Sa., 26.05.12

Nach Vulkanausbruch 15.04.2010 Aschewolke legt deutsche Flughäfen lahm

Isländischer Vulkan stoppt internationalen Flugverkehr (Foto)
In der unmittelbaren Umgebung des Vulkans mussten mehr als 700 Anwohner zum zweiten Mal ihre Häuser verlassen. Bild: dpa

Nach dem Ausbruch eines isländischen Vulkans hat die Flugsicherung den gesamten Luftraum über Norddeutschland gesperrt. Betroffen sind neben Hamburg, Hannover, Bremen und Rostock auch die beiden Flughäfen in Berlin.

Nach dem Vulkanausbruch in Island ist am Donnerstagabend auch der Luftraum über Deutschland teilweise gesperrt worden. Die Flughäfen in Hamburg, Berlin, Bremen und Hannover stellten alle Starts und Landungen ein, nachdem Ausläufer der von dem Vulkan Eyjafjallajökull ausgestoßenen Aschewolke den norddeutschen Luftraum erreichten. Die Regelung auf Anweisung der Deutschen Flugsicherung (DFS) galt zunächst für den Abend bis zum Morgen um 8 Uhr. Am (morgigen) Freitag könnten weitere Flughäfen betroffen sein.

Wegen der Gefahr einer neuen Flutwelle im Gebiet des Vulkans Eyjafjallajökull werden derzeit Hunderte von Anwohnern evakuiert. Das teilten Mitarbeiter des isländischen Katastrophenschutzes am Abend in Reykjavik mit. Am Fuße des Vulkans würden 700 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Eyjafjallajökull ist am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ausgebrochen. Er schleuderte riesige Aschewolken in die Luft.

Die Ausläufer der Aschewolke bewegten sich am Abend vom Norden in Richtung Süden, sagte DFS-Sprecherin Kristina Kelek. Ob am Morgen weitere Flughäfen, darunter auch Frankfurt am Main, betroffen sein würden, sei nicht auszuschließen, aber auch nicht vorherzusagen. Passagiere wurden gebeten, sich im Internet zu informieren und bei ihren Fluggesellschaften nachzufragen.

Die ganze Nacht wollten den Angaben zufolge bei der DFS Experten tagen und die Wetterdaten ständig analysieren. Kelek sagte, der Luftraum sei nicht geschlossen, sondern es sei eine sogenannte Null-Regulierung getroffen worden, nach der keine Starts und keine Landungen erlaubt seien. Diese Regelung könne leichter wieder aufgehoben werden, wenn sich die Wetterlage ändern sollte, und sei damit flexibler zu handhaben.

Verlauf nur schwer vorhersagbar

Denn es sei auch möglich, dass die Ausläufer der Wolke bei geändertem Wind in eine andere Richtung abzögen, sagte Kelek. Grundsätzlich werde mit Sperrungen nicht gewartet, bis die Wolke einen Luftraum erreicht habe; schon vorher würden Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

In Hamburg galt die Regelung ab 20 Uhr, auf den beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel ab 20.30 Uhr. In Berlin waren 55 Starts und Landungen betroffen, sagte Flughafensprecher Leif Erichsen.

Die gewaltige Aschewolke aus dem Vulkan Eyjafjallajökull hat den Luftverkehr im gesamten nördlichen Europa am Donnerstag ausgebremst wie kein Ereignis seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Der Luftraum Großbritanniens, Irlands, Belgiens, Dänemarks, Schwedens und Norwegens wurde gesperrt. Der größte europäische Flughafen London-Heathrow machte komplett dicht, ebenso Airports in Frankreich sowie in Brüssel und Kopenhagen. Zehntausende Passagiere saßen fest. In Deutschland wurden mehr als 350 Flüge abgesagt.

Keine Freigaben für Flüge unter der Aschewolke

Das Bundesverkehrsministerium wies die Flugsicherung an, keine Freigaben für Flüge in von der Aschewolke betroffene Gebiete zu erteilen. Starts und Landungen an den örtlich gelegenen Flughäfen seien damit für den Gefährdungszeitraum nicht möglich, erklärte das Ministerium am Donnerstagabend. Die Informationen über die betroffenen Luftraumbereiche und Gefährdungszeiten erhalte die Flugsicherung vom Deutschen Wetterdienst.

Im Gegensatz zu einer starren Luftraumsperrung könnten mit diesem Verfahren die Auswirkungen auf den Gesamtluftverkehr so gering wie notwendig gehalten werden. Vorgesehen seien zeitlich und örtlich zugeschnittene Maßnahmen.

cvd/news.de/ap
Leserkommentare (4) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • klartext
  • Kommentar 4
  • 18.04.2010 19:18
 Antwort auf Kommentar 3

So viel Dummheit tut weh !

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  • KlausDieter
  • Kommentar 3
  • 18.04.2010 17:18
 

IHR HABT ALLE EINEN AN DER SCHÜSSEL vergrabt euch mal schön in eurem Keller wir sehn uns wenn sie Sonne wieder scheint.

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  • klartext
  • Kommentar 2
  • 17.04.2010 21:30
 

Als ich vor Jahren im Rahmen meines Studiums geologische Karten studierte war mir klar. daß wir am Anfang größerer geologischer Ereignisse stehen. Wenn inzwischen auch einige Jahre vergangen sind, (In der geologischen Zeitrechnung ein Nichts !) ist dieser "Anfang" offensichtlich weiter fortgeschritten als erwartet, wie aus vielen Ereignissen zu erkennen ist. Man sollte zur Kenntnis nehmen daß auch in Deutschland (Eifel, etc.) Österreich, Italien etc. viele schlafende Vulkane sind, die sehr schnell ativ werden können. Wir sollten Demut vor der Natur haben und ehrlich zum Schöpfer beten.

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  • Christian Kraus
  • Kommentar 1
  • 16.04.2010 21:40
 

Vulkane sind so ne Sache-wie Erdbeben/Seebeben und alles was die Natur so auf der Palette hat! Als ich- lange Zeit zurückliegend - in einem Referat genau so ein Szenario versuchte zu erklären (und das es jederzeit und überall passieren könnte) wurde ich belächelt und die Presse sprach von Weltuntergang! Allmählich aber werde ich respektiert- und die damaligen Kritiker sind zum Teil gestorben-andere habe ich überzeugt und diese sind jetzt auf meiner Linie.Was ist, wenn der Eyja (mein Kurzwort)weiterhin aktiv bleibt oder sogar noch stärker....na dann-gute Nacht EUROPA-die Natur braucht uns nicht

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