Ekel-Faszination mit Elefantenleichen
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Von Birgit Reichert
Artikel vom 19.03.2010
Dass er Menschen zu Kunst verarbeitete, fanden viele pietätlos. Jetzt hat Gunther von Hagens sich auf Tiere verlegt. Im Zoo Neunkirchen zeigt er den plastinierte Elefanten Samba, und auch bei Gorilla, Bär und Giraffe liegen Muskelstränge blank.
Elefantenkuh Samba steht im Blitzlicht-Gewitter. Gerade enthüllt, gewährt sie als weltweit erstes plastiniertes Exemplar ihrer Gattung spektakuläre Einblicke auf Muskelpakete und Knochenriesen. Samba gehört zu einer neuen «Körperwelten»-Schau des umstrittenen Plastinators Gunther von Hagens, die heute im saarländischen Zoo Neunkirchen öffnet. «Die Ausstellung ermöglicht völlig neue Einblicke in die Anatomie der Tiere», sagte von Hagens in seiner ersten reinen Tier-Ausstellung.
Rund 120 tierische Präparate, vom Echsenherz über «Löwen-Scheibe», Gorilla und Bär bis Giraffe laden bis zum 2. Mai zu einer anatomischen Safari ein. Nach 15 Jahren «Körperwelten» vor allem mit menschlichen Leichen ist Anatom von Hagens nun aufs Tier gekommen. «Es ist eine besondere Herausforderung, die Anatomie der Tiere zu erkunden», sagte der 65-Jährige. Seine «Körperwelten» haben rund um den Globus bisher knapp 30 Millionen Menschen besucht.
Samba ist ein Koloss: 3,2 Tonnen schwer und 3,50 Meter hoch. «Es ist das gewaltigste Lebewesen, das je plastiniert wurde», sagte von Hagens. Was ihn bei der Zerlegung des indischen Elefanten am meisten fasziniert habe? «Die ungeheuren Muskelmassen. Allein den Rüssel bewegen rund 40.000 zu Bündeln verflochtene Muskeln.» Rund 63.000 Arbeitsstunden und 3,5 Millionen Euro brauchten die Spezialisten, bis Samba in von Hagens' Fabrik im chinesischen Dalian «wiederbelebt» war.
Eine Tierausstellung sei schon länger geplant gewesen, sagte Kuratorin Angelina Whalley, die Frau von Gunther von Hagens. Sambas Kadaver hatte der Zoo Neunkirchen dem Plastinator vor fünf Jahren geschenkt. Zoodirektor Norbert Fritsch ist nun von der Rückkehr des Elefanten begeistert. «Vieles habe ich noch nie so gesehen», sagte er. Die Plastination eines toten Tieres sei «eine bessere Lösung, als es als Abfall zu entsorgen».
Die Organisation «Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Saar» bezeichnete die Schau dagegen als «makaber, instinkt- und skrupellos». Die Verantwortlichen achteten die Totenwürde der Tiere nicht und betrieben eine «entwürdigende Vermarktung».
Global ist die Tierschau schon auf dem Sprung. Es könne gut sein, dass Neunkirchen der einzige deutsche Stopp ist. Es gebe bereits sechs Anfragen von Museen aus den USA, sagte Whalley. Die Tierschau solle in den nächsten Jahren weiter wachsen. «Wir haben großes Interesse, Meeressäuger zu plastinieren.» Vielleicht auch einen Blauwal - der dann wohl etliches größer wäre als Samba.
iwi/news.de/dpa
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Wieso Ekel? Das ist eine gute Idee, man sollte von mehreren Tieren sowas anfertigen, dann bräuchten Studenten keine Tiere mehr in ihrer Ausbildung quälen und zerlegen.
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