Von Marc Strehler und Andrea Löbbecke
Siebeneinhalb Jahre für das Mitglied, vier Jahre für den Sympathisanten. Die beiden wegen Mordes angeklagten Hells Angels müssen ins Gefängnis. Der Hauptverdächtige ist noch immer flüchtig. Knapp 400 Rocker belagerten derweil das Gericht in Kaiserslautern.
Es war ein Revierkampf im Rockermilieu, der für ein führendes Mitglied des Motorrad-Clubs Outlaws tödlich endete: Zwei 29 und 43 Jahre alte Anhänger der Hells Angels sind zu siebeneinhalb und vier Jahren Haft verurteilt worden.
Das Landgericht Kaiserslautern sah den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Mordvorwurf allerdings nicht als erwiesen an. Es entschied auf Körperverletzung mit Todesfolge. «Die Kammer geht nicht davon aus, dass es sich hier um einen von langer Hand geplanten Mordanschlag handelte», sagte der Richter.
Seinen Worten zufolge sollte der Outlaw «aufgemischt» werden, um den Gebietsansprüchen der Hells Angels in der Region Donnersberg (Rheinland-Pfalz) Nachdruck zu verleihen. Während der Urteilsverkündung blieb es im Gerichtssaal ruhig. Jeweils rund ein Dutzend Anhänger der beiden verfeindeten Motorrad-Clubs saßen im Zuschauerraum, von einer menschlichen Mauer aus Polizisten getrennt. Auch der letzte Tag des Prozesses, der seit Dezember lief, stand im Zeichen starker Sicherheitsvorkehrungen.
Messerstecher ist auf der Flucht
Der 45 Jahre alte Präsident der neugegründeten Outlaws-Einheit Donnersberg war am 26. Juni 2009 spätabends auf einer Landstraße bei Stetten auf seinem Motorrad gestoppt und erstochen worden. Die tödlichen Verletzungen soll ihm ein dritter, noch flüchtiger Hells Angel verpasst haben - im Exzess, wie es der Richter ausdrückte. Der 27-Jährige ist bis heute laut Staatsanwaltschaft «wie vom Erdboden verschwunden».
Der 43 Jahre alte Angeklagte war nach der Tat zur Polizei gegangen und hatte sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt. Er wurde wegen Beihilfe zur Körperverletzung mit Todesfolge und unter anderem auch wegen Nötigung zu vier Jahren Haft verurteilt. Der 29 Jahre alte Angeklagte muss wegen Körperverletzung mit Todesfolge, Nötigung und Beteiligung an einer Schlägerei siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.
Der ältere Angeklagte hatte am Tatabend den Wagen gefahren, mit dem der Outlaw gestoppt worden war. Zuvor hatte sich das Hells- Angels-Trio an einem Outlaw-Treffpunkt auf die Lauer gelegt. Der 29- Jährige und der dritte Täter hätten den Outlaw dann vom Motorrad gezogen, sagte der Richter. Als ein Taxi kam, hätten sie sich kurz im Straßengraben versteckt. Der Outlaw-Präsident rappelte sich auf und wollte auf seinem Motorrad fliehen. Dann versetzte ihm der 27-Jährige die tödlichen Stiche, so der Richter. Die Kutte des Outlaw - Weste mit Rockerclub-Emblem - nahmen die Täter als Trophäe mit.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes gefordert, die Verteidigung Haftstrafen von maximal drei beziehungsweise vier Jahren. Oberstaatsanwalt Hans Bachmann sagte nach dem Urteil: «Ich verrate kein Geheimnis, dass die Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht glücklich ist.» Er kündigte wie auch der Vertreter der Nebenklage an, Revision einzulegen.
Werden die Rockerbanden verboten?
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will sich mit seinen Länderkollegen über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Organisierte Kriminalität durch Rockerbanden auf der Innenministerkonferenz Ende Mai abstimmen. Der CDU-Politiker sagte der Leipziger Volkszeitung zur Frage eines nationalen Verbots der Rockerclubs «Bandidos» oder «Hells Angels»: «Wir werden bei der Innenministerkonferenz darüber reden. Wenn, dann wird gehandelt, aber nicht vorher angekündigt.»
Es tröste ihn nicht, dass ein großer Teil der von diesen Banden ausgeübten Gewalt sich gegen die gegnerischen Gruppen richte, sagte der Innenminister weiter. «Auch eine solche Form von Organisierter Kriminalität wollen wir nicht in unserem Land.»
Nach dem Verbot gewalttätiger Rockerclubs der «Hells Angels» und «Bandidos» in Schleswig-Holstein wird wieder verstärkt über ein deutschlandweites Vorgehen nachgedacht. Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte sich für ein bundeseinheitliches Verbot ausgesprochen.
Der Leiter des Hamburger Landeskriminalamts (LKA), Reinhard Chedor, plädiert ebenfalls für ein restriktives Vorgehen, hat jedoch zugleich Bedenken. Das Vereinsrecht stelle an ein Verbot hohe Anforderungen, sagte er. So müsse nachgewiesen werden, dass der Club «verfassungsfeindliche Ziele verfolgt oder zur Begehung von Straftaten besteht», hatte er dem «Spiegel» gesagt. Hamburg hatte 1983 als erstes Bundesland die «Hells Angels» verboten.
ped/news.de/dpa/ddp
Was seh' ich da, ich traue meinen Augen kaum, der Longus beim Versuch einen Kommentar unter Einhaltung von so spießbürgerlicher Grammtik zu formulieren und bis auf den einzigen Beistrichfehler (gut bei einem Beistrich eine Trefferquote von 100%) und der Schreibung des Namens einer der dunkelsten Leuchten der CDU, Maizière, für's erste Mal schon ganz gut. Nur, wenn man selbst sonst am liebsten modern abseits jeder Grammatik polemisiert dann sollte man nicht mangels Einfällen nur an den Ausführungen Anderer rummäkeln, Herr Oberlehrer!
jetzt antwortenKommentar meldenLerne erstmal richtig Schreiben, bevor Du dich über die Gehirne anderer Menschen lächerlich machst. Auch wenn ich de Maiziére selber nicht besonders leiden kann.
jetzt antwortenKommentar meldenich gebe hier zu nur ein Lächeln was der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will er sollte mal tief in sein gehirn schauen und mal wirklich nachdenken was er vorhat.Es wird immer Krieg geben zwischen beide Rockerbanden.nur wen alle H.A und Banditos die kutten niederlegen und es wirklich auseinandersetzungen gibt was schicken die den dahin??bis jetzt kamm immer das SEK wen die sich angriffen.grübel normale polizei mit 2mann besatzung Lach jaja unser Thomas de Maizière wieder einer der sein gehirn mit der Mistgabel bekommen hat.
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