Von news.de-Redakteur Karsten Busch
Noch ein bisschen Spiritus auf die heißen Kohlen, die Flammen mit Bier löschen und ordentlich Marinade in die Glut tropfen lassen - wer lecker und entspannt grillen will, macht es anders.
Es ist nicht auszurotten, allen Warnungen und Berichten über böse Unfälle zum Trotz: Immer wieder werden Spiritus oder andere Brandbeschleuniger auf glühende Kohlen oder in die Flammen gekippt oder gespritzt, um das Feuer anzufachen oder nachgelegte Kohlen schneller zum Glühen zu bringen.
Oft geht es ja auch gut, doch oft genug entstehen auch Stichflammen oder Verpuffungen. Diese verletzten nicht nur die leichtsinnigen Grillmeister, sondern auch die Umstehenden und das teils schwer. Grillexperten raten daher entweder zu festen Grillanzündern, Heißluftpistole oder Anzündkamien - kleinen Metallzylindern, in denen die Kohle zunächst erhitzt wird.
Qualmendes Gift
Eigentlich steht es auf jeder Packung Grillkohle: Die Holzkohle oder Briketts müssen ordentlich durchglühen und mit einer weißen Ascheschicht bedeckt sein, bevor mit dem Grillen begonnen werden kann. Denn bis dahin steigen vom schwelenden Brennmaterial giftige Dämpfe auf. Die sind krebserregend und gelangen bei ungeduldigen Grillmeistern in das Grillgut und so direkt in den Körper. Auch das Einatmen der Dämpfe ist schädlich - genug Abstand zu einem frisch angezündeten Grill ist also für alle Anwesenden ratsam.
Auch das beliebte «Bieren» des Grillguts steht in Verruf, krebserregende Dämpfe zu erzeugen. Grillweltmeister Hans-Joachim Fuchs rät von dieser «Unsitte» ab. Polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe seien es, die so freigesetzt würden und sich krebsfördernd auswirken könnten.
Geschmackskiller
Nicht nur die Gesundheit, auch den Geschmack kann man sich durch laienhaftes Grillen verderben. Deshalb ist zum Beispiel von flüssigem Grillanzünder abzuraten, selbst, wenn man ihn nur vorschriftsmäßig zum ersten Anzünden einsetzt. Brennt der Anzünder nicht restlos ab, wird er nämlich den Geschmack der Steaks verderben. Wer Papier oder Pappe zum Anzünden nimmt, bekommt schon bei leichtem Wind deren feine Überreste auf die Würste geweht - auch nicht gerade appetitlich.
Mariniertes Fleisch ist lecker, aber dazu muss es nicht vor Marinade triefen. Diese sollte eingezogen sein, wenn das Grillgut auf den Rost kommt. Denn auf glühende Kohlen tropfende Würzsoße erzeugt nur Qualm.
Grundsätzlich kann sich und seinen Nachbarn den lästigen Qualm übrigens ersparen, wer Alufolie oder Grillschalen unterlegt – oder gleich den unromantischen Elektrogrill einstöpselt.
iwi/news.de