Millionen-Projekt zur Amok-Prävention
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Mit Investitionen in Höhe von mehr als 16 Millionen Euro für zusätzliche Kräfte bei der Polizei, in der Justiz und an Schulen reagiert Baden-Württemberg auf den Amoklauf von Winnenden im März 2009.
Wie die zuständigen Ressortminister am Mittwoch in Stuttgart mitteilten, werden als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden im vergangenen Frühjahr unter anderem 15 Internet-Experten zur Sicherung digitaler Spuren im Netz, zwölf Staatsanwälte, sechs Richter sowie nach und nach 100 zusätzliche Schulpsychologen eingestellt.
«Es gibt kein Patentrezept, um Amokläufe weniger wahrscheinlich zu machen», sagte Christoph Palm (CDU), der Vorsitzende des mittlerweile aufgelösten Sonderausschuss des Landtags von Baden-Württemberg zum Thema Winnenden. Es müsse mit einen Maßnahmenbündel reagiert werden. Erste wichtige Schritte seien getan.
Kultusministerin Marion Schick (CDU) appellierte an die Schulträger vor Ort, sich intensiv mit dem Thema Gewaltprävention auseinanderzusetzen. Es reiche nicht, über bauliche Veränderungen zu diskutieren. Sie wisse, dass viel geschehe. Sie wolle aber erreichen, dass «es niemand mehr an Schulen gibt, der sagt, er habe mit dem Thema nichts zu tun».
284 Amokdrohungen seit dem Drama von Winnenden
Die Landesregierung von Baden-Würrtemberg setzt auf das Gewaltpräventionsprogramm, das der norwegische Psychologe Dan Olweus bereits in den 80er Jahren entwickelt hat. Ziel sei es, «Gewalt deutlich zu vermeiden und die Beziehungen unter den Schülern spürbar zu verbessern», sagte Schick. Sie hoffe auf eine flächendeckende Umsetzung in längstens drei Jahren.
Mit den neuen Polizeiexperten reagiert die CDU/FDP-Koalition auf die Tatsache, dass «moderne Informations- und Kommunikationstechniken immer häufiger zur Begehung von Straftaten genutzt werden», sagte Innenminister Heribert Rech (CDU).
Seit dem Amoklauf am 11. März 2009 mit 16 Toten habe es 284 entsprechende Drohungen im Land gegeben, 78 davon über das Internet. Digitale Spurensicherung sei ein «komplexes Thema», erklärte Rech, weshalb auch in der Ausbildung zum mittleren und gehobenen Polizeidienst in Baden-Württemberg grundsätzlich Kenntnisse zur Bekämpfung von Internetkriminalität vermittelt würden. Rund 4000 Polizisten im Südwesten hätten in den vergangenen zwei Jahren außerdem fachspezifische Fortbildungen durchlaufen.
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Die Ursachen sind wohl eher im heutzutage (leider) fast schon alltäglich gewordenen labilen Elternhaus, Liebesentzug im Kindesalter, fehlende Aufmerksamkeit und falsch verstandene Erziehung im darauffolgenden Jugendalter zu suchen: die heile Familie ist in solchen modernen Zeiten die Ausnahme statt der Regel. Insofern bekämpfen die o.g. Maßnahmen von BW mal wieder nur die Symptome statt die Ursachen. Was wirklich helfen würde: mehr und qualifizierteres Personal für Jugendämter, mehr Aufmerksamkeit für "kaputte" Familien, mehr Kinder- und Jugendzentren, mehr Lehrer, weniger Schüler pro Klasse.
jetzt antwortenKommentar meldenIch empfehle vor Abgabe solcher unqualifizierten Kommentare ein bisschen zu recherchieren. Es gibt viele Bücher zum Thema. Die Psyche sowie die Beweggründe der Amokläufer wird darin genau erklärt. Solche Kommentare braucht man nicht !!!
jetzt antwortenKommentar meldenGibt es immer noch Leute die diesen Quatsch glauben ? Wenn das stimmen würde, müssten täglich Amokläufe stattfinden. Als ich Jugendlicher war (vor mehr als 30 Jahren) haben wir nur "Gewaltspiele" gemacht: Cowboy + Indianer, Krieg, Pirat ... Wir haben uns gegenseitig mit Pfeilen beschossen und mit selbst gebauten Degen gefochten und mit barbarischer Härte aufeinander eingeprügelt. Und niemand von uns ist Amok gelaufen. Einige meiner Kollegen spielen auch im "hohen" Alter noch irgendwelche Gewalt-Computerspiele. Auch von denen ist niemand Amok gelaufen.
jetzt antwortenKommentar meldenSolange Gewalt in Form von Computerspielen selbst Kindern zugänglich ist, muss man sich wohl nicht wundern, wenn hier die Anregung für reale Umsetzung von Gewalttaten ihre Ursache hat. Nicht alle können zwischen Spiel und gesellschaftlichen Normen unterscheiden. Es sollte ein generelles Verbot für derartig abartige Spiele geben und auch Filmen sollten Grenzen gesetzt werden. Die Perversion dieser Darstellungen bezahlen wir wieder in barer Münze und leider oft auch mit Menschenleben. Da sollten doch moralische Konsequenzen möglich sein.
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