Für Valentin lieber erotisch
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Beim Valentinstag denkt jeder an Blumen. Die Hersteller von Dessous und Erotikartikeln hätte es jedoch gern, wenn Mann künftig eher ihre Produkte im Sinn hätte. Sie starten zum 14. Februar eine Werbeoffensive - der Erfolg ist mittelmäßig.
Längst sind auch andere Sparten des Einzelhandels auf den Zug zum 14. Februar aufgesprungen. Besonders heiß dabei sind Dessousboutiquen und der Erotikfachhandel. Ein Erotikversandhändler preist als «kreative Geschenkidee» einen «fantasievoll designten Silikonvibrator» an und verspricht den «Liebenden Romantik pur». Andere Shops werben mit speziellen «Valentinstag-Tangas» - das Spezielle ist das Herzchendesign.
Der Erfolg dieser PR-Kampagnen scheint sich bislang in Grenzen zu halten. «Wir erinnern die Herren mit entsprechenden Schaufensterdekorationen und speziellen Angeboten gezielt an den Valentinstag», sagt Christina Koehte, Sprecherin der Dessous-Kette Lascana. Einige Männer kauften ihren Frauen auch tatsächlich schöne Wäsche zum Valentinstag, allerdings längst nicht so viel wie zu Weihnachten. «Am Valentinstag werden überwiegend noch ganz klassisch Blumen und Pralinen verschenkt», vermutet Koethe.
Auch der Wäschehändler Hunkemöller setzt auf den Tag der Liebenden als zusätzliches Saisongeschäft. Von Valentinstag-Dekorationen über Valentinstag-Geschenkverpackungen bis hin zu Valentinstag-Wäschesets lassen die Werber nichts unversucht, um Damenwäsche an den Mann zu bringen. Und die Männer, die das Frauenterrain Dessous-Shop beträten, wüssten meist genau, was sie wollten.
«Das Klischee des verlegen und unbeholfen zwischen den Negligés stehenden Mannes trifft kaum noch zu», erzählt Christiane Kick, Verkäuferin in der Hunkemöller-Filiale in Oberhausen. «Die Herren wissen, womit sie nach Hause kommen dürfen», scherzt die Fachfrau. Das beliebteste Geschenk seien BH-Sets in Schwarz. Insbesondere zum Valentinstag dürfe es aber auch mal die Farbe Rot sein. «Wer es noch gewagter mag, greift zu Strapsen.»
Geschenke für Frau - und Mann
Beim Erotik-Fachhändler Beate Uhse ist man überzeugt, dass mittlerweile viele Menschen zum Valentinstag etwas anderes schenken wollten als Blumen oder Parfüm. «Erotisches ist als Geschenk inzwischen beliebter als früher», sagt Sprecherin Assia Tschernookoff. «Wir forcieren das auch mit speziellen Angeboten.» Der Valentinstag sei für viele ein Anlass, sich in ein Erotikgeschäft «zu wagen».
Beliebte Geschenke seien neben dem Vibrator für die Dame auch Paarspiele, Massageöle oder erotische Bücher. «Es gibt aber auch Frauen, die Herrendessous kaufen», sagt Tschernookoff. Wie stark sich der Werbeaufwand zum Valentinstag tatsächlich auszahlt, vermag sie allerdings ebenso wenig zu sagen wie ihre Kollegin vom Konkurrenzunternehmen Orion. «Wir verzeichnen vor dem Valentinstag aber einen verstärkten Absatz im Onlineshop», gibt Sprecherin Ann-Kathrin Döbbeke lediglich preis.
Ungewöhnlich offen äußert sich hingegen Vera Luckhardt, die in Wuppertal die Dessous-Boutique «Le Corsage» betreibt. Seit drei Jahren verzeichnet sie zum Valentinstag in ihrem Geschäft eine Flaute. «Früher wurden auch zu Valentin hochwertige Dessous verkauft, inzwischen passiert nichts mehr», klagt sie. Trotz spezieller Inserate und Angebote kämen die Männer nur noch vor Weihnachten in ihren Laden. «Die Leute greifen offenbar wieder mehr zu Blümchen oder Pralinen», sagt Luckhardt. Die Händlerin hat auch eine Vermutung, woran das liegen könnte: «Der Valentinstag wird von vielen mittlerweile abgehakt als Geldmacherei!»
iwi/car/reu/news.de/ddp
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