Sa., 26.05.12

Artenschutzkonferenz 18.03.2010 Schwarzer Tag für weiße Bären

Tierschützer: Schwarzer Tag für weiße Bären (Foto)
Der Schutz des Eisbären wird nicht ausgeweitet. Bild: dpa

Der Eisbär ist genug geschützt, finden die EU-Staaten. Deshalb bleibt der Handel mit dem weißen Bären weiter erlaubt. Tierschützer sind erbost und sagen voraus, man werde diesen Tag noch bereuen.

Der Eisbär hat es nicht leicht. Nicht nur der Klimawandel, sondern auch Großwildjäger und Pelzhändler werden dem Polarbewohner in den nächsten Jahren weiter zusetzen.

Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites haben es bei ihrer Konferenz in Katar abgelehnt, den internationalen Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Der Antrag, den die USA gestellt hatten, scheiterte vor allem am Widerstand der Europäer.

Die EU-Staaten stimmten geschlossen gegen den Antrag. Ihre Ablehnung begründeten sie damit, dass der Eisbär schon jetzt genug geschützt sei, weil der Handel nur mit Einschränkungen erlaubt ist. Außerdem sei es zwar richtig, dass der Lebensraum der großen Bären schrumpft. «Das Eis schmilzt aber nicht so schnell, als dass dies die Eisbärenpopulation gefährdet», hieß es aus der EU-Delegation.

Die Tierschützer, die sich für den Antrag ausgesprochen hatten, sehen das ganz anders. Sie sprachen von einem «schwarzen Tag für den Eisbären». Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife sagte: «Die Eisbären sind durch den Klimawandel akut gefährdet. Jedes zusätzlich abgeschossene Tier bedeutet einen unverantwortlichen Blutzoll.» Der Internationale Tierschutzfonds Ifaw erklärte: «Die Vertragsstaaten hatten die Gelegenheit, etwas zu tun, um im kommenden Jahrzehnt mehr als 3000 Eisbären vor dem kommerziellen Handel zu bewahren, doch sie haben ihnen den Rücken zugekehrt. In den nächsten Jahren wird man mit großer Scham an diesen Tag zurückdenken.»

Weltweit gibt es etwa 25.000 Eisbären. In den USA ist die Jagd auf den Polarbären (Ursus maritimus) generell verboten. In Grönland und Kanada ist die Eisbärjagd in einigen Regionen erlaubt.

Bei der Cites-Konferenz in Katar wird in den nächsten Tagen außerdem darüber abgestimmt, ob der Handel mit den schmackhaften Blauflossenthunfischen vorübergehend verboten werden soll, was vor allem die Sushi-Nation Japan verhindern will. Außerdem geht es um Schutzmaßnahmen für den iranischen Zagros-Molch und mehrere Haiarten.

iwi/ivb/news.de/dpa
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Urs Imhof
  • Kommentar 2
  • 19.07.2010 08:28
 

Es ist wohl der primitive Instinkt in uns Menschen, Tiere einfach so abzuschlachten und zu unserer Natur keine Sorge mehr zu tragen. Wir sind zudem zu stark mit uns und unseren Konsumgütern belastet, um auch nur das Ende der Existenz Natur zu erahnen. Die Eisbären sind ein Teil davon, welche unter uns Menschen leiden müssen. Endlich sollte uns doch die Augen aufgehen oder nicht? Vor Jahren habe ich Grizzly's in den Rocky Mountains auf dem Highway gesehen. Schon damals sprach man vom Untergang der Mutzen. Also haben wir weiter nichts daraus gelernt, das stimmt traurig.

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  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 19.03.2010 08:20
 

Der Bär ist eine gesuchte Trophäe für Schießtouristen, ganz gleich, ob Europäischer Braunbär in Rußland oder Bulgarien, Grizzly-Bär und Schwarzbär in Kanada und Nordamerika, Kragenbär in Ostsibirien und China oder Polar- oder Eisbär in Kanada und Grönland. Sie können legal von Devisenjägern umgebracht werden, sofern die den geforderten Preis zahlen. Und viele sind ganz wild darauf als Bärentöter ins Buch der Rekorde einzugehen.

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