Mo., 13.02.12

Nach Erdbeben in Chile Befürchtete Flutwellen bleiben aus

Artikel vom 28.02.2010

Aufatmen in der Pazifikregion: Vor Japan bildeten sich nach dem schweren Erdbeben in Chile lediglich kleine Flutwellen, Hawaii und Australien blieben von einer Katastrophe komplett verschont. Noch ist die Gefahr in Asien jedoch nicht gebannt.

Nach dem heftigen Erdbeben in Chile mit mehr als 300 Toten sind Tsunami am Sonntag auf die Küsten Japans getroffen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagnachmittag (Ortszeit) meldete, wurden an der Küste der nördlichen Provinz Iwate Flutwellen von 1,45 Metern Höhe beobachtet. TV-Bilder zeigten Hafengebäude, die umspült wurden. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Aus Furcht vor Tsunami hatten die Behörden des Landes Zehntausende von Bewohnern an Japans gesamter Pazifikküste aufgefordert, sich auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen.

Erste kleinere Wellen zwischen 10 und 30 Zentimetern waren zunächst in der nördlichsten Provinz Hokkaido beobachtet worden. Die Behörden warnten jedoch, dass nachfolgende Wellen höher sein könnten. Nach Angaben der nationalen Meteorologischen Behörde könnte ein Tsunami von bis zu drei Metern Höhe die Küste des Landes erreichen. Es war das erste Mal seit mehr als 15 Jahren, dass die Behörde eine Warnung vor einem solch größeren Tsunami ausgab. Betroffen waren die Küstenregionen der nördlichen Provinzen Aomori, Iwate und Miyagi.

Die Behörde warnte zudem vor möglichen Wellen von bis zu zwei Metern entlang der übrigen Pazifikküste des Landes und forderte die Anwohner zum sofortigen Verlassen ihre Häuser auf. Die Küstenwache forderte auch die Besatzung von Schiffen in den Gewässern vor der Provinz Iwate auf, sich in Sicherheit zu bringen. Allein in Aomori und Miyagi wurden die Bewohner von insgesamt 25.500 Haushalten aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen. In anderen Teilen des Archipels wurden derweil Wellen zwischen 10 und 50 Zentimetern Höhe beobachtet.

1,50 Meter statt 15 Meter

An der russischen Pazifikküste haben die Behörden am Morgen erste kleinere Flutwellen mit Höhen von bis zu 80 Zentimetern beobachtet. Im Süden der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten des Riesenreichs sei der Meeresspiegel um 40 Zentimeter gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Einige Bewohner der Kurilen-Inselkette mussten sicherheitshalber ihre Wohnungen verlassen. Die Tsunami-Warnung sei noch nicht aufgehoben worden, hieß es. Berichte über Schäden lagen nicht vor.

16 Stunden nach dem Beben hatte die Flutwelle die Hawaii-Inseln erreicht. Dort waren die Bewohner der Küstenregionen am Samstag mit Sirenen gewarnt worden. Die Strände waren verwaist, zahlreiche Bewohner deckten sich mit Lebensmitteln und Benzin ein. Die Flutwelle verlief dann aber glimpflich, der Wasserspiegel stieg lediglich um einen Meter bis 1,50 Meter an. Nach dem Beben vor Indonesien 2004 hatten sich die Wasserwände 15 Meter hoch aufgetürmt.

Viele Touristen und Bewohner auf Hawaii fuhren mit ihren Autos auf höher gelegen Küstenstreifen und wollten von dort das Naturspektakel beobachten. «Es herrscht eine Stimmung wie auf einem Campingplatz», meinte ein Reporter des TV-Lokalsenders KITV4. Viele Bewohner hatten sich zuvor die Geschäfte gestürmt und sich mit Lebensmitteln eingedeckt. Hawaii hat Erfahrung mit Tsunamis und verfügt über ein gutes Warnsystem.

Tonga meldet zwei Meter hohe Wellen

Aus dem Pazifikstaat Tonga wurde eine zwei Meter hohe Flutwelle gemeldet, Hinweise auf Schäden lagen nach Behördenangaben zunächst nicht vor. Auf Samoa blieb der befürchtete Tsunami offenbar aus. Dort waren vor fünf Monaten bei einer Flutwelle 183 Menschen ums Leben gekommen.

Auf der Insel Raoul auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Tonga zeichnete eine automatische Wetterstation eine etwa 1,20 Meter hohe Welle auf. Die neuseeländischen Chatham Inseln, etwa 700 Kilometer südöstlich der Hauptinsel, wurden am Sonntag (Ortszeit) von drei aufeinanderfolgenden Wellen getroffen, die dritte erreichte eine Höhe von etwa 1,50 Meter.

In Australien verzeichnete die Meteorologische Behörde einen 50 Zentimeter hohen Tsunami auf der Norfolk-Insel, auf den neuseeländischen Chatham-Inseln wurde am Sonntag eine zwei Meter hohe Welle gemeldet. Berichte über Schäden lagen nicht vor.

Bis zum Sonntagmorgen (MEZ) hob das Pazifische Tsunami-Warnzentrum den Alarm für alle Länder außer Russland und Japan wieder auf.

hav/news.de/ap/
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