bei der Operation hatten Experten zuvor das defekte Steigrohr in 1500 Metern Tiefe abgesägt.
Da das Absägen allerdings wegen technischer Probleme nicht sauber ausgeführt wurde, sei es nun schwieriger als geplant, die «Top Cap» genannte Kappe lückenlos auf das Rohr zu stülpen, räumte Hayward ein. Dadurch könne weiterhin Öl ins Meer sprudeln. Zugleich warnte er, eine solche Operation sei noch niemals zuvor in einer solchen großen Tiefe durchgeführt worden.
Erste Rechnung: BP muss 69 Millionen an USA zahlen
Der Kampf gegen die Ölpest wird nach Einschätzung von BP noch lange dauern. «Wir müssen zugeben, dass dies erst der Anfang ist», sagte Hayward. «BP wird für eine sehr lange Zeit hierbleiben.»
Zum Stillstand gebracht werden kann der Ölfluss laut BP erst im August, wenn zwei Parallelbohrungen zum Grund der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresboden abgeschlossen sind.
Über sechs Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» breitet sich die Ölpest immer weiter aus. Der Ölteppich treibt jetzt bereits sechs Kilometer vor den Stränden an der Golfküste Floridas.
Die US-Regierung hat BP unterdessen eine erste Rechnung für die Hilfe staatlicher Stellen im Kampf gegen die Ölpest präsentiert. Sie beläuft sich auf 69 Millionen Dollar. Es wird allerdings nicht die letzte Rechnung sein. US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, er werde BP für alle Kosten in Zusammenhang mit der Ölpest heranziehen.
US-Regierung lehnt Atombombe gegen Öl ab
Seit Wochen geistert ein weiterer Vorschlag zur Bekämpfung der Ölpest durch die Medien - jetzt hat die US-Regierung sich dazu geäußert: Amerika werde die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko nicht mit einer Atombombe beschießen, um das Bohrloch zu schließen.
Eine nukleare Option sei niemals geplant gewesen und werde es auch niemals geben, sagte eine Sprecherin des US-Energieministeriums der New York Times. «Das wäre verrückt», zitiert die Zeitung einen Regierungsbeamten. Immer wieder tauchte seit Beginn der Ölkatastrophe die Mär von einem Atomeinsatz auf, zuletzt hatte ihn ein Energiefachmann ins Spiel gebracht. Angeblich habe die Sowjetunion vor Jahrzehnten leckende Gasquellen auf diese Weise geschlossen.
ped/iwi/reu/news.de/dpa/ap
Warum werden nicht die Manager, die das verbockt haben, mit Hochdruck in das Bohrloch geschossen? Die kleben doch auch mit Superkleber an ihrem Sessel, also warum nicht auch im Bohrloch? Außerdem schlägt man doch dann zwei Fliegen mit einer Klappe: Das Loch ist dicht, die Manager haben einmal in ihrem Leben etwas für die Umwelt getan.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd auf Top Cap folgt dann TOP FLOP... lächerlich!!!!
jetzt antwortenKommentar meldenDie bekommen das Leck bestimmt noch viel größer.. /Satiere Ende. Aber mal im Ernst; Warum führt man keinen Katheder so weit wie möglich ein, und bläst diesen zum Beispiel mit einen schnellhärtenden Bauschaum auf? Oder etwas ähnlichem. So eine Art wie ein künstlicher Herzinfarkt. Die 300 ATM sollten bei einen recht dünnen Katheder doch bestimmt zu bewältigen ein.
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