Fr., 25.05.12

Chile 27.02.2010 Dutzende sterben nach Erdbeben

Chile wurde am Morgen von einem Erdbeben der Stärke 8,8 erschüttert. Mindestens 122 Menschen kamen ums Leben. Die Menschen fürchten einen Tsunami. Die amtierende Präsidentin Bachelet rief den Katastrophenzustand für ihr Land aus.

Das Beben der Stärke 8,8 hat am frühen Samstagmorgen Chile mindestens 122 Menschen das Leben gekostet. Das teilte das chilenische Innenministerium mit. Präsidentin Michele Bachelet rief für die Regionen um das Epizentrum des Bebens in der Landesmitte den Katastrophenzustand aus. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen werde, sagte sie. Überdies wurde eine Tsunami-Warnung für den Westen Südamerikas, Hawaii, Australien, Neuseeland, Japan, die Philippinen und Russland herausgegeben.

Innenminister Edmundo Perez Yoma sprach von einem verheerenden Erdbeben. Auf den zu Chile gehörenden Robinson-Crusoe-Inseln sei eine riesige Welle an Land geschwappt, erklärte Präsidentin Bachelet. Unterdessen wurde bekannt, dass auf der Pazifik-Insel Robinson Crusoe mindestens fünf Menschen einem von dem Beben ausgelösten Tsunami zum Opfer fielen. Weitere elf Menschen würden auf dem zu Chile gehörenden Eiland etwa 670 Kilometer westlich vom südamerikanischen Festland vermisst.

Das Beben ereignete sich um 3.34 Uhr Ortszeit (7.34 Uhr MEZ) rund 320 Kilometer südwestlich von Santiago in einer Tiefe von knapp 35 Kilometern. In der Hauptstadt schwankten für eineinhalb Minuten Gebäude, einige stürzten ein, darunter der Glockenturm der Kirche Nuestra Señora de la Providencia. In einigen Vierteln fiel der Strom aus. Telefonverbindungen im gesamten Land waren unterbrochen. Auf den gewaltigen Erdstoß folgten binnen zweieinhalb Stunden elf Nachbeben, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte.

Mehr als 260 Häftlinge eines Gefängnisses in der chilenischen Stadt Chillán haben das verheerende Erdbeben der Stärke 8,8 am Samstag zur Flucht genutzt. Die Erdstöße hätten eine der Mauern der Haftanstalt zum Einsturz gebracht, teilten die Behörden mit. Die Wachen versuchten noch, die Häftlinge aufzuhalten und eröffneten das Feuer. Dabei starben drei Insassen. Mindestens vier Häftlinge seien schon zuvor durch das Erdbeben ums Leben gekommen. Auch ein Wachmann wurde durch Trümmer verletzt.

 

Die entflohenen Häftlinge hätten anschließend im Zentrum der Stadt Geschäfte und Häuser geplündert und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Etwa 28 der Häftlinge hätten inzwischen wieder eingefangen werden können. Die Regierung entsandte Soldaten in die Stadt in der Nähe von Concepción, um die Bürger zu schützen.

Telefonverbindungen stundenlang unterbrochen

Das Zentrum des Bebens lag 115 Kilometer von der zweitgrößten chilenischen Stadt Concepción entfernt, in der mehr als 200.000 Menschen leben. Die Telefonverbindungen in die Stadt waren mehrere Stunden nach dem Beben noch immer unterbrochen, so dass sich die Schäden dort zunächst schwer abschätzen ließen. Noch näher am Zentrum des Bebens liegt der Skiort Chillan, der bei einem Erdbeben 1939 zerstört wurde.

Ein Erdbeben der Stärke 8,8 gilt als Großbeben, bei dem normalerweise mit vielen Opfern und schweren Verwüstungen zu rechnen ist. Das stärkste je auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile. Damals starben mehr als 1600 Menschen. Zwei Millionen Menschen wurden obdachlos.

