Sa., 26.05.12

Hirtenbrief zum Missbrauch 17.03.2010 Was tun gegen den Sündenpfuhl?

Papst will sein Schweigen zum Missbrauch brechen (Foto)
Papst will sein Schweigen zum Missbrauch brechen. Bild: dpa

Der Papst will sein Schweigen zum Skandal um sexuellen Missbrauch brechen. Am Freitag werde er einen Hirtenbrief an die irischen Bischöfe veröffentlichen, kündigte Benedikt XVI. an. Ob er zu deutschen Missbrauchsfällen Stellung nimmt ist unklar.

Erwartet wird, dass der Brief nicht nur den Missbrauch an tausenden Kindern in Irland aufgreift, sondern auch Konsequenzen für die katholische Kirche in Deutschland zieht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte im Bundestag eine schonungslose Aufklärung der Vorwürfe. Zwei Ministerinnen sollen gemeinsam einen Runden Tisch der Bundesregierung leiten.

Bei der Generalaudienz in Rom sagte Benedikt, nach der schweren Krise der Kirche in Irland habe er als Zeichen seiner «tiefen Sorge einen Hirtenbrief zu dieser schmerzvollen Situation verfasst». Vatikankreisen zufolge verzögerte der Skandal an katholischen Einrichtungen in Deutschland das Erscheinen des Briefes. Immer mehr Katholiken hatten in den vergangenen Tagen das öffentliche Schweigen des Papstes zu den sexuellen Vergehen an Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen kritisiert. Die katholischen Bischöfe in Bayern beraten seit Mittwoch über den Skandal.

Nach Informationen aus Regierungskreisen sollen Familienministerin Kristina Schröder (CDU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vom 23. April an zusammen den Runden Tisch leiten. Er soll Missbrauchsfälle aufarbeiten und Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Das Gremium solle auch eine feste Personalausstattung erhalten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich für ein einheitliches Vorgehen eingesetzt, nachdem es über längere Zeit Diskussionen zwischen Justiz-, Familien- und Bildungsministerium gegeben hatte. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat ihre Idee eines eigenen Runden Tisches zur rechtlichen Aufarbeitung speziell der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufgegeben. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, die Kanzlerin wolle «mit einem gemeinsamen Auftakt und gemeinsamen Format eine gemeinsame Plattform schaffen für dieses wichtige Anliegen». Andere Akteure könnten mitmachen.

Nach den ersten Berichten über sexuelle Übergriffe an der Berliner Jesuitenschule Canisius-Kolleg weitete sich der Skandal seit Februar immer weiter aus. Bundesweit meldeten sich viele Betroffene, die vor Jahren als Kinder in kirchlichen und nicht-kirchlichen Schulen und Einrichtungen missbraucht wurden.

Bischofskonferenz plant keinen Fonds

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) plant derzeit keinen eigenen Fonds zur Entschädigung von Opfern. Die Aussage, ein solcher Fonds werde erwogen, sei falsch, sagte DBK-Sprecher Matthias Kopp der dpa. Der DBK-Vorsitzende Robert Zollitsch versprach eine Aufklärung der Vorwürfe und möglichst vollständige Transparenz. Dies wurde nach seinem Treffen mit den kirchen- und religionspolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen in Berlin mitgeteilt.

«Es gibt nur eine Möglichkeit, dass unsere Gesellschaft mit diesen Fällen klar kommt, und das heißt: Wahrheit und Klarheit über alles, was passiert ist», sagte Merkel in der Generalaussprache über den Haushalt. Man müsse über Verjährung und könne über Entschädigung sprechen. Die Kanzlerin räumte aber ein: «Völlige Wiedergutmachung wird und kann es nicht geben.» Die Diskussion über die Aufarbeitung der «verabscheuungswürdigen Verbrechen» dürfe sich nicht auf die katholische Kirche beschränken, mahnte sie.

Küng fordert Schuldeingeständnis des Papstes

Der Theologe Hans Küng fordert vom Papst ein persönliches Schuldeingeständnis für den Missbrauch in der Kirche. Benedikt XVI. trage als Papst und langjähriger Präfekt der Glaubenskongregation die Verantwortung dafür, dass die Kirche solche Fälle jahrzehntelang geheim gehalten habe. «Die Wahrhaftigkeit würde es verlangen, dass der Mann, der seit Jahrzehnten die Hauptverantwortung für die weltweite Vertuschung hatte, eben Joseph Ratzinger, sein eigenes ‹mea culpa› (meine Schuld) spricht», schrieb der katholische Tübinger Theologe in der Süddeutschen Zeitung.

Bei ihrer Frühjahrsvollversammlung im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen beschlossen die katholischen Bischöfe für den Gottesdienst am Abend ein gemeinsames Vergebungsgebet, teilte das Ordinariat in München vorab mit.

Im Bistum Fulda ist ein wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Priester nach Angaben des Rundfunksenders hr-info weiter in der Gemeindearbeit aktiv. Das Bistum teilte dazu am Abend mit, der Pfarrer sei 2007 in den Ruhestand versetzt worden. Er habe aber unter strengsten Auflagen» die Möglichkeit erhalten, in den nordhessischen Orten Naumburg und Volkmarsen die Messe zu feiern.

