Düster ja, aber kein Rekord
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Zu trüb, zu kalt, eine ausdauernde Schneedecke. Sonst aber war der Winter 2009/2010 nicht sonderlich aufsehenerregend und schafft es so nur auf Platz 20 der kältesten. Frühere Generationen hatten viel mehr auszuhalten.
Der zu Ende gehende Winter war deutlich zu trüb und zu kalt. Mit einer Durchschnittstemperatur von minus 1,3 Grad lagen die Monate Dezember, Januar und Februar 1,5 Grad unter dem sogenannten Klimawert, dem langjährigen Mittel, wie der Deutschen Wetterdienst am Freitag mitteilte. Erstmals seit 1995/1996 fielen alle Wintermonate zu kalt aus.
Die offiziell tiefsten Temperaturwerte wurden am 19. Dezember in Dippoldiswalde-Reinberg südlich von Dresden und am 27. Januar in Bad Muskau in der Oberlausitz mit minus 24,3 Grad gemessen. Den höchsten Wert meldete Müllheim südwestlich von Freiburg am 6. Dezember mit 16,1 Grad.
Rekordverdächtig war die zu kalte Jahreszeit aber bei weitem nicht: In der Reihenfolge der kältesten Winter seit 1901 dürfte dieser Winter in der Endabrechnung nur auf dem 20. Platz liegen, wie der Wetterdienst ermittelte. Deutlich strengere Winter wie 1962/63 und 1939/40 führen die Tabelle an; damals hatte es Abweichungen von minus 5,7 Grad beziehungsweise minus 5,2 Grad gegeben.
Geschlossene Schneedecke in großen Teilen Deutschlands
Außerdem war der Winter sehr schneereich und sonnenscheinarm. Tiefdruckgebiete vom Atlantik brachten immer wieder Schnee: Im Norden und Osten fielen dabei teilweise beachtliche Schneemengen, in Mecklenburg-Vorpommern häufig mehr als 50 Zentimeter, wobei da und dort sogar neue Rekorde aufgestellt wurden. Durch Verwehungen türmte sich der Schnee besonders an der Ostseeküste und auf den Inseln häufig meterhoch auf.
«Bemerkenswert war die lange Zeit, in der sich große Teile Deutschlands unter einer Schneedecke befanden», betonte der Wetterdienst. So habe Berlin vom 30. Dezember bis zum 26. Februar - also 59 Tage ununterbrochen - unter Schnee gelegen. Den meisten Niederschlag hatte Freudenstadt im Nordschwarzwald mit etwa 409 Liter pro Quadratmeter. Am trockensten blieb Grünow nordöstlich von Berlin mit rund 53 Litern. Insgesamt war es mit durchschnittlich 173 Litern pro Quadratmeter ein wenig zu trocken.
Im Mittelgebirgsraum war es oft trüb
Mit rund 113 Stunden kam der Winter nur auf 73 Prozent seines Solls von 154 Stunden. «Seit dem Beginn regelmäßiger Messungen der Sonnenscheindauer im Jahr 1950 verlief lediglich der Winter 1969/1970 ähnlich sonnenscheinarm», betonten die Experten. Besonders trübe war es oft im Mittelgebirgsraum. So kamen in Neuhütten im Spessart lediglich etwa 44 Stunden zustande. Sonniger war es im Alpenvorland, zum Beispiel in Oberstdorf mit etwa 238 Stunden.
tfa/ivb/news.de/ap
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