Eine puschelige Tradition wurde wie jedes Jahr in den USA gepflegt. Das Murmeltier «Phil» hat seinen Schatten gesehen. Damit steht es endlich fest: Der Winter bleibt noch sechs Wochen.
Wie immer am traditionellen «Groundhog Day» in der Ortschaft Punxsutawney im Staat Pennsylvania wurde wieder ein Murmeltier aus seinem Bau gezogen. Zum dritten Mal in Folge hat das auserwählte Murmeltier «Phil» seinen Schatten gesehen und dem Nordosten der USA damit weitere sechs Wochen Winter vorausgesagt. Hunderte Schaulustige sahen bei eisigen Temperaturen von neun Grad unter Null dabei zu.
Das Spektakel basiert auf einem seit 1886 bestehenden Brauch, der mit dem Film «Und täglich grüßt das Murmeltier» von 1993 zu neuer Berühmtheit gelangte. Die eigentliche Wurzel des Mythos geht auf deutsche Siedler in den USA zurück: Erwacht am katholischen Feiertag Mariä Lichtmess (2. Februar) ein Tier aus seinem Winterschlaf und wirft einen Schatten, so heißt es da, dann bleibt es winterlich. Ist kein Schatten sichtbar, kommt der Frühling.
Dass «Phil» in den letzten Jahren fast immer seinen Schatten sah, ist angesichts des alljährlichen Rummels nicht weiter verwunderlich: Tausende Einwohner von Punxsutawney und Besucher aus dem Umkreis finden sich stets vor dem Murmeltierbau am Gobbler's Knob ein und feiern die ganze Nacht. Steckt «Phil» am Morgen dann tatsächlich die Nase raus, schalten Dutzende Kamerateams die Scheinwerfer ein. Notgedrungen wirft das Pelztier also einen Schatten. Seit 1887 war das 97 Mal der Fall, 15 Mal nicht. Für einige Jahre fehlen die Aufzeichnungen.