Ein gewaltiges Sturmtief hat an der nordspanischen Atlantikküste beträchtliche Schäden angerichtet, eine 82-jährige Frau starb.
Ein gewaltiges Sturmtief hat am Samstag die Iberische Halbinsel erreicht und beträchtliche Schäden an der nordspanischen Atlantikküste angerichtet. In der Gegend von Ourense in der Region Galicien wurde eine 82-jährige Frau von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Orkanböen entwurzelten zahllose Bäume, rissen Strommasten um und deckten Dächer ab. Im Baskenland erreichte der Sturm nach Angaben der Behörden Geschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern. Die Regionalregierung hatte die baskische Bevölkerung aufgerufen, nach Möglichkeit in den Wohnungen zu bleiben.
In mehreren Orten in Nordwestspanien fiel die Stromversorgung aus, nachdem Bäume auf Hochspannungsleitungen gestürzt waren. Der Bahnverkehr wurde auf mehreren Strecken unterbrochen.
Das Unwetter war in der Nacht zum Samstag über die Kanarischen Inseln hinweggezogen. Dort waren aber keine größeren Schäden registriert worden. Die Orkanböen erreichten dort Geschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern. Über die Bergspitzen der Insel La Palma rasten die Böen gar mit bis zu 190 Stundenkilometern hinweg. Auf den Flughäfen von La Palma, La Gomera und Teneriffa-Nord wurden zahlreiche Flüge abgesagt.
Vom Atlantischen Ozean her griff das Sturmtief auf das Festland der Iberischen Halbinsel über. In Spanien hatten die Behörden praktisch für das ganze Land Unwetteralarm gegeben. Für die Regionen an der Atlantikküste wurde die höchste Alarmstufe ausgelöst. Für Lastwagen war ein Fahrverbot verhängt worden. Die spanische Regierung richtete ein Krisenkomitee unter dem Vorsitz von Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba ein.
Meteorologen hatten von einer «explosiven Wetterlage» und einer «meteorologischen Bombe» gesprochen. Sie warnten, dass die Orkanstürme von kurzer Dauer, aber sehr intensiv sein würden. Das Unwetter war durch ein relativ ungewöhnliches Aufeinandertreffen von zwei Sturmtiefs ausgelöst worden.