Jennifer stand für Sturm, Keziban war Glatteis, und jetzt bringt Tief Miriam Schnee - und das damit verbundene Chaos gleich mit. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern mit Schneebruch und Verwehungen.
Schnee-Tief Miriam wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes im Laufe des Tages in weiten Teilen Deutschlands für chaotische Straßenverhältnisse sorgen. Der DWD warnte vor Unwettern bis in die Nacht zum Mittwoch, vor allem in Lagen ab 400 Meter Höhe. Es bestehe die Gefahr von Schneebruch und Schneeverwehungen, sagte Meteorologe Marcus Beyer. Die ersten Ausläufer von Miriam haben bereits den Nordwesten erreicht.
Im Flachland werden innerhalb von zwölf Stunden 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee erwartet, in höheren Lagen 15 bis 20 Zentimeter. Im Westen und Nordwesten soll der Schnee am Nachmittag in tiefen Lagen in Schneeregen und Regen übergehen, der die Straßen in Rutschbahnen verwandeln könne, prognostizierte Beyer.
Am Mittwoch beschränken sich die langandauernden und intensiven Niederschläge laut DWD auf die Südhälfte des Landes. Während im Flachland der Niederschlag in Regen übergehe, falle in Lagen oberhalb von 400 bis 600 Meter meist Schnee. Im Rest des Landes beruhige sich die Wetterlage etwas, der Wind lasse nach.
In den nächsten Tagen sieht es für das Flachland nach Tauwetter aus. Ob dies allerdings eine durchgreifende Milderung und den Ende des Winters einleite, sei sehr fraglich, sagte Beyer. Es gebe dazu unterschiedliche Wettermodelle.
Prekäre Wetterlage von Norden bis Süden und Westen bis Osten
Tödliche Unfälle auf glatten Straßen, geschlossene Schulen, Luftbrücke zur abgeschnittenen Ostsee-Insel Hiddensee und neue Schneemassen mit Unwettergefahr im Bergland: Die Lage im winterlichen Deutschland ist prekär.
Von der im Eis eingeschlossenen Insel Hiddensee wurden am Vormittag Urlauber mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Zuvor war ein letzter Versuch gescheitert, die Fahrrinne mit einem Eisbrecher zu öffnen. Die rund 1.000 Einwohner werden auch auf dem Luftweg mit Lebens- und Arzneimitteln versorgt.
In Schleswig-Holstein verunglückten ein 20-jähriger Autofahrer und sein 19-jähriger Beifahrer tödlich. Ihr Auto schleuderte am Montagabend auf der E 47 bei Heiligenhafen gegen einen Sattelzug. Die eingeklemmten Männer starben noch am Unfallort. In Nordrhein-Westfalen zählte die Polizei in der Nacht zum Dienstag fast 900 Unfälle. Ein Mensch wurde getötet, 64 verletzt - 15 davon schwer. Der Gesamtschaden wird auf 2,3 Millionen Euro geschätzt.
Wegen der erwarteten schweren Schneefälle blieben in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Hessen und Rheinland-Pfalz am Dienstag zahlreiche Schulen geschlossen. In Olpe hatten alle Schüler der weiterführenden Schulen, in Siegen sämtliche Schüler im Stadtgebiet unterrichtsfrei. Ebenfalls geschlossen wurden zahlreiche Turn- und Sporthallen sowie Aulen, weil nicht auszuschließen sei, dass die Schneelast die Dächer zum Einstürzen bringe, erklärte die Kreisstadt Olpe.
In Niedersachsen wurde der Busverkehr wegen glatter Straßen in Hildesheim, Osnabrück und Umgebung sowie in Celle und Leer eingestellt. In Hildesheim konnten die Straßen nach Polizeiangaben wegen Salzmangels nicht gestreut werden.
iwi/ivb/news.de/ap/dpa