Foodwatch: Warnung kam zu spät
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Bakterien-verseuchter Käse hat in Deutschland möglicherweise mehr Menschen vergiftet als bisher angenommen. Vier weitere Krankheitsfälle werden mit Harzer Käse aus Österreich in Verbindung gebracht.
Das sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Fälle stammten aus diesem Jahr. Von den vier Krankheitsfällen waren zwei aus Mecklenburg-Vorpommern bereits am Mittwoch bekannt geworden. Zwei Menschen waren dort an dem Käse aus Österreich erkrankt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Vier Österreicher und zwei Deutsche waren im vergangenen Jahr an den Bakterien aus dem Käse gestorben, insgesamt zwölf Menschen erkrankten. In dem Käse war bei Proben ein erhöhter Wert an sogenannten Listerien festgestellt worden. Die vier erkrankten Patienten aus diesem Jahr und die zwei Todesopfer aus Deutschland vom vergangenen Jahr kommen nach RKI-Angaben aus Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig- Holstein. Nähere Angaben zur Herkunft machten die Experten nicht.
Der Discounter Lidl hatte die Sorten «Reinhardshof Harzer Käse 200 g» und «Reinhardshof Bauernkäse mit Edelschimmel 200 g» des österreichischen Herstellers Prolactal im Januar zurückgerufen. Ein Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Käse wurde erst in den vergangenen Tagen hergestellt, nachdem die Einkaufszettel der Erkrankten in Österreich untersucht worden waren. Daraufhin wies Lidl erneut auf die Kundeninformation hin.
Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode warf Behörden und Unternehmen zu späte Information vor. «Eine ausdrückliche Verzehrswarnung für den Listerien-belasteten Käse ist viel zu spät erfolgt», sagte Bode. Am 22. Januar habe es eine Meldung innerhalb der EU gegeben, aber anonymisiert ohne Hinweis für Medien und Verbraucher. Foodwatch warf Lidl vor, das Unternehmen habe im Januar nur eine Empfehlung und erst am 16. Februar eine ausdrückliche Warnung ausgesprochen.
In Deutschland haben hunderte Menschen jedes Jahr eine Listeriose. Die Symptome sind zunächst ähnlich wie bei einer Grippe. Vor allem bei Menschen mit schwachem Immunsystem ist aber eine Hirnhautentzündung möglich, die zum Tod führen kann.
sca/iwi/ivb/news.de/dpa
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