Auch in Japan bebte die Erde

Der Blogger Leo Perieto berichtete im amerikanischen Nachrichtensender CNN, das Erdbeben habe nach seinem Eindruck etwa drei bis fünf Minuten gedauert. In seinem Appartement seien Dinge aus den Regalen geflogen und alles sei durcheinandergewirbelt worden. Inzwischen gebe es aber wieder Strom. Perieto sagte, er habe schon früher ein Erdbeben erlebt, doch dies sei deutlich stärker gewesen.

Ein Erdbeben der geschätzten Stärke von 6,9 hat am frühen Samstagmorgen auch die südjapanische Insel Okinawa erschüttert. Die Behörden gaben eine Warnung vor Tsunami aus. An der Küste wurden erste Wellen mit einer Höhe von bis zu einem Meter beobachtet. Berichte über mögliche Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Das Beben lag in einer Tiefe von nur zehn Kilometern im Meer vor der Küste Okinawas. Die US-Erdbebenwarte hatte die Stärke mit 7,0 angegeben.

hav/news.de/dpa/ap
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • tomahawk
  • Kommentar 2
  • 27.02.2010 20:07
 

Tja hier in Deutschland geht ein Tsumami der unheimlichen anderen Art um. Schätzerwellen aus der Tiefe der Politiker Dummheit überfluten Deutschland.

jetzt antwortenKommentar melden
  • aufmerksamer Beobachter
  • Kommentar 1
  • 27.02.2010 13:16
 

@ Lestermaul langsam erreicht das Niveau den Keller So ein Spruch zu diesem Thema.....ohne Worte

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'

Chile: Dutzende sterben nach Erdbeben » Gesellschaft » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesellschaft/855046344/schweres-erdbeben-im-pazifik/1/

Schlagworte:

Angaben , Bachelet , Beben , Bebens , Béla Réthy , Beobachtet , Binnen , Brandán , Bürger Hacker , Bürger Sportler , Chile , Chill , Chillan , Chris Robinson , CNN , Concepci , Dario Gómez , David Robinson , Entfernt , Epizentrum , Erdbeben , Erdbebenwarte , Erschüttert , Fiel , Fürchten , Gaben , Gefahr , Grazia Früher , Großbeben , Hauptstadt , Häuser Behördenvertreter , Häuser Berlins , Häuser Kirchen , Häuser Spezialisten , Heiner Brand , Henning Bürger , Hotel , IMG , Kamen , Kilometer , Kilometern , Küste , Küsten , Lampen , Land Aber , Land Barack , Land Brandenburg , Land Chong , Land Egidius , Land Ernährung , Land Foto , Land Garantien , Land Hinweise , Land Indonesien , Land Menschen , Land Moment , Land Nachfolger , Land Nachrichtensender , Land Probleme , Land Schauer , Land Serbien , Land Somalia , Land Stadt , Land Südamerikas , Land Unwetter , Land Wasser , Land Weltmeister , Land Willkommen , Lea Michele , Lene Mykjåland , Leo Windtner , Magnitude , Marie Brand , Marta Australien , Meer Aber , Meer Altstadt , Meer Fische , Meer Griechische , Meer Schweiz , Meer Wärmer , Melissa Leo , Menschen , Michele Bachmann , Michele Caruso , Minuten , Mykjåland , Nachbarn , Näher , Nationalen , Ortszeit , Pazifik , Perez Ausgefallen , Perez Petrov , Peru , Rechnen , Riesige , Robinson Sinclair , Russell Brand , Samstagmorgen , Santiago Chile , Santiago Giraldo , Santiago Schüler , Schäden , Seien , Sema Japan , Sergio Perez , Seven Unterbrochen , Stärke , Statement , Stephanie Bürger , Strom , Stunden , Stundenlang , Südamerikas , Sylvia Robinson , Telefonverbindungen , The Land , Tiefe , Tsunami , Uhr , Unterbrochen , US , US-Erdbebenwarte , US-Sender , Verheerende , Verletzte , Vermisst , Vierteln , Westlich , Wetterdienstes ,
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige