Sa., 26.05.12

Unbewusst schwanger? 09.04.2010 Unmöglich, das Ungetüm zu ignorieren

Isabelle Wiedemeier (Foto)
news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Jetzt ist es ein 14-jähriges Mädchen, das ihr Kind beim Toilettengang bekommen hat. Nichts will sie gewusst haben. Da bleibt nur eine Erklärung: Die Kleine hat alles verdrängt. Solche Fälle gibt es immer wieder, und es ist ja auch verständlich. Aber trotzdem unfassbar.

Es ist wie eine dieser modernen Großstadtsagen. Irgendwo hat mal wieder eine Frau ein Kind bekommen, einfach so, ohne überhaupt mitgekriegt zu haben, dass sie es im Bauch hatte. Jede, die schon mal schwanger war (und es bemerkt hat), ist überzeugt: Das kann so wenig sein, wie eine Giftschlange, die plötzlich aus der Toilette gleitet.

Es wächst ja nicht nur die Oberweite, der Bauch prescht vor, man ist so unglaublich müde, hat ständig Durst und muss dauernd futtern gegen die Übelkeit. Das alles könnte ja noch diverse andere Gründe haben. Aber irgendwann tritt, trampelt und schluckauft es in einer Tour im eigenen Leib. Blähungen? Seit wann haben die Füße und Ellbogen und wälzen sich durch den gesamten Bauchraum? Auf dem Rücken liegen geht gar nicht mehr, weil das Baby auf irgendeine wichtige Arterie drückt, in den Magen passt auch nichts mehr rein, weil das Ungetüm den Bauch für sich will. Und wer sich statt einmal plötzlich zehnmal pro Nacht aus dem Bett und auf die Toilette hieven muss, könnte auch argwöhnisch werden.

Aber jetzt ist die Großstadtsage auch für mich wahr geworden. Zum ersten Mal höre ich es nicht irgendwo, sondern es ist die Freundin eines Kumpels, die einfach so ein Baby bekommen hat. Sie leidet unter einer Krankheit, die das Kinderkriegen eigentlich unmöglich macht. Doch dann war es plötzlich da.

Es passiert also. Ja, es kommt vor. Genauso, wie in manchen Gegenden der Welt auch schon mal eine Schlange durch die Kanalisation in den Abort gelangt. Verdrängung ist das Stichwort, unter dem sich so einiges Unfassbare im menschlichen Verhalten subsumieren lässt. Die Psyche ist eben manchmal stärker als die Wirklichkeit, da kommt auch Sexualaufklärung nicht gegen an. Aber glauben kann ich es trotzdem erst, wenn es mir selbst passiert.

mik/ped/reu/news.de
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige