Sa., 26.05.12

Hells-Angels-Prozess 21.04.2010 Einer der Höllenengel schweigt

Prozess gegen zwei Hells- Angels-Mitglieder  (Foto)
Die Plädoyers im Prozess gegen zwei Hells-Angels-Mitglieder haben begonnen. Bild: ddp

Wenn es nach der Staatsanwaltschaft geht, sollen sie sehr lange in den Knast. In Kaiserslautern sind zwei Hells Angels angeklagt, das Mitglied einer rivalisierenden Bande ermordet zu haben.

Deb 29 Jahre alten Angeklagte will die Anklage lebenslang im Gefängnis sehen, für den 43-jährigen Mittäter, der als Kronzeuge ausgesagt hatte, forderte sie zwölf Jahre Haft. Die beiden Männer sollen gemeinsam mit einem dritten, noch flüchtigen Hells Angel im Juni 2009 auf einer Landstraße bei Stetten in Rheinland-Pfalz ein Mitglied der rivalisierenden Outlaws mit einem Auto vom Motorrad gestoßen, den Mann dann zusammengeschlagen und schließlich erstochen haben.

Im Plädoyer stützte sich der Oberstaatsanwalt nach eigenen Angaben weitestgehend auf die Aussagen des Kronzeugen, sofern diese durch Beweise untermauert werden konnten. Zudem wirkte sich für den 43-Jährigen strafmildernd aus, dass er sich der Polizei gestellt hatte.

Am Vormittag war noch ein kurzfristig eingeladener Gutachter befragt worden, der Aussagen zu Bremsspuren des Motorrades am Tatort machte. Er sollte Angaben aus seinem erst kürzlich verfassten Gutachten erklären, die teilweise nicht mit denen eines Kollegen kurz nach der Tat übereinstimmten.

Der Kronzeuge hatte im Prozess, der seit Dezember läuft, die Hauptschuld für den Mord dem noch flüchtigen Verdächtigen und dem anderen Angeklagten zugewiesen. Von sich selbst behauptete er, bis zum Zeitpunkt der Tat nicht gewusst zu haben, dass jemand umgebracht werden sollte und dies auch nicht gewollt zu haben. Der jüngere Angeklagte hatte dagegen vor und während des gesamten Prozesses geschwiegen. Ein Urteil wird für den 4. Mai erwartet.

tfa/iwi/news.de/ddp
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