Pfusch beim U-Bahn-Bau
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Haben geklaute Eisenbügel mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs zu tun? Ein Arbeiter hat gestanden, Bügel verhökert zu haben, die den U-Bahn-Schacht stabilisieren sollten. Dies habe jedoch nicht zu dem Unglück geführt, meint die Staatsanwaltschaft.
Gefährlicher Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn: Arbeiter sollen auf Weisung ihres Poliers Eisenbügel gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft haben, statt sie in die Außenwand des Bahnschachts nahe dem Historischen Stadtarchiv einzubauen. Ein Zusammenhang zum Einsturz des Gebäudes vor knapp einem Jahr bestehe aber nicht, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Günther Feld.
Das Ende Januar gegen zwei Bauverantwortliche eingeleitete Ermittlungsverfahren werde daher separat bearbeitet, erklärte Feld weiter. Den beiden Männern wird Betrug und Unterschlagung vorgeworfen. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, die nach dem Einsturz des Stadtarchivs am 3. März aufgenommen worden waren, richteten sich dagegen weiter gegen Unbekannt. Wann es zu einer abschließenden Klärung der Unglücksursache komme, sei noch völlig unklar.
Bewusst nachlässig gearbeitet
Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte berichtet, dass laut dem Geständnis eines Bauarbeiters an der Einsturzstelle bewusst nachlässig gearbeitet wurde. Der beschuldigte Polier soll die Vorwürfe zurückgewiesen haben. Sowohl seine Wohnung als auch seine Arbeitsstelle seien durchsucht worden.
Der etwa 3,50 Meter breite Abschnitt der Außenwand, in dem die Metallbügel fehlen, befindet sich vor der zur Severinstraße gelegenen Front des zerstörten Archivs. Es soll derselbe Abschnitt sein, in dem ein Gutachter dem Bericht zufolge bereits vor Monaten Auffälligkeiten entdeckt hatte.
Nach Auffassung der Kölner Verkehrsbetriebe könnte das Fehlen der Eisenbügel die Stabilität der Stützwand an dieser Stelle beeinträchtigt haben. Möglicherweise habe die Wand «dem Grundwasserdruck kein ausreichendes Widerlager» geboten, heißt es in einem Schreiben an die Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen, aus dem der Stadt-Anzeiger zitiert.
Polier soll auch an Düsseldorfer U-Bahn-Bau beteiligt sein
Ob die Kölner Vorfälle auch Konsequenzen für den derzeitigen U-Bahn-Bau in Düsseldorf haben könnten, blieb zunächst unklar. Der Polier, auf dessen Geheiß zu wenig Eisenbügel verbaut worden sein sollen, soll auch am Bau der sogenannten Wehrhahn-Linie in der Landeshauptstadt beteiligt sein. Dort werde das gleiche Bauverfahren angewandt wie in Köln, schreibt der Stadt-Anzeiger in seiner Online-Ausgabe. Ein Stadtsprecher war nicht zu erreichen.
Bei dem Einsturz des Stadtarchivs im März 2009 wurden zwei Menschen getötet und zahllose wertvolle Unterlagen, Briefe und Fotos verschüttet. Die Restaurierungsarbeiten dürften nach Einschätzung der Stadt noch bis zu 50 Jahre dauern.
iwi/ham/reu/news.de/ap
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