Das Erdbeben in Chile hat Auswirkungen auf den gesamten Globus: Die Naturkatastrophe hat laut Nasa die Erdachse verschoben und damit zu einer Veränderung der Tagesdauer geführt. Für Nicht-Wissenschaftler dürfte dies jedoch belanglos sein.
Durch das schwere Beben in Chile hat sich möglicherweise die Tageslänge auf der Erde verkürzt. Erste Messungen hätten ergeben, dass sich die Erdachse um acht Zentimeter verschoben habe, hieß es auf der Internetseite der US- Weltraumbehörde Nasa. Dadurch ändere sich die Erdrotation und die Tage würden um 1,26 Mikrosekunden kürzer. Eine Mikrosekunde ist der millionste Teil einer Sekunde.
Die Bewegungen der Erdachse sind periodisch und relativ klein. Sie werden Polbewegungen genannt und von internationalen Diensten überwacht. Die Bewegungen werden vor allem durch Massenverlagerungen im Inneren der Erde, in den Ozeanen und in der Atmosphäre verursacht und betragen bis zu 0,25 Bogensekunden, was auf der Erdoberfläche etwa 9 Meter entspricht. Große und starke Erdbeben, wie zuletzt in Chile, sind in der Lage die Verteilung der Masse des Planeten zu verwandeln.
«Durch das starke Beben in Chile wurde die Länge der Tage auf unserem Planeten um 1,26 Mikrosekunden (Millionstel Sekunden) verkürzt. Die Erdachse wurde dabei um etwa 2,7 Millisekunden (etwa acht Zentimeter) verschoben», teilte Richard Gross, Geophysiker bei der Nasa anhand eines Computer-Modelles mit. Gleichzeitig stellte Gross fest, dass sich die Isla Santa María, nahe der Küste von Concepción, ebenfalls durch die gewaltigen Kräfte des Bebens verschoben habe.
Die Hilfe kommt an
Knapp vier Tage nach dem Beben erreicht die Hilfe immer mehr der etwa zwei Millionen Opfer. Hubschrauber der Luftwaffe und Marineschiffe brachten vielen der Menschen in den verwüsteten Regionen Maule und Bíobío am Dienstag erstmals Lebensmittel und Medikamente. Dank starker Militärpräsenz und nächtlicher Ausgangssperren kam es kaum noch zu Plünderungen und Raubüberfällen wie in den ersten Tagen nach dem Beben der Stärke 8,8. Bei einem der heftigsten je registrierten Beben waren nach neuen Angaben fast 800 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden noch hunderte Menschen vermisst. Die Zahl der Verletzten war unbekannt.
Obwohl es einige Anfangsschwierigkeiten bei der Versorgung der Opfer gegeben hatte, lobten die Vereinten Nationen und auch US-Außenministerin Hillary Clinton die Maßnahmen der chilenischen Regierung angesichts einer der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. «Chile ist vielleicht das Land Lateinamerikas, das am besten für eine solche Katastrophe vorbereitet ist. Es hat außerordentlich strenge Bauvorschriften. Welches andere Land würde schon ein Beben der Stärke 8,8 so überstehen?», sagte die stellvertretende UN-Nothilfekoordinatorin Catherine Bragg in New York. Es gebe eine klare Führung, die sich auch in der Krise bewiesen habe.
Auch Clinton hob bei einen Kurzbesuch in Santiago die Leistungen Bachelets hervor. «Sie und ihre Regierung haben große Führungsqualitäten bewiesen, und wir bewundern den Mut des chilenischen Volkes», sagte sie. Zugleich übergab sie Satellitentelefone, um die Kommunikation in den vom Beben verwüsteten Regionen zu verbessern. «Ich weiß, dass die Präsidentin (Bachelet) mich um 62 solcher Telefone gebeten hat. Aber an Bord meines Flugzeuges waren nur 25, die ich zur Verfügung stelle», sagte Clinton. Auf Bitten Chiles würden die USA auch Anlagen zur Wasseraufbereitung, ein Feldlazarett mit Chirurgen, Dialysegeräte und Notstromaggregate liefern. Perus Präsident Alan García übergab ein Feldlazarett.
Plünderungen in unzerstörten Geschäften
Viele Menschen hatten in den ersten Tagen nach dem Beben Lebensmittelgeschäfte geplündert, da es vielerorts zunächst kein Wasser und kaum Essen gab. Die wegen solider Bauweise größtenteils nicht eingestürzten Geschäfte blieben trotz gut gefüllter Warenregale wegen Strommangels geschlossen. Während die meisten Menschen bei Plünderungen nur Grundnahrungsmittel mitnahmen, nutzten Kriminelle und Gelegenheitsdiebe das Durcheinander, um alles, was sich zu Geld machen lässt, davonzuschleppen.
Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Vision, Paula Saez, berichtete unterdessen von schweren Zerstörungen in den Regionen Bíobío und Maule. «Einige Städte wie zum Beispiel Chillan, Curico und Lota sind von der Außenwelt abgeschnitten und zum Teil komplett zerstört. Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel und Trinkwasser. Manche Dörfer, wie beispielsweise Puerto Saavedra, erscheinen völlig menschenleer. Die Bewohner haben sich aus Angst vor weiteren Flutwellen in die umliegenden Wälder und auf höher gelegene Hügel zurückgezogen», teilte die Organisation mit.
cvd/news.de/dpa
Erdbeben-eine Dimension,welche wir "nie in den Griff" bekommen werden, genauso wenig wie Seebeben,Vulkanausbrüche und die Skala dürfte beliebig fortgesetzt werden!Als ich vor ca. 15 Jahren schrieb, daß wir Menschen in den nächsten Jahren verstärkt damit uns befassen müssten, habe ich zahlreiche Briefe und dgl. erhalten, wobei ich als utopischer Miesmacher hingestellt wurde.Nun rotiert die Erde ein bißchen schneller-wen juck es?? In der Summe aller Ereignisse jedoch mehr als bedenklich...Heute Chile, Sumatra oder der Andreasgraben? In L.A.oder Frisco würde ich jedenfalls nicht leben wollen....
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