Die Single-Bären sind erwacht
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Von Miriam Bandar
Artikel vom 04.03.2010
Österreichs Frühlingsbote ist braun, pelzig und nicht ganz ungefährlich: Einer von zwei im Alpenland wildlebenden Bären ist aus dem Winterschlaf erwacht und in der Steiermark in eine Fotofalle getappt.
Aufkeimende Frühlingsgefühle dürften die Pelztiere aber eher frustrieren: Die zwei einzigen im deutschsprachigen Zentralalpenraum lebenden Bären sind Männchen und tapsen seit Jahren erfolglos auf der Suche nach einem Weibchen durch die Wälder.
Auswilderungsversuche des World Wide Fund for Nature (WWF) scheitern regelmäßig am Widerstand von Bauern, Jägern oder besorgter Bevölkerung. Zu präsent ist vielen noch das Drama um den deutschen Problembären «Bruno», der im Sommer 2006 in Bayern an einer Gewehrkugel starb. Sein Tod löste eine grenzübergreifende Diskussion darüber aus, wie mit solchen Wildtieren - die man heute meist nur noch aus dem Zoo kennt - umzugehen ist.
«Braunbären sind weder wilde Bestien noch Kuscheltiere», beruhigt die WWF-Bärenexpertin Christina Kubalek. Die Menschen müssten den Umgang mit den Tieren einfach wieder neu lernen. Wenn man sich nicht zwischen die Mutter und ein Jungtier stelle oder den Bären provoziere, ließen die Tiere den Menschen bei einer Begegnung sowieso in Ruhe. Auch Schafe, Hühner oder andere Nutztiere seien nicht die Lieblingsspeise der Wildtiere. Gelegentliche Übergriffe könnten dennoch vorkommen, seien aber mit Schutzmaßnahmen wie Elektrozäunen leicht zu verhindern. «Zu 75 Prozent ernährt sich der Bär pflanzlich, danach greift er erst mal zu Insekten und plündert Ameisenhaufen», sagt Kubalek.
Den gerade erwachten Braunbären hat ein Mais-Rapsöl-Gemisch in einem Eimer vor die Kamera gelockt. Auf dem unscharfen schwarz-weiß Bild macht sich das Tier auf den Hinterbeinen aufgestellt über den Köder in einem Eimer her. Dabei hat der Bär unbemerkt ein paar Haare gelassen, den die Wissenschaftler jetzt in einer DNA-Analyse untersuchen wollen, um seine Identität zu bestimmen. Denn ob es sich auf dem Bild um Junggesellen «Moritz» oder um seinen Vater «Djuro» handelt, ist nicht erkennbar.
Nach allen Prognosen werden die beiden Tiere auch in diesem Sommer wieder allein durch die Alpenwälder streifen, denn bisher steht laut Kubalek nur das Bundesland Oberösterreich dem Wiederansiedelungs-Projekt positiv gegenüber. Zehn zusätzliche Bären sind nach Ansicht des WWF nötig, um langfristig eine Population zu sichern. Neben dem 21-jährigen «Djuro» und dem achtjährigen «Moritz» werden in Österreich im Bundesland Kärnten noch gelegentlich Bären, die aus Slowenien kommen, gesichtet. Doch das waren bisher auch ausschließlich Männchen.
iwe/ivb/news.de/dpa
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