Grausamer Tod im Labor
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Innerhalb von zwei Jahren sind in US-Forschungslaboratorien 97 Tiere aufgrund von Fahrlässigkeit der Mitarbeiter qualvoll ums Leben gekommen. Tierschützer fordern strengere Regeln für Laborversuche und härtere Strafen bei Verstößen.
Als die Mitarbeiter eines US-Forschungslabors die Tür öffnen, schlägt ihnen ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Hitze in dem Primatenraum ist so groß, dass niemand es lange darin aushalten könnte, schon gar nicht vier Stunden lang. Drinnen bietet sich den Angestellten ein furchtbarer Anblick: 30 Affen sind qualvoll zugrunde gegangen. Zwei weiteren geht es so schlecht, dass sie eingeschläfert werden müssen. Der Grund für das Leid: Ein Techniker hat die Heizung angelassen und niemand hat auf den Alarm reagiert.
Der Tod der Affen in Reno im US-Staat Nevada sorgte 2008 für Aufsehen. Der qualvolle Tod eines Artgenossen ein Jahr später hatte zusätzliche Empörung zur Folge. Wieder passten Mitarbeiter des gleichen Unternehmens nicht richtig auf, diesmal am Standort in Sparks, einer mittelgroßen Stadt in Nevada. Das Tier landete versehentlich in einer automatischen Käfigwaschanlage - die Temperaturen darin waren brühend heiß, der Affe hatte keine Chance.
US-Tierschützer möchten nun strengere Regeln für Laborversuche und härtere Strafen für Verstöße bewirken. Außerdem solle die Aufsicht über die Versuchsanstalten verbessert werden. 97 Tiere sind in den vergangenen zwei Jahren laut dem US-Umweltministerium aus Fahrlässigkeit ums Leben gekommen - Ratten und Mäuse nicht mitgerechnet.
Forschung an Mitteln gegen Krebs, Grippe und Fettleibigkeit
Die Charles River Laboratorien sprechen von bedauerlichen Einzelfällen. Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Anbieter von Laborstudien für Pharma- und Biotech-Firmen. Außerdem zählt Charles River zu den größten Importeuren von Labortieren, einen Teil züchtet es selbst. In Nevada forschen die Wissenschaftler an Krebsmedikamenten, Grippe-Impfstoffen und Mitteln gegen Fettleibigkeit.
Und hier tritt der alte Konflikt zwischen den Interessen der Tiere und der Menschen an den Tag. Unternehmenssprecherin Amy Cianciaruso sagt, dass die Heilungschancen bei den großen Krankheiten nie so hoch waren wie heute - auch dank der Tierversuche in Nevada. «Die Arbeit in den Labors hat zu einigen Fortschritten geführt, die heute Menschen und Tieren zugutekommen», sagt die Sprecherin. Der Tod der Affen sei eine «Tragödie», es handele sich aber um Einzelfälle. Man habe Maßnahmen ergriffen. Ein Mitarbeiter wurde gefeuert, ein anderer abgemahnt.
Die Fälle sind ein großes Problem für die Außendarstellung des Unternehmens, das 8000 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar - das sind etwa 900.000 Euro - zählt. Die Geldstrafe von 14.000 Dollar - umgerechnet rund 10.000 Euro - für den Tod der 33 Affen tut der Firma aber nicht wirklich weh.
Tierschützer fordert unabhängige Untersuchung
«Die Strafen haben nicht dazu geführt, die Zahl der Gesetzesverstöße zu senken», sagt Michael Budkie, Chef der Tierschutzorganisation Stop Animal Exploitation Now (Stoppt die Ausbeutung von Tieren jetzt). Mit dem System sei doch etwas nicht richtig, wenn es zulasse, dass Tiere durch Fahrlässigkeit getötet würden. Er fordert eine unabhängige Untersuchung durch das Umweltministerium und droht, andernfalls den US-Kongress anzurufen, um höhere Strafen und strengere Kontrollen zu erreichen.
