Sa., 26.05.12

Odenwaldschule 07.04.2010 Lehrer ignorieren Schmerzensschreie

Odenwaldschule (Foto)
Bis in die 1990er Jahre hinein soll es zu Missbrauchsvällen in der renomierten Odenwaldschule gekommen sein. Bild: ap

Die Genitalien der Kinder wurden verbrüht und versengt. Bis in die 1990er Jahre haben Lehrer ihre Schüler an der Odenwaldschule missbraucht. Nun leitet die Staatsanwaltschaft zehn Ermittlungsverfahren gegen die Täter ein.

Vor etwa vier Wochen waren erstmals Fälle von sexuellem Missbrauch an der Odenwaldschule im südhessischen Heppenheim bekanntgeworden, die jedoch meist Jahrzehnte zurücklagen. Die Privatschule zählt zu den bekanntesten Einrichtungen der Reformpädagogik in Deutschland und besteht seit knapp 100 Jahren.

Die Rektorin der Heppenheimer Odenwaldschule hat nun in einem Zeitungsinterview von «furchtbaren Misshandlungen» an Schülern berichtet. «Das sprengt unsere Vorstellungskraft», sagte Margarita Kaufmann der Frankfurter Rundschau laut Vorabmeldung. Die Vorfälle reichten bis weit in die 1990er Jahre hinein. Kaufmann sagte dem Blatt zufolge, zu den Misshandlungen habe das Versengen und Verbrühen von Genitalien gehört. Minderjährige seien von Schulkameraden als «Sandsack missbraucht» und vor anderen erniedrigt worden. Ein ehemaliger Schüler habe die Vorfälle mit der filmischen Gewaltorgie Clockwork Orange (Uhrwerk Orange) von Stanley Kubrick verglichen.

Laut FR sollen mehrere Schüler einen Vorfall beschrieben haben, bei dem ein gefesselter Schüler von Mitschülern mit einer Banane vergewaltigt worden sei und der verantwortliche Lehrer untätig daneben gestanden habe. Demselben Lehrer werde auch vorgeworfen, an der Odenwaldschule Jungen und Mädchen missbraucht zu haben. Er war bis 1999 an der Schule. «Ich frage mich, wie das passiert sein kann, ohne dass Lehrer die schrecklichen Schmerzensschreie gehört haben», wurde Kaufmann zitiert.

Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt zehn Ermittlungsverfahren. In neun Fällen gehe es um sexuellen Missbrauch von Lehrern an Schülern, sagte ein Sprecher der Behörde. Gegen den früheren Schulrektor Wolfgang Harder werde wegen möglicher Strafvereitelung ermittelt. Zwei der Beschuldigten seien schon gestorben. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien die Taten verjährt, sagte der Sprecher. Neue Sachverhalte würden aber geprüft. Die jüngsten Berichte ehemaliger Schüler mit neuen Missbrauchsvorwürfen liegen der Staatsanwaltschaft bislang nicht vor.

Das Kultusministerium soll schon seit 1998 von den Vorwürfen gewusst haben

Bei der Darmstädter Staatsanwaltschaft laufen mehrere Ermittlungsverfahren gegen Lehrer der Odenwaldschule wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Schülern. Nach Informationen der Zeitung wusste das hessische Kultusministerium weitaus früher über den Missbrauch an der Unesco-Modellschule als bislang bekannt.

So habe der damalige Kultusminister Hartmut Holzapfel (SPD) bereits seit August 1998 von den Vorwürfen gegen den ehemaligen Rektor der Odenwaldschule, Gerold Becker, gewusst - er wird heute als Haupttäter verdächtigt. Trotzdem sei dieser bis November 1999 offiziell Berater des Ministeriums gewesen.

tfa/iwe/news.de/ap/dpa
Leserkommentare (11) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Michael Hahne
  • Kommentar 11
  • 09.04.2010 02:51
 

Interessant,dass dieser Artikeel als letzter erscheint, nach Vaginalstraffung , Sorgenfalten und Geoge Cloony. Alles ist wichtiger als unsere Kinder....Promis, Lifestyle und zum Schlúss, wo keiner mehr hinguckt unsere Zukunft- die Kinder... vergewaltigt von denen , den wir sie anvertrauen. Ich könnte kotzen!!!!

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 10
  • 08.04.2010 17:42
 Antwort auf Kommentar 9

Also an die irdische Gerechtigkeit glaube ich auch nicht mehr - leider. Und mein Wunsch, ins Purgatorium mit dem Gesockse wird wohl auch nicht in Erfüllung gehen. Irgend etwas muss ich mir einfallen lassen, denn es nützt nicht, wenn du dir selbst versprichst, das durch dich nicht Elend und Verkommenheit in die Welt gebracht wird. Man muss die Verkommenheit - auch die scheinheilige - zumindest bekämpfen. Das versteht allerdings meine Frau überhaupt nicht. Vielleicht werde ich doch noch in die Politik gehen, obwohl mich auch dies anwidert.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 9
  • 08.04.2010 17:07
 

Da "oben" die Fehler gleich welchem Buch und welcher Gläubigkeit verziehen werden, setzt man hier gleiches voraus, beansprucht für sich selbstredend Fehlerfreiheit und einhergehend natürlich Straffreiheit, und versucht jegliche Kritik schon im Ansatz zu unterbinden. So habe ich das jedenfalls dem Schreiben einer Dame aus dem weiteren Familienkreis entnehmen können. Mir ist erst mal die Spucke weg geblieben. Deutschland ist voll davon.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 8
  • 08.04.2010 17:03
 Antwort auf Kommentar 7

Interessant an der Angelegenheit ist auch die Tatsache, dass sich vermutlich wieder so etwa 50 % der Täter im Alltag als Strenggläubige gleich welcher Religion und pflichtbewußte Mitbürger präsentieren. Da offenbart sich im Hinblick auf die Realität die Schizophrenie deren Verhaltens, das wohl wie folgt ablaufen muss: Mit der Umsetzung des Glaubens auf Erden klappt es nicht, folglich sucht man sich zur Idealisierung etwas Überirdisches, das den richtigen Umgang mit den eigenen Fehlern durch den Erlass der Sünden garantiert. Das wiederum überträgt man auf den irdischen Alltag.

