Studienplatzvergabe

Mit Pink gegen das Chaos

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Zum Herbstsemester 2011 sollen zulassungsbeschränkte Studienplätze per Internetverfahren vergeben werden. Der Startschuss zur Entwicklung der Plattform ist gefallen. T-Systems soll das Projekt entwickeln.

Seit mehr als fünf Jahren erweist sich die Vergabe von zulassungsbeschränkten Studiengängen in Deutschland als heilloses Durcheinander. Nur nach zähem Ringen haben sich Hochschulen, die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen und die Politik auf ein neues Verfahren geeinigt.

Das internetbasierte, dialogorientierte Verfahren soll im Herbst 2011 starten. Bis dahin müssen Studenten weiterhin auf eine Interimslösung zurückgreifen, die die Situation zwar deutlich verbessert hat, bei der aber noch immer Studienplätze unbesetzt bleiben. Manche dagegen konnten erst im achten Nachrückverfahren besetzt werden. Eine Alternative zur staatlichen Übergangslösung ist eine private Studienplatzbörse, an der Hochschulen alle offenen Plätze - nicht nur zulassungsbeschränkte - anbieten können.

Derweil ist nun endlich der Startschuss gegeben worden, um das Dialogverfahren in die Wege zu leiten. Damit sollen sich die Hochschulen besser darüber austauschen können, welche Bewerber bereits einen Studienplatz angenommen haben, die verschiedenen Universitäten ihre Bewerbungsunterlagen schickten. Die Software für das neue System soll die Telekom-Tochter T-Systems International entwickeln, teilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit. Der Bund hat eine Anschubfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro zugesagt.

Unklar ist derweil scheinbar noch, was das neue System alles leisten soll. Das zu klären, sei in den kommenden Monaten Aufgabe des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST in Berlin.

Vom neuen Verfahren erhoffen sich Politik und Hochschulen, die Nachrückverfahren gänzlich abzuschaffen und die Verwaltungen der akademischen Bildungsstätten zu entlasten. Zugleich sollen Studenten vor Semesterbeginn über einen festen Studienplatz verfügen. Das war gerade bei Nachrückern bislang nicht der Fall. Denen flatterten Zulassungsbestätigungen oft erst weit nach dem Semesterbeginn ins Haus.

Der IT-Dienstleister T-Systems betreut unter anderem Konzerne wie Philips, BP und die Deutsche Post. Wirtschaftlich schwächelt die Telekom-Tochter jedoch so stark, dass der Hauptkonzern bereits erfolglos versucht hatte, einen Partner für die Sparte zu finden. Das Unternehmen verzeichnet kaum Wachstum. Laut Marktanalyst Pierre Audoin Consultants (PAC) gilt T-Systems als sechstgrößter IT-Anbieter in Westeuropa.

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