Mo., 13.02.12

Extremwetter Kalter Winter war überraschend

Von Irena Güttel

Artikel vom 04.03.2010

Es war der kälteste Winter seit 13 Jahren. Damit haben selbst die Wetterexperten nicht gerechnet.

«Ich hätte aufgrund der Entwicklung in den Vorjahren eher auf einen milden Winter getippt», sagte Jörg Rapp vom Deutschen Wetterdienst. In diesem Winter sei der Wind jedoch außergewöhnlich oft aus Norden oder Osten gekommen und habe kalte Luft nach Deutschland gebracht, erklärte der Meteorologe am Rande des Extremwetterkongresses in Bremerhaven.

«Es war deutschlandweit 1,5 Grad kälter als im langjährigen Mittel», sagte Rapp. Im Norden seien es sogar 2 bis 3 Grad weniger gewesen. «Deutschlandweit war es der kälteste Winter seit 13 Jahren.» In Erinnerung werde aber vor allem der viele Schnee bleiben. Im Nordosten sei an manchen Stellen sogar mehr Schnee gefallen als im Rekordwinter 1978/79. Die Wetterstation in Greifswald habe zum Beispiel eine Schneehöhe von 63 Zentimetern gemessen.

Besonders sei auch gewesen, dass die weiße Pracht Deutschland mehr als zwei Monate durchgehend im Griff hatte. «In Norddeutschland gab es 60 bis 70 Tage mit Schneedecke, normal sind im Schnitt um die 30 Tage», erläuterte Rapp.

Ob sich die Deutschen nach dem eisigen Winter auf einen besonders schönen Sommer freuen können, konnte Rapp nicht sagen. «Der Zufall spielt eine Rolle. In der Meteorologie bleibt immer ein Teil unbestimmt.» Es könne aber sein, dass es im Frühjahr einige kältere Tage gebe, weil Nord- und Ostsee sich etwas stärker abgekühlt hätten als in den Jahren zuvor. Dadurch sei die Luft, die darüber streiche, ebenfalls kälter. «Wenn aber ein dickes Hoch kommt, wird es auch ein schöner Frühling.»

iwe/news.de/dpa
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Extremwetter: Kalter Winter war überraschend » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855047028/kalter-winter-war-ueberraschend/1/
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 13.03.2010 16:37
von
meteoralf

Der kalte Winter kam nicht so ganz überraschend: Nach dem Sonnenfleckenminimum 2009 ist die Zirkulation stehengeblieben: Dadurch kam die hohe Zahl von Nord- und Ostwetterlagen zustande. Die Luft konnte aufgrund deutlich meridionaler Strömung, die in dieser Intensität im Winter normalerweise eher nicht anzutreffen ist, aus arktischen Bereichen zu uns kommen und uns den Schnee bringen. Erst in Zukunft werden die konsistenten Wetterlagenabfolgen sich wieder durchsetzen können und dabei voraussehbar sein: www.meteoralf.de

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