Gebt dem Hai eine Chance!
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Von Simone Humml
Artikel vom 13.03.2010
Deutschland will sich bei der Artenschutzkonferenz in Doha besonders für Haie einsetzen. Auch in Sachen Elfenbein will Deutschland Akzente setzen. Der Referatsleiter im Umweltministerium, Gerhard Adams, erklärt, wie das aussehen soll.
Deutschland möchte nach 2007 erneut den Dorn- und den Heringshai besser schützen lassen. Warum glauben Sie, dass die beiden Anträge in diesem Jahr durchkommen?
Adams: Der Dornhai war im Nordostatlantik am schlimmsten bedroht durch die europäische Fischerei. Vor den USA, Kanada und Australien gibt es ein recht ordentliches Management, von manchen anderen Gebieten aber ist wenig bekannt. Die meisten Mitgliedsländer richten sich in Fischereifragen nach der Welternährungsorganisation FAO, und die hat vor kurzem immerhin befürwortet, den Handel mit dem Heringshai über die Aufnahme im Cites-Anhang II zu beschränken. Zudem hat die EU 2009 selbst eine Null-Fangquote für beide Haie vereinbart. Durch diese Vorgaben rechnen wir mit besseren Chancen für die Anträge.
Tansania und Sambia wollen gelagertes Elfenbein verkaufen, sieben andere afrikanische Staaten haben daraufhin zum Schutz der Elefanten einen Gegenantrag gestellt. Warum lehnt Deutschland den Verkauf ab?
Adams: Deutschland will auf keinen Fall einem Elfenbeinverkauf zustimmen, weil es einen enormen Anstieg der Wilderei gerade in Tansania gibt. Über Tansania wird auch viel Elfenbein illegal aus anderen afrikanischen Ländern gehandelt. Deswegen steht Deutschland auch einer Herabstufung der Populationen dieser Länder im Cites-Schutzregime ablehnend gegenüber. Allerdings hat das speziell für diese Anträge einberufene Experten-Panel von Cites seine Bewertung noch nicht abgegeben.
Wie sehen Sie die Aussichten für den EU-Antrag auf ein Zuchtverbot von Tigern für Tigerprodukte in China und ein absolutes Handelsverbot in dem Land? Lässt sich China denn reinreden?
Adams: China hat jetzt schon sehr deutlich erkennen lassen, dass es erhebliche Kritik an diesem Vorschlag hat. Die Chinesen sprechen von einem Angriff auf ihre Kultur. Da gibt es sehr barsche Reaktionen. Dabei wollen wir keine neue Entscheidung vorschlagen, sondern frühere Konferenzbeschlüsse zum Tiger in eine Resolution gießen. Unsere Sorge ist, dass im Handel nicht unterschieden werden kann, ob Tigerknochen und andere Produkte von wilden oder gezüchteten Tieren stammen. Wir begrüßen in unserem Papier ausdrücklich den Beschluss der 13 Tigerarealstaaten, die Tigerzahl von derzeit insgesamt 3500 Tieren in der Natur zu verdoppeln.
Warum möchten gerade die USA die Eisbären besonders schützen?
Adams: Das ist sicher etwas widersprüchlich. Der Eisbär ist durch den Klimawandel gefährdet und gerade auf diesem Gebiet tun sich die USA nicht gerade positiv hervor. Die USA haben dem Eisbären aber schon seit längerem national die höchste Schutzkategorie eingeräumt, und da liegt es auf einer Linie, ihn international schützen zu lassen. Vor einer Entscheidung für einen Antrag fragt die US-Regierung zudem Umweltorganisationen, welche Anträge gestellt werden sollen, und da war der Eisbär dabei. In Kanada, Grönland und Russland wird er noch gejagt.»
iwi/news.de/dpa
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