Mo., 13.02.12

Erziehung Oma und Opa mischen kräftig mit

Artikel vom 16.03.2010

Die neue Generation junger Großeltern spielt in der Kindererziehung eine erhebliche Rolle. Gut jedes zweite Schulkind gab in einer Umfrage der Zeitschrift Eltern Family an,  nicht nur von den Eltern, sondern auch von Oma und Opa erzogen zu werden.

Die Schule kam in der Umfrage der Zeitschrift Eltern Family bei der Frage: «Wer erzieht dich außer deinen Eltern?» hinter den Großeltern weit abgeschlagen nur auf den zweiten Platz: Nur 34 Prozent der befragten 8- bis 19-Jährigen nannten ihre Lehrer.

Auf den folgenden Rängen platzierten sich ebenfalls Familienmitglieder. So gaben 28 Prozent Onkel und Tanten an und 24 Prozent Geschwister. Freunde kamen mit 20 Prozent auf den fünften Platz und lagen damit noch deutlich vor Vereinen und Jugendgruppen (14 Prozent). Zehn Prozent sagten, dass sie neben ihren Eltern niemand erzieht. Sport-Trainer spielen nur laut sechs Prozent der Befragten eine Rolle in der Erziehung, die Kirche oder Pastoren nur laut fünf Prozent.

«Von den Medien in gewisser Weise erzogen»

Dabei schätzten viele der 1629 Befragten ihre Erziehungslage, wie das Blatt weiter berichtete. «Ich finde, dass man von den Medien in gewisser Weise erzogen wird, weil man da Jugendliche sieht und genauso sein will wie sie», sagte ein 14-jähriger Realschüler den Angaben zufolge.

Eine 15-jährige Gymnasiastin wurde mit den Worten zitiert: «Mein Trainer erzieht mich in Sachen Ernährung. Oft schafft er es auch, Dinge durchzubringen, die mir bei meinen Eltern unverständlich erscheinen.» Eine elfjährige Gesamtschülerin meinte: «Wenn ich bei Oma bin, erzieht mich Oma. In der Schule die Lehrer. Bei meiner besten Freundin erzieht mich ihre Mutter mit. Und auch die Katze! Wenn etwas auf dem Boden liegenbleibt, zum Beispiel Klamotten, pinkelt sie drauf...»

Entwicklung erst seit rund 20 Jahren

Bereits in einer Ende Januar vorgestellten Studie der Stiftung Ravensburger Verlag war festgestellt worden, dass Großeltern bei der Kinderbetreuung unverzichtbar geworden sind. Demnach werden Oma und Opa als Betreuer sogar häufiger genannt als der Partner.

Die heutige Großelterngeneration sei einfach fitter und gesünder als die Generation davor, erklärte der mit der Umfrage beauftragte Mikrosoziologe Hans Bertram von der Humboldt-Universität zu Berlin. Annahmen, dass durch die oft geforderte Flexibilität von Arbeitnehmern die Großeltern in unerreichbarer Ferne wohnten, seien nicht richtig. Häufig sei es so, dass zumindest ein Großelternpaar relativ nahe wohne, sagte Bertram. Durch «die vorschnelle Gleichsetzung von Haushalt und Familie» werde die große Bedeutung der Großeltern für die Entwicklung von Kindern nicht nur vernachlässigt, sondern weit unterschätzt.

Dass sich junge Väter und Mütter bei der Kinderbetreuung so stark auf ihre Eltern und soziale Netzwerke außerhalb des Haushalts verließen, sei eine Entwicklung, die erst seit etwa 20 Jahren in dieser Form zu beobachten sei, sagte Bertram. Großeltern würden aber nicht als Ersatz für fehlende öffentlich geförderte Betreuungseinrichtungen herangezogen. Der Besuch von Kindertageseinrichtungen habe sich nicht verringert.

sck/ivb/news.de/ap
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URL : http://www.news.de/gesellschaft/855048597/oma-und-opa-mischen-kraeftig-mit/1/
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 16.03.2010 19:29
von
Elster

Dies gibt es nicht erst jetzt ,sondern ich hatte es schon 1963 . Meine Eltern zogen den Sohn mit groß. OBwohl meine Eltern in der schweren Kriegszeit 4 Kinder groß zogen ,so behielten Sie meinen Sohn ,wenn ich zur Arbeit ging .War ich mit Kindern unterwegs ,so hatten meine Eltern meinen Sohn und ich brauchte mich keinerlei Sorgen zu machen um Ihn .Sie teten es sehr gerne auch .Sie akzeptierten auch meine Forderungen ,die ich stellte ,wie er erzogen wird .Sie durften Ihn nicht verhätscheln ,was ja Großeltern gerne machen .Ich war froh darüber ,daß ich solche Eltern hatte . Dies war wohltuend .

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