Sa., 26.05.12

«Local is lekker» 23.04.2010 Südafrika mit allen Sinnen entdecken

Mopane-Wurm (Foto)
Die Mopane-Raupe gilt in Südafrika als beliebter Snack und findet auch in vielen Gerichten Verwendung. Bild: news.de

Von news.de-Mitarbeiterin Katharina Fink

Für Südafrikaner ist Kochen mehr als nur eine Mahlzeit zubereiten. Die Küche des Landes ist ein kultureller Schmelztiegel und steckt voller Geschichten. Mit einfachen Rezepten holen Sie sich den «South African Flavour» nach Hause.

Bobotie, Cape Malay Curry, Chakalaka, Pap, Bunny Chow und Koeksisters. Das südafrikanische Sprichwort «Local is lekker» wird von den Einheimischen gern benutzt, um ihre Zuneigung zu ihrem Land und ihrer Region auszudrücken. Und das passt kaum irgendwo so gut wie im Kulinarischen. Mit einem Ausflug durch Südafrikas Küche lässt sich die Vielfalt des Landes bestens erkunden.

Für all jene, die zur Fußball-Weltmeisterschaft nicht selbst ins Flugzeug steigen können, um das Land vor Ort mit allen Sinnen zu erfahren, bietet sich ein afrikanischer Kochexkurs an. Holen Sie sich den «South African Flavour» nach Hause - mit einer Auswahl typischer südafrikanischer Gerichte, die Lust auf mehr machen und einfach nachzukochen sind.

Die südafrikanische Küche ist ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Einflüsse. Kochen als Kulturtechnik und Ausdruck von Identität, Genuss und Lebensfreude verbindet die Menschen - egal, wie gewaltsam in der Vergangenheit versucht wurde, die vollständige Trennung in allen Bereichen durchzusetzen.

Brot aus Deutschland und Würmer im Eintopf

Ab dem 15. Jahrhundert besetzten die Europäer das heutige Südafrika. Zunächst die Portugiesen, dann die Holländer und Engländer. Sklaven und freiwillige Einwanderer aus Afrika und Asien brachten ebenfalls ihre Kultur mit. So findet man überall im Land afrikanische Restaurants neben portugiesischen Kaffeehäusern, italienische Pizzerien neben indischen Curry-Lokalen. Auch an German Bakeries mangelt es nicht, und auf der Straße bieten Händler Essen aus allen Ecken der Welt an.

Die afrikanische Küche erzählt von Tradition und Moderne und von der Liebe zum Land und seinen Produkten. Sie ist vielfältig und eine ausgiebige Geschmacksreise wert, ob in den Sterne-Restaurants in Kapstadt und Umgebung oder an der Imbissbude am Straßenrand. Versuchen Sie doch einmal den würzigen Spinat mit Erdnüssen, dazu den allgegenwärtigen Pap, einen Polenta-ähnlichen Brei aus Maismehl, gegrilltem Fleisch und der beliebten Würzsoße Chakalaka.

Wer es lieber ungewöhnlich mag, sollte den traditionellen Stew aus in Tomaten simmernden Mopane-Würmern probieren. Dazu schmecken Pap oder afrikanische Klöße.

Bunny Chow und Chicken Curry

Ein Bobotie wiederum, der beliebte Hackfleischauflauf mit Milchkruste, der gern mit Reis und Chutney serviert wird, erzählt von einer anderen Epoche der südafrikanischen Geschichte. Dabei geht es um jene Einwanderer aus Malaysia, die ab dem 17. Jahrhundert zunächst als Gefangene ans Kap der Guten Hoffnung kamen. Typisch für die Ostküste Südafrikas und die dort meist aus Asien stammenden Einwohner sind die würzigen Curries. Kein Spaziergang durch Durban kommt ohne den Besuch eines Curry-Restaurants aus.

Ein Klassiker ist das Chicken Curry, dessen Zutaten in einer cremigen Tomatensauce vereint werden. Fast jede Familie ist stolz auf ihre eigene Abwandlung dieses Gerichts. Dazu passt stilecht ein Roti-Fladenbrot. «Truly South African» ist der vor allem an der Küste KwaZuluNatals beliebte Snack Bunny Chow. Sogar ein Film führt diese Spezialität als Titel.

Ein anderes Gericht ist als Fast Food schnell zubereitet: Ein Toastbrot halbieren oder vierteln, Innenleben entfernen, Curry in den Brotlaib einfüllen und genießen. Am besten mit Freunden.

Südafrikaner lieben Süßes

Südafrikanische Küche ist Kunst und kommunikatives Erlebnis gleichermaßen. Gastfreundschaft und Gemeinschaft gehören dazu. Zu allen Gerichten passt ein Wein aus den südafrikanischen Anbaugebieten rund um das Kap der Guten Hoffnung oder auch jene Cider-Getränke, die sich selbst in deutschen Bars und Clubs großer Beliebtheit erfreuen.

Als Nachtisch empfiehlt sich die Milk Tart. Sie ist cremig und gehaltvoll, ein krönender Abschluss eines interkulturellen Geschmackserlebnisses. Oder wie wäre es mit den Pumpkin Fritters? Dabei handelt es sich um eine warme Dessert-Spezialität aus Butternut, einem südafrikanischen Kürbis, sowie Ingwer, Zimt und Karamellsauce.

Wer nun gar nicht mehr ohne südafrikanisches Essen sein kann, dem ist auch für unterwegs geholfen: Rusks, süß-würzige Kekse, sind seit der Zeit der Burentrecks durchs Land nicht mehr aus dem lokalen Repertoire wegzudenken und füllen in den verschiedensten Geschmacksvariationen die Regale der Supermärkte. Sie sind lange haltbar, daher auch bestens für die Fahrt zum Büro geeignet, und versüßen die Kaffee- oder Rooibosteepause auf der Arbeit. Aus dem heimischen Ofen sind sie natürlich am besten. Denn nicht nur «local», sondern auch home-made ist «lekker».

In diesem Sinne: Guten Appetit!

mas/iwi/reu/news.de
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