Damit Tiger und Hai nicht ganz verschwinden
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Von Simone Humml
Artikel vom 13.03.2010
Schillerlocken sollten ebenso tabu sein wie Tigerwein und Elfenbeinschnitzereien: Die Artenschutzkonferenz berät im Emirat Katar darüber, wie man die gefährdeten Tiere effektiv schützen kann.
Haie und Korallen, Eisbären und Elefanten stehen im Fokus der Artenschutzkonferenz in Doha im Emirat Katar. 175 Staaten streiten sich bis zum 25. März etwa darum, ob weitere afrikanische Länder Elfenbein verkaufen dürfen oder ob Haifische geschützt werden sollen. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites) begrenzt den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen. Besonders viele Anträge gibt es dieses Jahr für gefährdete Meerestiere.
«Wir sehen, dass Fischbestände weltweit bedroht sind. 75 Prozent sind in einer ungünstigen Erhaltungssituation», erläutert der Referatsleiter Artenschutz im Bundesumweltministerium, Gerhard Adams. «In vielen Ecken der Welt gibt es überhaupt kein Fischereimanagement, in anderen ein schlecht funktionierendes, und dazu kommt noch die illegale Fischerei. Der Bedarf an Meeresfischen nimmt dagegen weiterhin zu.» Schon die letzte Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag habe sich daher für ein stärkeres Cites-Engagement beim Schutz von Meeresfischen ausgesprochen.
Haie sind viel bedrohter als bedrohlich
So nimmt Deutschland einen neuen Anlauf, um Dorn- und Heringshai besser zu schützen. Diese kommen auch in deutschen Gewässern vor und landen als Schillerlocke, Fish and Chips oder Hai-Steak auf den Tellern. Nach dem Willen Deutschlands sollen diese Haie nur aus solchen Beständen gefangen werden, die dadurch nicht zerstört werden. Gleiches beantragten die USA für sechs weitere Haiarten.
Allein in der EU sind nach Angaben der EU-Kommission rund ein Drittel der Haiarten wegen Überfischung bedroht. Grund sei vor allem eine starke Nachfrage nach Haiflossen auf dem asiatischen Markt. «Insbesondere Spanien spielt eine große Rolle für den Haifischflossenfang», kritisiert Ralf Sonntag, Direktor Deutschland beim Internationalen Tierschutz-Fonds (Ifaw).
«Jetzt werden die Weichen gestellt, wie sich die Ökosysteme im Meer entwickeln», betont Sonntag. Wegen der begehrten Flossen seien viele Haiarten in den vergangenen 50 bis 60 Jahren um 70 bis 80 Prozent reduziert worden. 74 der rund 400 beschriebenen Haiarten seien auf der Roten Liste bedrohter Tiere. Ein Kilo Haiflossen bringe bis zu 740 Dollar (550 Euro).
Afrikaner streiten um Elfenbein
In Doha wird auch der Kampf der afrikanischen Länder um den Elfenbeinhandel wieder ausbrechen. Kenia, Ghana, Ruanda und vier weitere afrikanische Länder fürchten ein Aufflackern der Wilderei, falls weiteres Elfenbein legal in den Handel kommt. Sie möchten den Verkauf für weitere 20 Jahre total verbieten. Tansania und Sambia wollen dagegen ihre Lagerbestände verkaufen. «Gerade in diesen beiden Ländern sind Elefantenwilderei und Elfenbeinschmuggel völlig außer Kontrolle», warnt Daniela Freyer von der Organisation Pro Wildlife.
«Je mehr Elfenbein freigegeben wird, desto mehr wird auch gewildert», sagt Ifaw-Artenschutzexperte Peter Püschel. Schätzungsweise werde nur ein Zehntel der Schmuggelware auch entdeckt. Die Banden seien zunehmend organisiert. «Zusätzlich führt die Präsenz von Tausenden von chinesischen Arbeitern in Ghana und Kenia zu Wilderungen», ergänzt Püschel. «In Ghana sind viele Produkte für den chinesischen Markt zu finden.» Während sich Deutschland gegen den Elfenbeinhandel ausspricht, ist die EU noch gespalten.
Keinen Tigerwein mehr
Erreichen möchte die EU jedoch, dass in China keine Tigerprodukte mehr verkauft werden. Der Handel ist zwar offiziell verboten, wird aber von den Behörden nicht geahndet. Zudem sollte nach dem Willen der EU die Zucht der Raubkatzen für Tigerprodukte eingestellt werden. 5000 bis 10.000 Tiger leben nach Ifaw-Schätzung in Farmen - offiziell zur Auswilderung.
Es gibt in China zahlreiche Mittelchen aus Tigerprodukten, etwa den Tigerwein. Dazu wird ein Tigerskelett in eine Tonne voll Wein gelegt. Eine Flasche davon koste mehrere hundert Dollar, sagt Püschel. In Freiheit gebe es nur noch 3500 Tiger in 13 Ländern. Auch in Russland und Indien werde die Zahl der Tiger aufgrund des chinesischen Sogs für Tigerprodukte reduziert.
Der vom Klimawandel besonders bedrohte Eisbär soll auf Wunsch der USA geschützt werden. «Allein in Kanada werden jährlich 500 bis 600 Eisbären legal getötet», schreibt Pro Wildlife. Auch Grönland genehmige den Abschuss von 130 Eisbären jährlich. Hauptabnehmer seien Pelzhändler in Japan und europäische Großwildjäger, die 40.000 Euro für einen Abschuss bezahlen.
Neben diesen Tieren sollen unter anderem 31 Korallenarten, der Rote Thun, Laubfrösche und Rosenholzbäume geschützt werden.
iwi/news.de/dpa
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Verschiedene Unterarten des Tigers scheinen bereits ausgerottet zu sein. Verantwortlich ist neben der Zerstörung ihres Lebensraumes vor allem die Jagd auf sie. Früher war die Trophäenjagd auf Tiger in Mode - es wurden regelrechte Treibjagden veranstaltet. Heute sind Tiger in ihrem gesamten Lebensraum geschützt. Unterbinden kann dies die Jagd auf sie aber leider nicht. So hat z.B. die Wilderei in den letzten Jahren wieder verstärkt zugenommen. Es scheint auch an politischem Willen zu mangeln.
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