Erneuter Selbstmord bei Foxconn
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Ein weiterer Mitarbeiter des weltweit größten Elektronik-Herstellers Foxconn im südchinesischen Shenzhen hat Selbstmord begangen. Kurz nachdem das Mutterunternehmen versucht hatte, die Vorwürfe der schlechten Arbeitsbedingungen zu entkräften.
Der neue Todesfall bei Foxconn in Shenzhen ereignete sich nur wenige Stunden nachdem der Vorsitzende des taiwanesischen Mutterunternehmens Hon-Hai mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht hatte, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
In dem Werk hat es eine Serie von Selbstmorden gegeben. Es war der zehnte tödliche Zwischenfall und zwölfte Sturz dieser Art in der Fabrik seit Jahresanfang. Zwei Mitarbeiter wurden zudem bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt. Zuvor hatte der Hon-Hai-Chef Terry Kuo den Reportern das Unternehmen gezeigt, um Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen als Ursache zu entkräften.
Vor Mitternacht sprang dann allerdings wieder ein Beschäftigter vom Balkon des siebten Stocks eines Wohnheimes in den Tod, wie Augenzeugen beobachteten. Die Polizei sprach von einem Selbstmord. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell oder Sony.
Doch so erschreckend die Nachricht von der Selbstmorderie bei Foxconn auch ist: Alleine die große Mitarbeiterzahl - 300.000 Menschen arbeiten in der Fabrik in Shenzhen - bringt rein statistisch eine gewisse Anzahl von Selbstmorden mit sich. Legt man etwa die deutsche Selbstmordrate aus dem Jahr 2006, in dem sich 9765 Bundesbürger das Leben nahmen, zugrunde, und bezieht das auf die 300.000 Mitarbeiter der chinesischen Firma, ergeben sich 33,75 Selbstmorde pro Jahr als durchschnittlicher Wert. Zehn Selbstmörder innerhalb von fünf Monaten, das liegt also keineswegs über dem Durchschnitt.
sck/news.de/dpa
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