Fr., 25.05.12

Ex-Schüler tötet Lehrer 18.02.2010 Bluttat an Berufsschule

Ludwigshafen Opfer (Foto)
Der Leichnam des Opfers wird in die Gerichtsmedizin gebracht. Bild: dpa

An einer Ludwigshafener Berufsschule ist ein Lehrer bei einem Angriff getötet worden. Ein ehemaliger Schüler hatte die Schule mit Messer und Schreckschusspistole betreten und mehrere Schüsse abgegeben. Die Polizei nahm den 23-jährigen mutmaßlichen Täter fest.

Ein 23-Jähriger hat am Morgen an einer Technischen Berufsschule in Ludwigshafen einen Lehrer mit einem Messer getötet. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort festgenommen und umgehend verhört, wie Polizeisprecher Norbert Steitz sagte.

Das Opfer verstarb «im Rahmen der Reanimation», wie der Sprecher sagte. Nach den Angaben eines Schülers unterrichtete das Opfer an der Berufsschule Malen und Lackieren. Ein weiterer Schüler sagte, bei der Flucht aus dem Gebäude habe er den Lehrer schwer verletzt im Treppenhaus liegen sehen.

Der Täter sei ein ehemaliger Schüler der Berufsschule gewesen, so der leitende Staatsanwalt Lothar Liebig. Er habe «eine sehr große Wut» auf das Opfer, einen 58-jährigen Lehrer empfunden, weil er von ihm «sehr schlechte, viel zu schlechte Noten» bekommen habe, berichtete Liebig aus den ersten Vernehmungen.

Schüsse und bengalisches Feuer

Die Gewalttat ereignete sich im Gebäude der Berufsschule Technik II in einem riesigen Schulkomplex im Stadtteil Mundenheim, den insgesamt 3200 Schüler besuchen.

Die Polizei sei durch einen Feueralarm um 10.01 Uhr zu dem Gebäude gerufen worden, so Frank Leidecker, Einsatzleiter der Polizei. Vier Polizisten seien zufällig in der Nähe gewesen und hätten bei Betreten der Schule das Opfer schwer verletzt an einem Treppenaufgang gefunden. Der Täter sei nach der «körperlichen Auseinandersetzung», bei der der 58-Jährige tödlich verletzt wurde, durch mehrere Geschosse der Schule gelaufen und habe dabei mehrere Schüsse mit einer Schreckschusswaffe abgegeben und im obersten Geschoss ein bengalisches Feuer entzündet, dass den Brandalarm auslöste.

Der Täter habe sich den Polizisten ergeben, nachdem diese mit Schusswaffengebrauch gedroht hätten. Der ehemalige Berufsschüler sei überwältigt und festgenommen worden. Die Tat habe er vermutlich mit einem Outdoormesser mit feststehender Klinge verübt. Gegen den jungen Mann werde nun wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen ermittelt, so Staatsanwalt Liebig. Nach den Vernehmungen soll der 23-Jährige am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

«Ein Begalofeuer brannte»

Ein Berufsschüler sagte Rheinpfalz Online: «Wir saßen im Unterricht, als plötzlich jemand bemerkt hat, dass auf dem Gang ein Bengalofeuer brannte. Fünf Minuten später gab es Feueralarm, und wir mussten alle das Gebäude verlassen.» Vom eigentlichen Geschehen habe er aber nichts mitbekommen. Spiegel Online zitierte einen weiteren Schüler mit den Worten, beim Alarm während der zweiten Stunde habe er zunächst an einen Feueralarm gedacht, dann hätten Gerüchte von einem Amoklauf die Runde gemacht.

Die Schüler wurden nach dem Alarm in einer benachbarten Realschule untergebracht und von einem Kriseninterventionsteam psychologisch betreut. Die Tat weckt Erinnerungen an den Amoklauf von Winnenden in Baden-Württemberg am 11. März 2009: An diesem Tag hatte der 17-jährige Tim K. bei einem Amoklauf in seiner Schule und auf seiner anschließenden Flucht 15 Menschen erschossen, ehe er von der Polizei getötet wurde.

ruk/iwi/nbr/news.de/dpa/ap
Leserkommentare (13) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • hardtobuff
  • Kommentar 13
  • 20.02.2010 01:45
 Antwort auf Kommentar 2