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 7
  • 08.04.2010 12:29
 Antwort auf Kommentar 5

Über Schuldverschiebung habe ich nichts gesagt. Aber es gibt nun mal geborene und gekorene Kinderschänder. Und wenn beide Schutz bei Institutionen erhalten, von denen man das Gegenteil erwartet, näml. z.B. Strafverfolgung, dann muss im Bewusstsein der Institution einiges im Argen liegen. Mein Grundsatz - wenn alle anders handeln, als es zu erwarten ist, dann ist etwas anderes oberfaul - hat sich jedenfalls bei mir bewährt und seltsame Verwebungen aufgedeckt. Beisp.: Finanzkrise, alle Banken sind mir nichts dir nichts pleite und kein Staatsanwalt fragt nach Konkursverschleppung.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 6
  • 07.04.2010 23:10
 Antwort auf Kommentar 3

Sie sind aber sehr anspruchsvoll. Was erwarten Sie denn von Leuten, die es für ihre politische Hauptaufgabe halten, sich die Taschen voll zu stopfen und rechtlichen Freiraum zu schaffen für ihre Tätigkeiten als Kindesmisshandler? Oder wie sonst wollen Sie die bekannte und ersichtlich werdende Untätigkeit unserer Staatsdiener bis hin zu den Staatsanwaltschaften in solchen Angelegenheiten erklären? Was wirklich neu ist, ist die in Gang gekommene Bewegung bei den bekannt gewordenen Fällen der gesamten Misere.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 5
  • 07.04.2010 22:58
 Antwort auf Kommentar 4

Die Sache nur auf die Linken zu schieben, halte ich für einfallslos. Wir können ja mal Wetten abschließen, wie viele Kindervögler auf jeder Seite vertreten sind. Man meinen Lebenserfahrungen teilt sich immer alles so bei 50 % einschließlich kleiner Abweichungen nach der einen oder anderen Seite. Schau`n wir mal. Von Herrn Kachelmann hört man auf einmal überhaupt nichts mehr. Ist der plötzlich und unerwartet und in aller Stille in U-Haft gestorben, oder hat man ihn klammheimlich laufen lassen, weil sich die Sache als vorsätzlich falsches und abgekartetes Spiel entpuppt hätte???

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  • RAGNAROEKR
  • Kommentar 4
  • 07.04.2010 18:08
 Antwort auf Kommentar 2

Die Strafverfolger sind außer Gefecht. Diese Szene hat und arbeitet mit Kassibern - immer genug in der Hinterhand. Das ganze begann doch mit dem langen Marsch durch die Institutionen, die die Chaoten-Linke antrat. Daneben wurde eine Reformpädagogik (Summerhill, usw.) beworben, die den Kindersex direkt politisch forderte und - wohl auch tatsächlich umsetzte. Hinzu trat die sexuelle Befreiung, die nur Hemmungslosigkeit war. Und schon damals kaum Widerspruch und schon gar kein Widerstand. Daher wurden Typen mit einschlägigen Neigungen an die Macht gespült, wobei die Staatsmoral untergraben wurde

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  • Alexa Rostoska
  • Kommentar 3
  • 07.04.2010 15:10
 

Es müssen Anlaufstellen eingerichtet werden , wo sich Mißbrauchs-Opfer melden können... und zwar zunächst einmal anonym, damit sie den Mut dazu haben. Dann muß im ersten Gespräch bereits ein Psychologe (in) anwesend sein, der(die) es versteht, die Würde des Opfers zu wahren und die peinlichen Fragen entsprechend abzumildern. Ein hohes Maß an Einfühlsamkeit und Professionalität ist unbedingt erforderlich, damit die Scham, darüber zu sprechen, überwunden wird.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 2
  • 07.04.2010 14:00
 

Solange sich die hier zuständigen Amtsaffen nicht rühren, dürfen wir uns immer als ein einig Volk von Kinderschändern betrachten. Immerhin liegen nun erste Reaktionen von Einrichtungen vor, bei denen Mißbrauch betrieben wurde. Von der angeblich ach so rührigen Staatsgewalt ist immer noch nichts zu sehen. Anscheinend alle im kollektiven Tiefschlaf versunken. Wir laufen Gefahr, dass eine wirkliche Besserung wieder nicht erreicht, sondern die Sache erneut einheitlich totgeschwiegen wird. Ein einig Volk von Kindesmisshandlern und Kindervöglern eben.

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  • Senfdazugeben
  • Kommentar 1
  • 07.04.2010 12:46
 

das ist doch nur die Spitze des Eisbergs. Was in Odenwald passiert ist, ist auch in dutzenden anderen Schulen ,Internaten und Heimen passiert. Man kann nur hoffen, dass sich die gedehmuetigten Opfer auch melden und dann endlich auch mit Respekt behandelt beziehungsweise vernommen werden, sonst wird aus dem ehemaligen Opfer schnell noch ein weiteres Opfer der Justiz, wie damals in Belgien. Bei uns werden Opfer oft wie Taeter behandelt, und deshalb kann man solche Missbraeuche auch so schwer aufdecken. Die Angst der Opfer vor der zweiten Schmach ist sehr gross.

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