Diese Studie stimmt nachdenklich: Bis zu 80 Prozent der befragten Schüler und Studenten würden auf Substanzen zurückgreifen, um geistig fitter zu werden. Wenn diese frei verkäuflich und ohne Nebenwirkungen wären.
Die Bereitschaft, Medikamente einzunehmen, um konzentrierter und besser zu denken, stimmt die Forscher der Universitätsmedizin Mainz nachdenklich. Zwar hätten nur rund vier Prozent der Befragten angegeben, zu diesem Zweck schon illegale Drogen oder verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben, sagt der Leiter der Studie, Professor Klaus Lieb. Allerdings gaben mehr als 80 Prozent der Befragten an, Pillen nehmen zu wollen, wenn diese frei verkäuflich und ohne Nebenwirkungen wären.
In der Studie, zu der Lieb begleitend das Buch Hirndoping - warum wir nicht alles schlucken sollten veröffentlichte, untersuchten er und sein Kollege Andreas Franke die Nutzung von Substanzen, die zur Konzentrationssteigerung oder zum Wachbleiben eingenommen werden. Dabei ging es unter anderem um die in Deutschland illegale Droge Amphetamin, das Hyperaktivitätsmedikament Ritalin, das Psychostimulantium Modafinil sowie Antidepressiva und Medikamente gegen Demenz.
Medizinstudenten die Könige unter den Konsumenten
Die Forscher fanden heraus, dass die Hirndoper häufiger illegale Drogen als verschreibungspflichtige Medikamente nahmen. Bei den Berufsschülern und den Studenten aus Medizin und Pharmazie war die Zahl der Konsumenten überdurchschnittlich hoch. Lieb warnt vor ethischen Problemen, etwa durch Gruppendruck, der zur Einnahme verleite. Zudem könnten einige Substanzen die Persönlichkeit verändern. Die Forscher stellten bei der Erforschung der Wirkstoffe aber fest, dass Antidepressiva und Antidementiva auf gesunde Menschen keinerlei Wirkung haben. Für die Studie waren 1035 Schüler und 512 Studenten befragt worden.
sca/kat/news.de/ddp