Krisenforscher: Kirche braucht Hilfe von außen

Nach Ansicht des Krisenforschers Frank Roselieb kann die Kirche den Missbrauchsskandal nur mit Hilfe von außen bewältigen. Der Trierer Oberhirte Stephan Ackermann als Sonderbeauftragter der Bischofskonferenz könne das nicht leisten, sagte der Leiter des Kieler Instituts für Krisenforschung in einem dpa-Gespräch: «Ich halte das, was die Kirche macht, für relativ verkehrt.» Roselieb schlug vor: «Hochkarätige Dritte einschalten - ein Herr Thierse zum Beispiel». Der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) habe durch sein Amt die nötige Neutralität.

cvd/news.de/dpa
Leserkommentare (13) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • melchior
  • Kommentar 13
  • 31.03.2010 21:12
 Antwort auf Kommentar 8

Nicht nurFrauen wurden verbrannt. Auch aufsässige Kindern wurde so der Teufel ausgetrieben. Die Asche gab man dann anderen Kindern zu essen um auch diese vom Teufel zu heilen.

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  • August
  • Kommentar 12
  • 28.03.2010 14:30
 

Wenn man nicht,von Staats wegen automatisch durch die Taufe zum Kirchensteuerabgezockten würde, & jeder, ab 18 J., freiwillig seinen Spendenbeitrag(der in anderen Konfessionen üblich ist)geben würde, hätte man sofort ein anderes Verhältnis zur Kirche & sie zu uns. Es tun mir die Leid, die jetzt unter dem schlechten Image leiden und redlich sind aber es gibt ja Gott sei Dank die Möglichkeit den Glauben an Jesus Chr. & den,in seiner Lehre befindlichen; kategorischen Imperativ,woanders zu leben. Ich würde Frau Käsmann vergeben & sofort zum Papst machen.Sie ist ehrlicher als die RKK & ihr "Chef"

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  • Grünpfeil
  • Kommentar 11
  • 25.03.2010 09:47
 

Vieles erinnert mich an den Herbst '89: plötzlich fassten viele Mut, auf die Straße zu gehen, um öffentlich das jahrzentelange Unrecht anzuprangern, welches ihnen die Machthaber antaten. Das war der Anfang vom Ende - der "Diktatur des Proletariats". Wie die Bilder sich gleichen! Das gleiche passiert jetzt mit einer noch älteren Diktatur - des "Klerikaliats". Auch bei ihr war die Macht das Wichtigste - nicht die Menschen! Was mit der "Diktatur des Proletariats" geschah, ist uns allen noch in guter Erinnerung. Es war nur eine säkulare Kopie einer älteren Vorlage.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 10
  • 20.03.2010 09:23
 

Von einer Organisation, die noch heute an den geistigen Ergüssen des "Pillen-Paul" zu ganz natürlichen menschlichen Fragen und Problemen fest hält, kann keine aufrichtige Reue erwartet werden, geschweige denn brauchbare Lösungsvorschläge. Alles andere wäre wirklich revolutionär. Und genau daran mangelt es an und in der katholischen Kirche seit der Kreuzigung von Jesus Christus.

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  • Lotshi
  • Kommentar 9
  • 19.03.2010 08:45
 

oh ihr armen Heuchler.Seit vielen Generationen gibt es den Pfaffenspiegel,in dem alle Missetaten die im namen Gottes verübt wurden,aufgelistet sind. Und jetzt,huch die bösen,bösen. IHR seid die die wegschaun und weiter wegschauen werden weil ihr zu feige seit,wirklich etwas gegen ungerechtigkeiten etwas zu tun.Aber bla-bla im Net. Solange es einen Gott auf dieser Erde gibt,solange wird es Verbrechen geben. Man braucht ja nur zu Beichten. Lotshi

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 8
  • 19.03.2010 01:40
 

Ich moechte keinen kalten Kaffee aufwaermen, aber unbequeme Frauen, die etwas wussten, nannte man einfach Hexe und verbrannte sie. Im Jahre 2012 jaehrt sich zum 150. Male die oeffentliche Hinrichtung von 38 Sioux Haeuptlingen. Die Welt wird jetzt untergehen und ein neuer Geist wird die unzuechtige Zeit abloesen. Wie es Chief Seattle vorhersagte. Stellt euch mal die Paepste vor, mit nacktem Arsch ueber einem Reisigfeuer. Diese Pluenderwichser.

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 7
  • 19.03.2010 00:21
 

Ich persoenlich bin der Ansicht, dass es somit erwiesen ist, dass diese Organisation das ganze glaeubige Volk belogen und betrogen hat und somit alles sich mittlerweile angesammelte Kapital an seine Glaeubiger auszuzahlen hat. Wer weiterhin dabei bleibt, macht sich mitschuldig und unterstuetzt diesen untreuen Verein. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen

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  • tomshswk
  • Kommentar 6
  • 18.03.2010 23:33
 

Eins hilft mit Sicherheit. Raus aus der Kirche, die solche Schweinereien deckt und mit dem Kirchensteuergeld noch Pädophile finanziert.

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 5
  • 18.03.2010 23:29
 

Wie konnte die Unzucht im Lande solche Ausmasse annehmen?

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  • sputnik1506
  • Kommentar 4
  • 18.03.2010 20:28
 

Was tun gegen den Sündenpfuhl? Zuerst Staat und Kirche trennen... dann die frommen Verbrecher einsperren.... und als kleines Teelicht,falls noch nicht geschehen,aus der Kirche austreten

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  • Sieling
  • Kommentar 3
  • 18.03.2010 19:05
 

Was gibt es da zu Diskutieren, jeder Sexualstraftäter kommt hinter Gitter, auch wird zuweilen die Schere der Schuld festgestellt, mißt man wieder mit zweierlei Maß?

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  • Kaktus
  • Kommentar 2
  • 18.03.2010 17:31
 

Wie heißt es so schön? "WER IM GLASHAUS SITZT, SOLLTE NICHT MIT STEINE SCHMEISSEN!" Mehr sage ich da nicht zu.

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  • tommy
  • Kommentar 1
  • 18.03.2010 15:47
 

Beten, beten, beten, beten, beten...ab und an einen kleinen jungen vernaschen...beten, beten..beten...

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