Erst hieß es Amoklauf, nun heist es Mord.. Mist wenn sich etwas nicht Verkaufen lässt ohne den passenden Namen. Es war und ist ein ganz normaler Mordfall gewesen und mehr nicht. RTL und konsorten versuchten erstmal das ganze mit dem lieblingsbegriff Amoklauf ins rollen zu bringen, um am Ende wieder wilde Thesen aufstellen zu können ect. Dann ziehen sie noch die Gesetze etwas enger, im glauben es wirde etwas bewirken und das wars. Achja @ bjoern: Niemand stirbt umsonst bei einem mordfall, es gibt immer Gründe. Bloß das zeigt niemand im Fernsehen, weil es so manchen pikanten vorfall in ein anderes Licht rücken könnte.

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  • Hermann Huber
  • Kommentar 12
  • 19.02.2010 17:57
 Antwort auf Kommentar 11

Wer anders als diese "Soziologen"-weiß G'tt wie die Welt bisher ohne die ausgekommen ist-und diese antiautoritären 68er Pädagogen auf dem "Marsch durch die Institutionen" mit ihrer Forderung nach Förderung auch noch des Schwächsten-was aber nicht zur Verbesserung des letzteren sondern zur Senkung des Klassenniveaus geführt hat um den auch noch "durchzutragen"-hat denn diese Sache verbockt.Und Tatsache ist, daß heutzutage viele dieser Schwätzer angesichts des Zustandes der Schulen wegen psychischer Probleme Pension gehen und dann hauptberuflich Kerzerln anzünden anstatt Steine zu brechen

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  • ragnaroekr
  • Kommentar 11
  • 19.02.2010 15:34
 Antwort auf Kommentar 10

Ein Pädagoge braucht nicht zum Idioten gemacht zu werden, wenn er keinen Angriff seines Schülers wegen seiner Notenvergabe nach 5 J. erwartet.In unserem Lande ist daher etwas oberfaul und dies nicht nur, weil wir eine schlechte Presse oder keine Waffen haben. M.E. hängt dies mit der Tatsache zusammen, dass das staatliche Gewaltmonopol nicht mehr funktioniert oder an Überzeugungskraft verloren hat. Dies liegt aber an der Politik der vergangenen Jahre mit der Schwachenförderung. Gerade diese Schwachen schaffen sich Situationen ihrer Überlegenheit und töten ihre Meister mittels Hinterlist.

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  • Hermann Huber
  • Kommentar 10
  • 19.02.2010 14:53
 Antwort auf Kommentar 6

Interessant ist vor allem im Gegensatz zu früher, als es noch in jedem Haus (zumindest am Lande) eine Waffe gab und wenn's ein Karabiner war, manche Lehrer sich ihren Frust von der Seele droschen und Vater/Mutter gleich dazu, daneben jeder Ältere, der einen z.B. beim Rauchen erwischte auch noch eine draufgab, nicht einen von diesen vielzitierten "Amokläufen" gab! Nun sitzen die frustrierten Lehrer zitternd hinter ihrem Schreibtisch und nun werden sie gemetzelt! Da könne einem ja die absonderlichsten Gedanken kommen, aber keine guter über heitige "Soziologen" und "Pädagogen"! Alles Idioten?

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  • Hermann Huber
  • Kommentar 9
  • 19.02.2010 14:44
 Antwort auf Kommentar 3

Wenn es nicht gerade um Deine Islamophobie geht dann hast Du ja ganz vernünftige Ansichten! Oder ist des stimngsabhängig, Mr. Jekyll? Oder wirst Du hier dafür nicht bezahlt? Oder versteh ich Dich einfach nicht? :-)

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  • tommy
  • Kommentar 8
  • 18.02.2010 18:46
 

Weil er zu schlechte Noten bekahm? Hört sich irgendwie nach Migrant an. Auch hier wurde ein Lehrer Terrorisiert, weil der Migrantenjunge schlechte Noten erhielt

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  • Ajatolla
  • Kommentar 7
  • 18.02.2010 13:56
 

Jetzt werden die Politiker jeglicher Coleur wieder eine weitere Verschärfung des deutschen Waffenrechts fordern, das anerkanntermaßen das strengste in Europa ist. Welcher potentielle Täter wird sich denn einer registrierten Tatwaffe bedienen? Dann könnte er ja gleich seinen Personalausweis am Tatort hinterlegen. Die Gefahr geht nicht von den amtlich registrierten Waffen aus sondern von den illegalen Waffen, die man zum Beispiel hier am Bahnhof Zoo für 'nen Appel und 'n Ei bekommt. Und das nicht nur am Bahnhof Zoo und nicht nur in Berlin, auch das weiß jeder potentielle Täter in Deutschland.

