Alle Räuber sind gefasst
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Zwei Wochen nach dem Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin hat die Polizei nun auch den letzten der vier Verdächtigen festgenommen. Ob die Beute in Höhe von 242.000 Euro wieder aufgetaucht ist, bleibt unklar.
Jetzt haben sie alle: Die Polizei hat nun auch den letzten der vier mutmaßlichen Berliner Poker-Räuber gefasst. Der 19-Jährige wurde auf dem Flughafen Tegel bei der Einreise nach Deutschland festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Ob von der Beute von 242.000 Euro bereits wieder etwas aufgetaucht ist, konnte der Polizeisprecher nicht sagen.
Zu hoch gepokert
Vier junge Männer aus Berlin mit türkischen und arabischen Wurzeln waren bei den Überfall am Potsdamer Platz am helllichten Tag stümperhaft zu Werke gegangen. Zwar erbeuteten sie 242 000 Euro und teilten die Beute unter sich auf. Doch sie hinterließen jede Menge Spuren, wurden von Überwachungskameras gefilmt und flüchteten in einem Auto, dessen Nummernschild sich ein Zeuge merken konnte. Der Wagen war auf einen 21-jährigen Verdächtigen zugelassen.
Dieser stellte sich am Montagabend bei der Polizei und er verriet seine Komplizen. Als Kronzeuge könnte er einen Strafrabatt bekommen. International wurde dann mit Fotos und Namen nach den drei Geflüchteten gefahndet. Auch der zweite Verdächtige war noch in der Hauptstadt. Der 20-Jährige ließ sich am Mittwochabend widerstandslos festnehmen. Er war zufällig von einer Zivilstreife kontrolliert worden. Diese beiden sitzen in Untersuchungshaft, der am Samstag Festgenommene folgt. Doch zunächst soll er vernommen werden.
Bohrende Fragen wird es sicher auch dazu geben, wo die Beute geblieben ist. Dazu halten sich Polizei und Staatsanwaltschaft bedeckt. Der 21-Jährige hatte den Ermittlern gestanden, dass sie das Geld unter sich aufgeteilt hätten. Er wollte seinen Anteil zurückzugeben.
Das Bargeld war verlockend
Am Mittwoch hatten Polizei und Staatsanwaltschaft über Details des Überfalls berichtet. Als die jungen Männer von dem vielen Bargeld in der Turnierkasse im Hyatt-Hotel erfuhren, habe der 21-Jährige die Sicherheitsvorkehrungen ausgekundschaftet. Als er sah, dass das Wachpersonal keine Schusswaffen hatte, habe die Bande den Überfall beschlossen.
Mit einem Revolver und einer Machete stürmten sie in das Hotel. Von da an ging aber alles schief. Wachmänner wehrten sich, und als drei Mitglieder der Bande mit Jackentaschen voller Bargeld schon am Ausgang standen, fehlte der vierte. Sie liefen zurück und befreiten ihn aus dem Schwitzkasten eines zwei Meter großen Sicherheitsmannes. Hunderttausende Euro aus der Beute blieben zurück. Erschwerend für die Räuber kam hinzu, dass sie für die Polizei keine unbeschriebenen Blätter sind. Sie standen schon vorher wegen Diebstählen oder Raubüberfällen vor Gericht.
Ein mysteriöser erster Verdächtiger
Nach dem Überfall war sich selbst Polizeipräsident Dieter Glietsch ziemlich sicher, dass die Vierer-Bande schnell gefasst wird. Doch dann verging eine Woche, ohne dass ein Fahndungserfolg sichtbar wurde. Ein erster Verdächtiger musste wieder freigelassen werden - von einer Verwechslung war zunächst die Rede. Der Mann soll 2004 ein Spielcasino am Alexanderplatz überfallen haben. Staatsanwalt Frank M. Heller hatte vor wenigen Taten ein bemerkenswertes Detail der Öffentlichkeit präsentiert. Bei dem Mann sei ein Zettel mit sechs Namen gefunden worden - drei Namen gehörten zu der Poker-Bande.
cvd/news.de/ap/dpa
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