Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche zieht immer weitere Kreise. Auch Mitglieder der Regensburger Domspatzen sollen Opfer geworden sein. Nun fordert der Theologe Friedrich Schorlemmer, über den Zölibat nachzudenken.
Der Theologe und Publizist Friedrich Schorlemmer fordert nach dem jüngsten Bekanntwerden der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen die Abschaffung des Zölibats. «Es gibt drei Grundtriebe: Essen, Trinken und Sexualität. Diese Bedürfnisse kann man nicht einfach abschneiden. Die Katholische Kirche muss jetzt einfach noch einmal nachgucken. Am besten auf Luther, der 1520 gefragt hat: Soll man solche Gelöbte ablegen?», sagte er im news.de-Gespräch.
Schorlemmer sieht die Katholische Kirche in einer Systemkrise. «Wenn sie ihre Sexualmoral nicht ändert, also nicht allen Menschen, auch den Priestern, erlaubt, Zärtlichkeit zu haben, eine Frau zu haben, Kinder zu haben, dann kommt es auch zu Exzessen und Missbrauchsfällen.», sagte er.
Wie das Bistum Regensburg auf einer Pressekonferenz bekanntgab, waren Anfang der 1960er Jahre offensichtlich auch Mitglieder der weltberühmten Regensburger Domspatzen Opfer sexueller Handlungen von Kirchenmitarbeitern. Ermutigt durch die Berichterstattung in den vergangenen Tagen habe sich ein mutmaßliches Opfer bei der für sexuellen Missbrauch zuständigen Diözesanbeauftragten Birgit Böhm gemeldet.
«Wir rechnen aber mit einer Kontaktaufnahme eines weiteren Geschädigten, da er dies einer Mittelperson angekündigt hat», erklärte Bistumssprecher Clemens Neck. Aktuelle Missbrauchsfälle schloss er aus: «Es ist aktuell kein Fall da, der in irgendeiner Weise die Domspatzen in ihrer heutigen Existenz berührt», betonte Neck.
Dass das Bistum so spät mit diesen Fällen an die Öffentlichkeit geht, erklärte der Sprecher damit, dass sich nun erst im Zuge der jüngsten Berichterstattung Menschen gemeldet hätten, die von «Vorkommnissen, Übergriffen, aber auch Missbrauch» berichteten. Diese beträfen allerdings die Jahre 1958 bis 1973. Insgesamt stellte Neck fünf Fälle vor, die seinen Worten nach alle bereits veröffentlicht wurden. Es fehlten lediglich Details.
Unter anderem wurde ein Geistlicher, der Präfekt am Musikgymnasium Regensburg war, 1958 aus dem Dienst entfernt, weil er mit zwei seiner Schüler bei «unsittlichen Handlungen» ertappt wurde. Der Mann soll zu zwei Jahren Haft verurteilt worden sein und starb 1984. «Bisher wissen wir nicht, wen Friedrich Z. missbraucht hat, auch nicht, welcher Art die Tat war und ob es nach der Verurteilung noch weitere Opfer gegeben hat», sagte Neck. Hier sei weitere Recherchearbeit nötig.
Dies gelte auch für einen ehemaligen Schüler der Grundschule Etterzhausen, der angegeben habe, Anfang der 1960er Jahre durch «übermäßige Prügel und Demütigungen misshandelt und durch Berührungen im Genitalbereich missbraucht» worden zu sein. Beschuldigt werde ein junger Erzieher, der bisher noch nicht identifiziert worden sei. Aus der genannten Grundschule werden auch Sänger der Domspatzen rekrutiert.
«Wir wollen Gerechtigkeit und Hilfe für die Opfer», sagte Neck. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit sollen bisher unbekannte Opfer oder Täter ermittelt werden. «Wir möchten dazu ermuntern, Namen zu nennen», sagte Böhm. Soweit noch möglich, sollen die Täter straf- und kirchenrechtlich verfolgt werden. Ein Anwalt sei bereits eingeschaltet. In etwa zwei Wochen will das Bistum einen Zwischenbericht vorlegen.
Immer neue Vorwürfe
Im Skandal um sexuellen Missbrauch und brutale Schläge am Klosterinternat Ettal werden immer neue Vorwürfe bekannt. Dem externen Ermittler Thomas Pfister liegen entsprechende Angaben von rund 100 Opfern vor, wie er mitteilte. Zudem berichtete er von einem aktuellen Fall, in dem ein Klostermitglied gestand, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen und früher Fotos halbnackter Schüler ins Internet gestellt zu haben. Dies sei der Hintergrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Kloster Mitte der Woche gewesen.
