Härteres Vorgehen verlangt
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Im Kampf gegen Kindersextourismus hat die Kinderrechtsorganisation ECPAT strengere Gesetze und die Einrichtung zentraler Meldestellen gefordert. Auch in Deutschland kämen zu viele Täter straffrei davon.
«Wir müssen den Tätern zeigen, dass wir etwas unternehmen und dass ihre Taten nicht geduldet werden», sagte Mechthild Maurer, Geschäftsführerin der Organisation gegen Kinderhandel (ECPAT Deutschland), am Dienstag zum Abschluss einer internationalen Tagung in Berlin. Auch in Deutschland kämen viel zu viele Täter, die bei Reisen im Ausland Kinder missbrauchten, straflos davon. Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef werden weltweit jedes Jahr etwa 1,8 Millionen Mädchen und Jungen zur Prostitution und Pornografie gezwungen - auch in Europa.
Bei den geforderten Meldestellen nach dem Vorbild der Schweiz sollen Bürger Hinweise auf mögliche Sextouristen geben können. Die Meldestellen können dabei auch direkt bei der Polizei angesiedelt sein. Wer beispielsweise von Kollegen Fotos aus dem Urlaub gezeigt bekomme, die einem verdächtig vorkämen, könnte darüber diese Stellen informieren, sagte Maurer. Fachpersonal würde die Angaben prüfen und bei entsprechender Beweislage Ermittlungen einleiten. In der Schweiz habe man mit diesem System bereits gute Erfahrungen gemacht. In Deutschland gebe es bei der Strafverfolgung gerade bei der Beweisaufnahme oft große Probleme, sagte Maurer.
Besonders viele minderjährige Prostituierte gebe es in Thailand, Kambodscha, Vietnam und Indien, aber auch in einigen afrikanischen und südamerikanischen Ländern. Genaue Angaben über die Zahl der Reisenden, die Kinder sexuell ausbeuten, gibt es nicht. Hilfsorganisationen schätzen, dass jährlich rund 10.000 Reisende allein aus Deutschland kommen. Viele Sextouristen bevorzugen Kinder, weil sie glauben, sich bei ihnen nicht mit Aids anstecken zu können. Studien zufolge ist in Asien allerdings rund die Hälfte der minderjährigen Prostituierten mit HIV infiziert.
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