Sa., 26.05.12

Wohnen im Alter 05.04.2010 Bezahlbar und seniorengerecht

Bezahlbar und seniorengerecht (Foto)
Altersgerechte Ruhesitze sind Mangelware in Deutschland. Bild: dpa

Die Gesellschaft wird älter – und die Wohnungen auch. Ein Missstand. Denn in Deutschland gibt es einen Mangel an altengerechtem Unterkünften. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt warnt nun vor diesem sozialen Konfliktstoff der Zukunft.

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hat vor einem dramatischen Mangel an altengerechten Wohnungen in Deutschland gewarnt. «Nur etwa 250.000 Wohnungen sind derzeit seniorengerecht ausgebaut», kritisierte IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel am Montag in Frankfurt. Bis zum Jahr 2020 würden jedoch rund 800.000 altengerechte Wohnungen benötigt.

Bereits in zehn Jahren werden der Gewerkschaft zufolge 13,6 Millionen Menschen in Deutschland 70 Jahre oder älter sein. Wiesehügel forderte daher Bund, Länder und Kommunen auf, bessere Rahmenbedingungen für die Sanierung und den Neubau altengerechter und bezahlbarer Wohnungen zu schaffen.

Die ambulante Pflege setze in vielen Fällen ein seniorengerechtes Sanieren voraus, sagte der Gewerkschaftschef: «Wenn ältere Menschen wegen mangelnder Barrierefreiheit in der eigenen Wohnung nicht mehr ambulant gepflegt werden können, bleibt nur die Unterbringung in Pflegeheimen.» Das bedeute, dass die Menschen ihr vertrautes Wohnumfeld verlassen müssten.

«Wir steuern geradewegs auf eine Zwei-Klassen-Wohn-Gesellschaft zu»

Gleichzeitig verursachten teure Heimaufenthalte enorme Kosten, was wiederum die Sozialversicherungsträger und den Staat milliardenschwer belaste. «Wenn allein 10.000 Heimaufenthalte vermieden werden können, bedeutet dies jährliche Einsparungen von rund 200 Millionen Euro», sagte der IG-BAU-Vorsitzende.

Sozialen Konfliktstoff sieht Wiesehügel auch im bezahlbaren Wohnraum für Ältere: «Sinkende Alterseinkommen sowie steigende Miet- und Nebenkosten werden uns in den kommenden Jahren eines der zentralen sozialen Probleme bescheren.» Bezahlbarer Wohnraum für Ältere werde zunehmend zur Mangelware. «Wir steuern geradewegs auf eine Zwei-Klassen-Wohn-Gesellschaft zu», warnte Wiesehügel.

 

sgo/news.de/ap
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