Der Sonderermittler sagte, es habe früher deutlich mehr als zehn Patres gegeben, die systematisch geprügelt hätten. Die Mehrzahl habe zwar nicht selbst geprügelt, durch ihr systematisches Schweigen hätten sie den anderen aber erst einen rechtsfreien Raum für ihre Vergehen geschaffen. Pfister sprach von schweren Schlägen, Massenbestrafungen und anderen massiven Vergehen.
Der Cellerar des Klosters - eine Art Verwaltungsleiter - Pater Johannes Bauer, räumte auf der Pressekonferenz ein, selbst in den 1980er Jahren Kinder «brutal körperlich misshandelt» zu haben. Er habe Kinder mit der Hand aber auch mit einem Bügel verprügelt. Bauer bat um Vergebung, einen Rücktritt lehnte er aber ab. Seine Aufgaben hätten nichts mehr mit Kindern zu tun.
Eklat auf der Pressekonferenz
Der Sonderermittler Pfister betonte zwar, dass es seit 1990 eine Zäsur gebe. Er berichtete allerdings auch von einem Fall aus dem Jahr 2009 in dem ein früher für Prügel bekannter Lehrer zwei jungen Schülern Kopfnüsse gegeben habe und einem von ihnen auf den Zeh getreten sein soll.
Dabei kam es in der Pressekonferenz zum Eklat, als der kommissarische Schulleiter sich zu Wort meldete und sagte, die Kopfnüsse seien nur leicht und mehr zum Spaß gewesen. Pfister widersprach ihm entschieden und warf ihm Vertuschung vor. Der Sonderermittler betonte, er habe selbst mit den Kindern gesprochen und diese hätten ihm gesagt, dass die Schläge sehr wehgetan hätten.
bjm/iwe/ivb/news.de/ap
Nun hat es ihm das Hirn total"verhagelt"! Hier versucht ein kleiner katholische Ungeist die Fahrt einer evangelischen Bischöfin, angetrunken,und zurückgetreten,Fakt, mit den tausendfachen Vergewaltigungen an Schutzbefohlenen, körperlich und seelisch,gleichzusetzen. Das ist nicht klein und billig, das ist die unchristliche katholische Fratze der Kinderschänder in ihren schwarzen und purpurnen "Röcken".Das Forum hat verstanden.
jetzt antwortenKommentar meldenLeute die anderen unterstellen nicht logisch im eigenen Sinne denken zu können,erzählen auch so richtigen Mist zu nicht nachweisbaren Statistiken.Wer hat diese Statistik in welcher Größenordnung veranlaß,wer hat sie durchgeführt und wer hat sie bezahlt?Wes Brot ich ess,des Lied ich sing.Was sind weltliche Männer,ich kenne nur Männer und schwule Männer.Der Mut der Verzweiflung kommt ganz langsam,aber ganz woanders her. Da war heute kein Mut,nur noch Verzweiflung als Antwort nach dem Gespräch zwischen Herrn Zollitsch und Herrn Ratzinger,Oberhaupt der Amtskirche von Rom.
jetzt antwortenKommentar meldenJetzt laß den armen Schorlemmer doch in Ruh'!Der hatte jetzt erst den ur Stress sich den Mund fusselig zu reden ob seiner versoffenen Bischöfin,da tut es ihm zur Entspannung schon ganz gut wenn er, bevor er sie mit einem guten Fläschchen besucht-denn Tschechernettln können ganz schön gut drauf sein wenn die Versorgung passt-ein wenig das Maul über die Pädophilen von der anderen Fraktion zerreisst.Da fordert er im Gegensatz zum Falle seiner linken Saufkumpanin alles auf dem Tisch und ist,wie es diese "Demokraten" so gerne haben wenn es nicht sie selbst betrifft,fuchsteufelswild hinterher.Soll er sich den Luther einmal selber durchlesen
jetzt antwortenKommentar meldenWenn der protestantische Thologe Schorlemmer Thema und Hintergründe kennen würde, würde er, wenn er logisch denkt, Priestertum und Zölibat für alle erwachsenen Männer fordern. Denn die Statistik belegt, dass unverheiratete zölibatär lebende Priester der katholischen Kirche 36mal weniger zu sexuellem Missbrauch neigen, als das "weltliche Männer" tun. Überhaupt lehnt er sich als Theologe sehr weit aus dem Fenster, denn den Blick auf die andere Konfession zu lenken, ohne den Mist zu Füßen der eigenen zu riechen, das hat schon beinahe sowas wie den Mut der Verzweiflung!
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