Sa., 26.05.12

Körperwelten 19.03.2010 Ein plastinierter von Hagens am Eingang

Gunther von Hagens will Plastinarium wiedereröffnen (Foto)
Irgendwann wird es auch Gunther von Hagens selbst ereilen. Bild: dpa

Nicht, ob Gunther von Hagens nach seinem Tod zu Plastik erstarren möchte, ist die Frage, sondern, wie. Der Sohn des Körperwelten-Machers schlägt vor, ihn scheibchenweise in der Welt zu verteilen, seine Frau sieht ihn als Wächter seiner Schauen.

Nach seinem Tod möchte Gunther von Hagens (65) selbstverständlich auch selbst konserviert werden. Die Entscheidung über die «geeignete Pose» überlasse er denen, die ihn überlebten, teilte der Plastinator mit. Sein Sohn habe vorgeschlagen, dass er «in Scheiben geschnitten in der ganzen Welt verteilt werde». «Mir gefällt dieser Gedanke», meinte der Mediziner.

Seiner Frau Angelina Whalley schwebe vor, dass er bei der Körperwelten-Ausstellung als Plastinat am Eingang stehend die Besucher in Begrüßungspose empfange. «Jede Entscheidung meiner Nachkommen ist mir recht, solange ich möglichst vollständig plastiniert werde», erläuterte von Hagens.

Die Plastination ist ein spezielles Verfahren zur Konservierung von Tierkadavern und Menschenleichen: Fette und Flüssigkeiten werden entzogen und durch Kunststoff ersetzt. Die Ausstellung solcher Plastinate ist umstritten. Auf Wunsch plastiniert von Hagens auch tote Haustiere - mittels Scheibenplastination. Der Besitzer kann eine Scheibe seines Haustieres wie ein Bild an die Wand hängen.

Über ethische Grenzen seiner Arbeit erklärte von Hagens: «Meine Grenzen sind die, dass ich niemals ein Plastinat entmenschliche. Ich werde niemals eine Urinblase nehmen und Gänseblümchen reinstellen, ein Gehirn in einen Blumenkohl oder einen Magen in eine Karnevalsmaske umwandeln.»

iwi/news.de/dpa
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