Sie kamen mit Maschinenpistolen und Macheten: Mehrere hunderttausend Euro raubten schwerbewaffnete Gangster bei einem Überfall auf ein Pokerturnier in Berlin. Offenbar verhinderte ein Wachmann größeren Schaden.
Bewaffnet mit Gewehren, Macheten und Handgranaten haben mehrere Maskierte Europas größtes Pokerturnier in Berlin überfallen. Die Täter seien mit 200.000 Euro Beute auf der Flucht, hieß es aus Ermittlerkreisen. Nach Angaben der Polizei wurden mehrere Gäste leicht verletzt, weil unter ihnen kurzzeitig Panik ausbrach.
Laut «Berliner Morgenpost», konnten Wachmänner den Räubern bei der Flucht einen großen Teil der Beute entreißen. Ein Sicherheits-Mitarbeiter des Hotels sagte der Zeitung: «Wir haben aus der Situation das Beste gemacht, was man machen konnte. Die Täter waren zu viert, wir zu dritt. Wir haben rund 80 Prozent der Beute retten können.»
Aus Ermittlerkreisen erfuhr die Zeitung, dass die Täter mit 200.000 Euro auf der Flucht sind. Nach Angaben eines Polizeisprechers konnten die vier maskierten Täter zu Fuß entkommen. Eine heiße Spur gebe es bislang nicht, sagte der Sprecher der rbb-«Abendschau». Laut Polizeiangaben fielen keine Schüsse. Gegen 14.15 Uhr stürmten die Täter das Berliner Luxushotel Grand Hyatt und «störten» das Turnier, wie der Sprecher formulierte.
Dramatische Szenen zwischen den Spieltischen
Mehrere Augenzeugen berichteten von chaotischen Zuständen in dem Berliner Hotel. Teilnehmerin Claudia Sommerey sagte: «Ich bin in den Vorraum gegangen und habe drei maskierte Männer gesehen, die mit Gewehren bewaffnet waren und auf die Anmeldung zugestürmt sind.» Dort habe das Preisgeld für die laufenden Turniere gelegen.
Die Security-Mitarbeiter haben Sommerey zufolge dann versucht, die Räuber mit den Absperrungen «in Schach zu halten«. Anschließend sei sie in den Saal geflohen. Dort sei wenig später eine Massenpanik ausgebrochen. »Ich hörte nur, wie jemand ‹runter, runter› rief, dann habe ich mich unter einen der Tische gelegt. Im Vorraum waren da immer noch Geräusche von Auseinandersetzungen zu hören.« Sie habe dann versucht, die Polizei anzurufen. »Leider war ich fünf Minuten in der Warteschleife des Notrufs», sagte die 39-Jährige dem Online-Magazin.
Turnier soll fortgesetzt werden
Unterdessen wurde das Pokerturnier am Abend fortgesetzt. Bei dem Turnier, das am Dienstag mit fast 1000 Teilnehmern gestartet war, geht es um eine Siegprämie von einer Million Euro. Die prominentesten Teilnehmer waren aber früh ausgeschieden. Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker mussten seinen Platz am Tisch ebenso schnell räumen wie die Fernsehmoderatorin und Buchautorin Charlotte Roche. Auch Titelverteidigerin Sandra Naujoks («Black Mamba») war schon in der Nacht zum Donnerstag gescheitert.
cvd/sgo/news.de/dpa/ddp