Sa., 26.05.12

Ölkatastrophe 15.05.2010 Staatliche Zügel für die Ölriesen

Streit über Schuld an Ölkatastrophe voll entbrannt (Foto)
BP versucht weiterhin, die Lecks zu stopfen und das bislang austretende Öl abzupumpen. Bild: dpa

US-Präsident Obama will den Kuschelkurs zwischen den Ölkonzernen und der US-Aufsichtbehörde beenden. Damit sollen Bohrgenehmigungen ohne ausreichende Sicherheitspläne unterbunden werden. Derweil versucht BP weiter, die Lecks zu stopfen.

Es herrsche bisher ein viel zu «behagliches» Verhältnis zwischen der Aufsichtsbehörde MMS und den Ölunternehmen, sagte Obama am Freitag in Washington. Er habe seinen Innenminister Ken Salazar angewiesen, das System «von oben bis unten» zu reformieren - ungeachtet aller Widerstände durch die Ölindustrie. Es gebe Hinweise, dass die MMS Bohrgenehmigungen oft ohne ausreichende Sicherheitsprüfungen erteilt habe. «Das kann und wird nicht mehr passieren.»

Die Behörde steht wegen ihrer Rolle in der Öl-Katastrophe massiv unter Druck. Kritiker behaupten, die Öl-Plattform «Deepwater Horizon» sei genehmigt worden, ohne zu prüfen, ob die Sicherheitsvorkehrungen ausreichen. MMS habe sich allein auf Angaben des britischen Ölkonzerns BP verlassen.

Mehrere US-Medien berichteten am Freitag, die MMS habe in der Vergangenheit nicht nur unbedarft, sondern auch illegal Genehmigungen erteilt. In hunderten Fällen seien gesetzlich vorgeschriebene Umweltzulassungen nicht eingeholt worden. Zudem wurden die eigenen Biologen überstimmt, die vor Sicherheitsrisiken und Umweltgefahren warnten.

Ungeachtet der politischen Diskussion hat im Golf von Mexiko ein neuer Versuch begonnen, die Ölpest einzudämmen. Das Öl soll in 1500 Metern Tiefe direkt aus dem Hauptleck gesaugt werden. «Wir hoffen, dass es klappt. Es hat noch nie jemand versucht», sagte BP-Manager Doug Suttles. Er sei zuversichtlich, dass die Rohrleitung in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) installiert werden kann. Glückt der Versuch, könnten etwa 85 Prozent des austretenden Öls abgesaugt werden. Der Rest käme vorerst weiter aus einer zweiten undichten Stelle.

Missglückt das Unterfangen, will BP einen Stahlbetonzylinder auf das Rohr stülpen. Das in diesem Behälter aufgefangene Öl-Wasser-Gemisch würde ebenfalls auf ein Bohrschiff geleitet. Der etwa 1,50 Meter hohe Container steht schon auf dem Meeresboden.

Den Ölaustritt einzudämmen, gäbe den Einsatzkräften Zeit, sich stärker darauf zu konzentrieren, den Ölteppich auf dem Wasser abzusaugen, mit Chemikalien zu zersetzen oder abzufackeln. Bislang war es gelungen, schwerere Teile des Teppichs von den Küsten der anliegenden US-Bundesstaaten fernzuhalten.

cvd/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • whitedoggy
  • Kommentar 1
  • 16.05.2010 13:26
 

Hübsch dass wenigstens einer anfängt sich Gedanken zu machen, aber wer macht sich Gedanken um die weltweit stattfindenden Bohrungen in internationalen Gewässern?? Müssen wir jetzt hoffen dass diese Ölpest noch möglichst lange anhält um endlich vernünftige Randbedingungen zu fordern und international zu etablieren? Was ist mit Afrikas Küstengewässern, was im totalen Nichts mitten auf den Weltmeeren?! Ich mag nicht drüber nachdenken - es wird aber mehr als Zeit! Welcher Prozentsatz der Weltbevölkerung ist auf eine Versorgung mit Frischfisch angewiesen und damit meine ich nicht Fischstäbchen...

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