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  • Michael Meienhofer
  • Kommentar 6
  • 18.02.2010 13:30
 Antwort auf Kommentar 3

Gerade Willkommen in der krise sind solche Unglücksfälle.Der Staat kann somit wieder die Bürger von ihren Problemen ablenken.Waren doch in der Zeit des Aufschwungs solche Verbrechen eher am Rande bemerkt, rutschen sie jetzt in der PR Bereich des Staates. Punkto Verschiedenheit der Presse kann sofern bemerkt werden, dass im EU-Raum doch das Berlusconi-Pressesyndrom langsam überhand genommen hat.Diese Taktik ist in Italien bisweil immer aufgegangen.

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  • Tho
  • Kommentar 5
  • 18.02.2010 13:27
 Antwort auf Kommentar 3

Na - ich glaub das liegt eher daran, dass es total wahnsinnig und hirnverbrannt ist, nach einem Amoklauf MEHR Waffen zu fordern..

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  • LadyExplosiv
  • Kommentar 4
  • 18.02.2010 13:15
 

Die Frage ist, ob es sich wirklich um einen Amoklauf handelt, "nur" weil es an einer Schule stattfand. Nicht falsch verstehen; ich finde es wirklich GRAUSAM, dass der Lehrer tot ist, aber die Definition des "Amoklaufs" ist eine andere! Denn dort wird von blinder Wut geredet/ wahllos rumballern/ Menschen töten... . Ist es ein Amoklauf, oder "nur" Mord? Ein Amoklauf verkauft sich besser, dass wissen wir alle!

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  • Pro Libertate
  • Kommentar 3
  • 18.02.2010 13:13
 Antwort auf Kommentar 2

Nein, bjoern, hardtobuff hat leider recht: Wortwahl hin oder her, die Regierung und die Medien versuchen bereits, diese Tat wieder propagandistisch auszubeuten. Was die angebliche Vielfalt in der Medienlandschaft angeht, das ist nur Wunschdenken. Gibt es in Deutschland auch nur EINE grosse Zeitung - von Fernsehen oder Radio ganz zu schweigen - welche das Recht auf Waffen und Selbstverteidigung anerkennt? Nicht im geringsten! Dabei ist es absolut und ohne jeden Zweifel erwiesen, dass mehr LEGALE Waffen zu weniger Gewalt führen und dass gerade "waffenfreie" Zonen zu Angriffen einladen.

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  • bjoern
  • Kommentar 2
  • 18.02.2010 13:02
 Antwort auf Kommentar 1

"Lächerlich" ist in diesem Zusammenhang wohl der denkbar unpassendste Ausdruck! Schon aus Respekt gegenüber den Opfern solcher Gewalttaten sollte man bei der Wortwahl sehr sensibel sein. Ein Mensch ist zu Tode gekommen, da gibt es nichts zu verharmlosen oder gar ins Lächerliche zu ziehen! Über den Charakter dieser Tat lässt sich sicherlich streiten und sicher ist es noch nicht an der Zeit, voreilige Schlüsse zu ziehen. Dies jedoch gleich mit einer fundamentalen Medienkritik zu verbinden, ist absolut daneben und zeugt nebenbei auch von einer gewissen Ignoranz und Unkenntnis gegenüber der Vielfalt der sogenannten "Medienlandschaft". Also: erst nachdenken, dann rummeckern!

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  • hardtobuff
  • Kommentar 1
  • 18.02.2010 12:24
 

Lächerlich, wie die Medien gleich wieder das Wort Amoklauf in den Mund nehmen..... Mal sehen was sie diesmal wieder als Auslöser der Tat finden um immer wieder auf einem Thema herum zu hacken. Hauptsache es verkauft sich und weicht nicht von der Meinung des Staates ab.

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Ex-Schüler tötet Lehrer: Bluttat an Berufsschule » Gesellschaft » Nachrichten

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