Mo., 13.02.12

Studienplätze Scheinbar endloses Vergabechaos

Artikel vom 03.02.2010

Studienplätze in Numerus-Clausus-Fächern sind ohnehin schwer zu kriegen. Dass aber jeder fünfter dieser Plätze frei blieb, war für Studienwillige der Aufreger des vergangenen Jahres. Groß wurde eine Lösung gefeiert. Doch die Probleme bleiben.

Die großen Beteuerungen seitens der Politik und der Hochschulrektoren aus dem vergangenen Jahr sind verpufft. Eine bislang unter Verschluss gehaltene Erhebung der Kultusministerkonferenz belegt laut Deutscher Presseagentur: Mindestens 18.000 Studienplätze in Numerus-Clausus-Fächern sind nicht besetzt.

Bis zu acht Nachrückverfahrenen seien an einigen Universitäten nötig gewesen, um Plätze zu besetzen. Die Vergabe zog sich deshalb mancherorts bis weit in das laufende Semester hinein. Das beinträchtigte bei jungen Studienanfängern den erfolgreichen Start in die Hochschulausbildung erheblich, heißt es in dem Papier.

Das gegenwärtige System einschließlich der Nachvermittlung über eine Studienplatzbörse wird in dem Bericht für Studierende wie Hochschulen weiterhin als «unbefriedigend» bezeichnet. Ziel müsse es sein, die Studienplätze bereits vier Wochen vor Vorlesungsbeginn zu vergeben, um genügend Zeit für die Wohnungssuche wie Umzugs- und Studienvorbereitung einzuräumen.

Bereits seit fünf Jahren wird das Vergabechaos beklagt. Dazu beigetragen hatten Gesetzesänderungen in 2003/2004, die den Hochschulen selbst überlassen, Studenten auszuwählen und einschreiben zu lassen - insbesondere für Fächer, für die es vor Ort nicht genügend Bewerber gibt. Diese Arbeit lag zuvor in den Händen der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund, die seither nur noch Studienplätze in Medizin und Pharmazie vergibt.

Um die Probleme anzugehen, ist zum Wintersemester 2009/2010 als Kompromisslösung eine internetbasierte Studienplatzbörse gestartet worden. Sie ist der Vorläufer zum digitalen dialogorientierten Serviceverfahren, das den Hochschulen künftig helfen soll, ihre Studienplatzvergabe besser abzustimmen und zu koordinieren. Doch das Serviceverfahren wird frühestens im Herbst 2011 starten können.

Die Interimslösung ist laut der Untersuchung auf positive Zustimmung bei Studenten und Hochschulen getroffen. Seit dem Start im September 2009 habe es rund 400.000 Zugriffe gegeben. Doch das Problem der Nachrückerverfahren sei nicht gelöst worden.

ham/iwi/news.de/dpa
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