Zoos, Universitäten und private Laboratorien importieren nach Angaben der US-Behörden rund 25.000 Versuchstiere im Jahr. Die Höchststrafe für Verstöße im Umgang mit den Tieren wurde 2008 von 2500 auf 10.000 Dollar erhöht.
Berichte über weitere Unfälle im Unternehmen
Die Charles River Laboratorien müssen sich nicht nur wegen des Skandals um die 33 toten Affen um ihren Ruf sorgen. 2007 mussten zwei Affen Finger amputiert werden, nachdem diese beim Transport der Käfige zwischen den Stäben eingeklemmt worden waren. Ein dritter Affe erlitt einen Schnitt in die Schwanzspitze. Das geht aus Unterlagen des Umweltministeriums hervor. Ein ehemaliger Mitarbeiter hat außerdem Zivilklage eingereicht, weil das Unternehmen Labortiere misshandelt und die Unterlagen darüber gefälscht habe. Als er sich beschwert habe, sei er gefeuert worden.
Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Der Mitarbeiter sei wegen herabwürdigender sexueller Äußerungen über Frauen entlassen worden, hieß es. Mit den Anschuldigungen von Tierschutzorganisationen setze man sich grundsätzlich nicht auseinander: Diese machten ohnehin ständig falsche Vorwürfe.
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Den Tieren hilft es wenig: Stierkampf soll in Spanien nun unter besonderen Schutz gestellt mehr ...
Die Ratte war erst nach über einer Minute tot. Klarer Fall von Tierquälerei, befand ein mehr ...
Die Tierschutzorganisation Peta will den Geflügelproduzenten verklagen. Die Vorwürfe sind mehr ...
Ich finde es sinnlos so viel grausamkeit den Tieren anzutun um test zu machen ????wie die laborranten mit den Tieren umgehen ist eine unverschämtheit die haben nicht ein bißchen für die Tiere übrig mansche machen sich noch lustig über die süßen Affen....Wenn Tiere weinen könnten würde die Welt in einen Meer von Tränen versinken
jetzt antwortenKommentar meldenTierversuche sind ungeeignet, Heilungs- und Behandlungsmethoden für menschliche Krankheiten zu entwickeln. Für solche Experimente werden Tiere künstlich krank gemacht. Weder die Ursachen noch die Symptome entsprechen denen der Krankheit im menschlichen Organismus. Bis heute hat daher auch die tierexperimentelle Forschung in der Medizin trotz jahrzehntelanger Bemühungen keinen wesentlichen Beitrag zur Heilung von Krebs, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geleistet.
jetzt antwortenKommentar meldenIs,ja toll,entschuldigung und das Geschehen ist damit vergeben. So geht's ja nun auch nicht. Wieviel Geld diese armen Kreaturen bringen moechte ich nicht wissen.Es ist entschuldigung zum Kotzen. Den Menschen geht es noch zu gut,den eigendlich steht uns nichts mehr zu,soviel Leid wie wir ueber die Tiere generell gebracht haben. Und zu sagen,:ja,was regt ihr euch eigendlich auf,schliesslich sind die Tiere alle aus eigener Zucht. Klar,dann kann man ja machen was man will. Wir sollten uns lieber auf Respekt an alles Leben konzentrieren.Weil so unmoeglich. Unterschiede gibt es nicht. Saludos
jetzt antwortenKommentar meldenAllein in der Bundesrepublik Deutschland sterben jährlich noch immer mehrere Millionen Tiere im Namen der Wissenschaft. Dass man von den aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnissen nicht auf die Wirkung beim Menschen schließen kann, ist inzwischen bekannt. Für Hamster ist leckere Petersilie tödlich, Meerschweinchen sterben an dem für uns lebensrettenden Penicillin, Schafe können Unmengen des Nervengifts Arsen vertilgen – wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?
jetzt antwortenKommentar melden