Sa., 26.05.12

Weltwassertag 22.03.2010 Trinkwasser ist Menschenrecht

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news.de-Redakteurin Ines Weißbach Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach

Die Zahlen sind erschreckend. Weltweit müssen fast 900 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser leben. Schlimmer noch: mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu einem funktionierenden Abwassersystem. Ein unerträglicher Zustand, den die Regierungen ignorieren.

Eigentlich gibt es unendlich viel Wasser. Nichts geht im Kreislauf der Natur verloren. Unsere Aufgabe ist es lediglich, die natürlichen Ressourcen sauber zu halten. Kein Problem im Westen. Wasser fließt aus dem Hahn, verschwindet benutzt durch Rohre zur nächsten Kläranlage und kommt irgendwann wieder sauber aus der Leitung.

Doch so einfach ist es für die meisten Menschen auf der Welt nicht. In Indien zum Beispiel sind Flüsse unmittelbare Lebensadern. Daraus wird getrunken, in ihnen gewaschen – Kleidung, lebende und tote Körper, Fäkalien werden ungefiltert hineingeleitet. Und dann wird wieder daraus getrunken.

Menschenverachtende Zustände, die von Menschen und den Regierungen mitgetragen werden. Von ersteren aus Unwissenheit, von letzteren aus mangelndem Interesse. Die Trennung von Trink- und Abwasser sollte ein Menschenrecht sein. Technologien zur Verwirklichung gibt es zuhauf. Das Geld dafür ist in einem wirtschaftlich aufstrebendem Land wie Indien da. Fließt jedoch eher in schmutzige Kanäle, genauso wie das Wasser.

So abgedroschen es klingen mag, aber auch die Bildung der Bevölkerung spielt eine wichtige Rolle. Denn wer weiß, was Bakterien sind, wird sich nicht mehr mit dem Wasser aus dem Ganges den Mund ausspülen. Bisher glauben viele Inder nicht daran, dass die Durchfallerkrankungen, an denen viele Menschen sterben, durch das Flusswasser hervorgerufen werden. Denn eigentlich beschützt die «Heilige Mutter Ganges» vor allem Bösen, ganz im Gegensatz zur indischen Regierung.

kas/reu/news.de
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