Fr., 25.05.12

Jesuiten-Skandal 18.02.2010 Auch Frauen sollen missbraucht haben

Verdacht auf sexuellen Missbrauch in Nordelbischer Kirche (Foto)
Der Missbrauch-Skandal nimmt immer größere Dimensionen an. Bild: ddp

Der sexuelle Missbrauch an katholischen Schulen wird konkret: Von Manipulation an Genitalien, erzwungener Selbstbefriedigung und körperlicher Züchtigung mit sadistischer Komponente spricht Anwältin Ursula Raue in ihrem Zwischenbericht.

Zudringliche Zärtlichkeiten, gewalttätige Übergriffe, Manipulation an Genitalien: Der Skandal um sexuellen Missbrauch an Jesuiten-Kollegs und anderen katholischen Schulen nimmt immer größere Dimensionen an.

Inzwischen werden auch zwei Frauen beschuldigt, sich an Schülern vergangen zu haben. Unter den Opfern sind auch frühere Schülerinnen. Außerdem haben sich Opfer gemeldet, die nicht an Jesuiten-Schulen waren, wie die von dem Orden beauftragte Anwältin Ursula Raue in Berlin sagte. Darunter sei auch jemand von einer evangelischen Einrichtung. Bundesweit hätten sich bis jetzt 115 bis 120 Missbrauchsopfer gemeldet.

Zwölf mutmaßliche Täter bei Jesuiten

«Das hat eine Dimension angenommen, die bisher nicht zu erahnen war», sagte Raue. In den nächsten Tagen werde ein Arbeitsstab gegründet, um alle Fälle aufzuarbeiten. Dem Bericht der Anwältin über den Missbrauch zufolge beschuldigen die Opfer nun schon bis zu zwölf mutmaßliche Täter, bei den Jesuiten überwiegend Patres, aber auch andere Lehrer und Bedienstete der Kollegs.

«Wir reden nicht von schwerer Gewalt», sagte Raue. Es sei nie zu Vergewaltigungen gekommen. In einigen Fällen handele es sich um «körperliche Züchtigungen mit einer oftmals sadistischen Komponente». Darüber hinaus seien Opfer zur Selbstbefriedigung gezwungen worden, mussten sich ausziehen und nackt fotografieren lassen, sagte die Anwältin. Aber auch das habe Wunden hinterlassen, die bei vielen heute erst wieder aufbrechen würden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hält sich weiter bedeckt. Er werde sich zu dem Thema sexueller Missbrauch erstmals öffentlich am Montag in Freiburg zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe äußern, sagte eine Sprecherin des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz.

«Wunden, die nicht heilen»

Bei der Vorstellung ihres Zwischenberichts zu den Missbrauchsfällen sagte die Anwältin Raue: «Es gibt Verfehlungen und Wunden, die heilen offenbar nicht. Und diese Wunden gehören dazu.» Sie habe Berichte über Opfer, die sich das Leben genommen hätten. Andere hätten noch heute Alpträume. Manche Männer offenbarten sich nun zum ersten Mal und hätten selbst mit ihren Ehefrauen zuvor nicht über ihr Leid gesprochen. 80 Prozent der Opfer gehe es nicht um finanzielle Entschädigung, sagte Raue. Die jüngsten bekannten Fälle ereigneten sich nach dem Bericht Mitte der 1980er Jahre. Raue sagte, sie gehe davon aus, dass alle Taten verjährt sind.

Erstaunlich sei, dass es in den Personalakten des Jesuitenordens, die sie ausgewertet habe, an keiner Stelle um das Seelenleben der Kinder gehe. «Den Formulierungen in den Akten kann man entnehmen, dass es in den meisten Fällen dem Orden bekannt war.» Konsequenzen habe es aber nicht gegeben. Die Jesuiten baten die Opfer öffentlich um Entschuldigung. Sie kündigten eine weitere Erklärung an.

iwi/ivb/news.de/ap/dpa/ddp
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Religionslehrer
  • Kommentar 3
  • 14.01.2012 16:21
 

Der Kindesmissbrauch durch Amtsträger der römisch-katholischen Kirche dürfte mit der verqueren Sexualmoral der RKK zusammenhängen. Weite Bereiche menschlicher DSexualität werden als Sünde dargestellt (vor- und außerehelicher Sex, ehelicher Geschlechtsverkehr ohne Offenheit zur Zeugung, Selbstbefriedigung, Homosexualität, Empfängnisverhütung). Dazu kommt der nicht aus der Bibel ableitbare Zölibat, der katholische Priester häufig zu heimlichen Liebschaften, unehelichen Kindern (die von der Kirche unterhalten werden), Homosexualität und eben Kindesmissbrauch (ver)führt.

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  • Elster
  • Kommentar 2
  • 07.03.2010 16:32
 

Fehlerteufel ,so muß es heißen : Man kann die Achtung verlieren vor diesen Menschen,die dieser Konfession angehören . (Berichtung zu Kommentar 1)

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  • Elster
  • Kommentar 1
  • 07.03.2010 16:22
 

Das verwundert mich nicht ,daß auch Frauen so etwas machen .Sind die schlimmste Sorte von Frauen . Die Eltern bezahlen ja auch noch für die Ausbildung der Kinder , Die Frauen ,die so was tun ,die gehen brav noch zur Kirche und legen die Beichte ab . Derjenige ,der im Beichstuhl sitzt und sich dies anhört ,hat der denn kein Gewissen ? Dies sind doch strafbare Handlungen und die werden noch geschützt . Fassungslos !! Na ,da bin ich lieber ein Ateist .Man kann ja da die Achtung vor den Menschen bekommen ,die dieser Konfession angehören .Machen irgend was und dann gehen die wohl zur Beichte ?Gehe lieber nicht zur Beichte und mache so was nicht .

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Jesuiten-Skandal: Auch Frauen sollen missbraucht haben » Gesellschaft » Nachrichten

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