Fr., 25.05.12

Missbrauch-Skandal 22.02.2010 Bischöfe entschuldigen sich

Bischöfe debattieren über Missbrauchsskandal (Foto)
Bischof Zollitsch, Vorsitzender der Bischofskonferenz, hat sich bei den Opfern entschuldigt. Bild: dpa

Drei Wochen, nachdem die ersten Missbrauchsfälle am Canisius-Kolleg bekannt geworden sind, entschuldigt sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz bei den Opfern.

«Ich entschuldige mich bei allen, die Opfer eines solchen Verbrechens geworden sind«, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, zu Beginn der DBK-Frühjahrsvollversammlung in Freiburg.

Die katholische Kirche in Deutschland dringe auf eine umfassende Aufklärung. Zudem werde sie versuchen, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen zu verbessern. Es war die erste offizielle Äußerung von Zollitsch seit Bekanntwerden der immer neuen Missbrauchs-Vorwürfe in zahlreichen katholischen Einrichtungen.

Die Bischofskonferenz werde aus dem Missbrauchsskandal Konsequenzen ziehen, sagte Zollitsch. Bei ihrer Tagung in Freiburg stelle sie ihre acht Jahre alten Leitlinien zum Schutz vor sexuellen Übergriffen auf den Prüfstand. Die Konferenz will unter anderem die Frage klären, ob sie einen Beauftragten für Missbrauchsfälle sowie Ansprechpartner für Missbrauchsopfer ernennen wird. Diese gibt es bislang nur in den einzelnen Diözesen sowie unter anderem auch bei dem vom Missbrauchsskandal besonders betroffenen Jesuiten-Orden. Grundsätzlich hätten sich die Leitlinien bewährt, sagte Zollitsch.

Bundesweit haben sich im Skandal um sexuellen Missbrauch an Jesuiten-Kollegs und anderen katholischen Schulen nach Angaben der vom Jesuiten-Orden beauftragten Anwältin Ursula Raue bislang etwa 120 Missbrauchsopfer gemeldet.

Zudem erörterten die Bischöfe bei ihrer bis Donnerstag dauernden Vollversammlung, wie die Prävention verbessert werden könne. Außerdem werde er das Thema bei seinem für März geplanten Besuch in Rom mit dem Papst erörtern.

Eine grundsätzliche Debatte über die Sexuallehre der katholischen Kirche sowie über das Zölibat - das Keuschheitsgebot für Priester - werde es nicht geben. Solche Diskussionen seien nicht erforderlich. «Sexueller Missbrauch hat nichts mit dem Zölibat und nichts mit der Sexuallehre zu tun», sagte Zollitsch. «Es ist eine Frage, wie ein Mensch veranlagt ist.» Sexueller Missbrauch sei daher überall möglich. Innerhalb der katholischen Kirche komme es nicht häufiger zu Missbrauchsfällen als anderswo.

Kritiker fordern Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft

Dagegen sehen Kritiker wie die Reformbewegung «Wir sind Kirche» großen Änderungsbedarf. Notwendig seien eine von der Kirche unabhängige bundesweite Ombudsstelle, eine grundlegende Reform der Priesterausbildung, wirksame Präventionsmaßnahmen und eine aktive Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Täter dürften in keiner Weise mehr in der Seelsorge eingesetzt werden. Notwendig sei zudem ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen aller Diözesen und Ordensoberen, fordert «Wir sind Kirche».

«Sexueller Missbrauch an Kindern ist ein abscheuliches Verbrechen», sagte Zollitsch. «Im Raum der Kirche wiegt der Missbrauch besonders schwer, weil es ein besonderes Vertrauen von Kindern und Jugendlichen in den Priester gibt.» Um die Missbrauchsfälle aufzuklären, kooperiere die Kirche mit Staatsanwaltschaften und anderen staatlichen Behörden.

Die katholischen Internate wollen künftig jedem Verdacht auf sexuellen Missbrauch sofort nachgehen. Außerdem soll in solchen Fällen «konsequent und transparent» vorgegangen werden. «Zum Schutze der Kinder und Jugendlichen ist jede Anzeige oder Verdachtsäußerung eines Missbrauchs - egal durch wen - umgehend zu prüfen», heißt es in einer Erklärung des Verbands Katholischer Internate und Tagesinternate (VKIT) in Bonn. Jugendämter und andere Beratungsstellen könnten dabei hilfreich zur Seite stehen. Bei Erhärtung des Verdachts sei die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

iwi/reu/news.de/dpa/ap
Leserkommentare (5) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • 1805saw
  • Kommentar 5
  • 07.03.2010 09:44
 Antwort auf Kommentar 4

Einführung ins Eunuchentum ist auch gut ,da erkennt man die Burschen gleich .

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  • August
  • Kommentar 4
  • 06.03.2010 15:23
 

Da Lester Maul hier entschieden fehlt: Könnte man nicht den Vergewaltigern das Fegefeuer durch Einführung des Eunuchentums ersparen?

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  • Elster
  • Kommentar 3
  • 06.03.2010 14:47
 

Ich glaube mich tritt ein Pferd : Entschuldigung ? Mit einer Entschuldigung ist doch so etws nicht abgetan . Es ist ein Verbrechen an Kinder ! Im guten Glauben geben Eltern Ihr liebes Kleinod ( Kind ) dort hin ,damit es etwas lernen kann und die verlustieren sich an den Kindern .Die sollen in der Hölle schmoren ,die sich an Kinder vergehen . Die haben wohl auch noch vorher gebetet um Vergebung und die Beichte abgelegt anschließend . Was ein Mensch getan hat ,daß lastet auf seiner Person !!

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  • ZwittThor
  • Kommentar 2
  • 27.02.2010 20:03
 

Diese Zwitter in schwarzen und roten Röcken haben 2000Jahre gemordet und Menschen verbrannt,hauptsächlich für Gold! Sie werden nach ihren eigenen Gesetzen im Namen des Herrn im Fegefeuer enden! Eigentlich Schade,als Hähnchen könnte man sie noch verwerten!Aber sind das nun Hähnchen oder Suppenhühner?

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  • Felix Kroll
  • Kommentar 1
  • 27.02.2010 04:09
 

Mit einer Entschuldigung ist nichts abgetan. Ab in den "Feurigen Fuhl" mit den Verbrechern!

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